Waffen für Amerika (Film)

Film
Titel Waffen für Amerika
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1976
Länge 89 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie Heinz Schirk
Drehbuch Lion Feuchtwanger (literarische Vorlage), Heinz Schirk (Fernsehbearbeitung)
Musik Karl Eckert
Kamera Bernhard Kulbach, Wolf-Dieter Bergmann, Bernd-Udo Herzmann, Peter Weyrich
Schnitt Heidi Böhm
Besetzung

Waffen für Amerika ist ein deutscher Fernsehfilm und eine Adaption des gleichnamigen Theaterstücks von Lion Feuchtwanger.

Handlung

Nach der Unabhängigkeitserklärung der USA reist Benjamin Franklin nach Frankreich, um beim Königshof um Unterstützung im Krieg gegen die Engländer zu bitten. Der Schriftsteller und Geschäftsmann Beaumarchais verkauft Waffen an die Amerikaner und wird dabei vom französischen Königshof unterstützt, denn so kann Frankreich den „Erbfeind“ England schwächen, ohne selbst offen den amerikanischen „Rebellen“ zu helfen. Währenddessen steckt der König in einem Dilemma: Der Finanzminister drängt ihn angesichts der schlechten Finanzlage des Staates zum Sparen, während die Königin Marie-Antoinette ihren ausschweifenden Lebensstil nicht einschränken will und die Entlassung des Finanzministers fordert. Doch dessen Nachfolger macht, zur Empörung der Königin, die Ausgaben des Königshofs öffentlich, sodass das Volk nun weiß, wie viel Geld der Hofstaat verschwendet.

Marie-Antoinette ist zunächst gegen eine Unterstützung der Amerikaner. Doch dann lernt sie den charismatischen Franklin kennen und ändert ihre Meinung. Ihr heimlicher Geliebter, Graf Axel von Fersen, geht als Offizier nach Amerika. Als er Jahre später zurückkehrt, berichtet er von der schlechten Lage des Krieges. Noch dazu wird die finanzielle Lage immer prekärer und die Königin infolge der Halsbandaffäre beim Volk immer unbeliebter: Man glaubt, sie habe durch Mittelsleute, gegen den Willen des Königs, ein sehr teures Brillanten-Halsband kaufen lassen.

Die Amerikaner beenden den Krieg mit England durch einen Separatfrieden, ohne dies mit Frankreich abzustimmen. Frankreich bleibt so auf seinen Kriegsschulden sitzen, die Unruhe im hungernden Volk wird immer größer, während der Versailler Hof sich immer noch einbildet, keine Revolution befürchten zu müssen.

Die einzelnen Teile der Handlung werden durch einen Bänkelsänger eingeleitet, der spöttische Lieder gegen den Adel und den Königshof singt und am Ende zu dessen Sturz aufruft.

Produktion

Der Film ist eine Produktion des ZDF und wurde im Studio Hamburg gedreht. Die Erstausstrahlung war am 29. Juni 1976, anlässlich der 200-Jahr-Feier der US-amerikanischen Unabhängigkeitserklärung. 2021 erschien der Film bei Pidax auf DVD.

Rezeption

„Mit erstaunlichem inszenatorischem Geschick schafft es Heinz Schirk innerhalb kürzester Zeit, die zahlreichen Figuren des Stückes lebendig und ihre unterschiedlichen Ansichten und Einstellungen transparent werden zu lassen. Ausstattung und Kostüme ziehen das Publikum schnell in ihren Bann, so dass man das Gebaren und die Atmosphäre am Königshof rasch anschaulich nachvollziehen kann. Die gegenseitigen Abhängigkeiten zwischen den Ländern und Handlungsträgern werden spannungsreich beschrieben, während auch immer wieder Zeit für ironisch-süffisante Brechungen bleibt. Nicht nur für Geschichtsliebhaber eine gelungene Schilderung der damaligen Verhältnisse, die bis heute nichts von ihrer Wirkung eingebüßt hat.“

Frankk Brenner: Am Vorabend der Revolution. Rezension zur DVD-Veröffentlichung auf Zauberspiegel Online

Anmerkungen

  1. Die im Film dargestellte Hofdame hieß tatsächlich mit Vormanen Yolande, nicht wie im Film Diane.