WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte

WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte mbH

Rechtsform Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Gründung 1990
Sitz Berlin, Deutschland
Mitarbeiterzahl 479[1]
Umsatz 322,127 Mio. Euro (Konzern, 2024)[1]
Branche Wohnungswirtschaft
Website www.wbm.de
Stand: 31. Dezember 2024

Die WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte mit beschränkter Haftung ist eine kommunale Wohnungsgesellschaft des Landes Berlin. Sie bewirtschaftet Wohn- und Geschäftsimmobilien in Berlin, vor allem in den Bezirken Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg und Spandau.

Ihr Portfolio umfasste Ende 2024 rund 33.900 Mietwohnungen und 310.000 Quadratmeter Gewerbefläche.[1]

Geschichte

Die WBM entstand am 1. Juli 1990[2] im Zuge der deutschen Wiedervereinigung aus dem VEB Kommunale Wohnungsverwaltung Berlin-Mitte.[3] Sie übernahm damit die Verwaltung von über 2000 Immobilien mit mehr als 42.000 Wohnungen.[4] Weit über die Hälfte des Bestandes waren mit Rückgabeforderungen von Alteigentümern belastet. In den ersten Jahren ihres Bestehens war die WBM vor allem mit Restitutionen, dem Abbau von Personal, dem Aufbau zeitgemäßer Verwaltungsstrukturen und mit der Stabilisierung des in den DDR-Jahren unzureichend gepflegten Altbaubestandes befasst. Bis 1994 investierte die WBM fast 500 Mio. D-Mark in die Instandsetzung und Modernisierung, davon stammte der größte Teil aus Mieterhöhungen nach 1990 und rund 100 Mio. aus öffentlichen Fördermitteln.[5]

Die Immobilien der WBM befanden sich ursprünglich sämtlich im ehemaligen Verwaltungsbezirk Berlin-Mitte. Durch den Erwerb anderer Wohnungsunternehmen entstand ab 1995 der heutige WBM-Konzern mit einem weit über die Stadt verstreuten Bestand an über 2200 Standorten.[6]

Im Jahr 1995 erwarb die WBM für 120 Mio. D-Mark vom Land Berlin die Geschäftsanteile der Bewoge (Berliner Wohn- und Geschäftshaus GmbH) mit und 17.000 Wohnungen vor allem in Spandau und Kreuzberg. 1998 wurde die WBF (Wohnungsbaugesellschaft Friedrichshain) in den WBM-Konzernverbund integriert.

Neben knapp 34.000 eigenen Mietwohnungen verwaltet und vermietet die WBM rund 310.000 m² Gewerbeflächen, dazu zählen neben ergänzenden Gewerbeflächen in den Wohnquartieren auch zwei Bürohochhäuser, die Kongresshalle am Alexanderplatz sowie Einzelhandelsimmobilien.[1]

Unternehmensprofil

Im November 2009 unterzeichnete die WBM, gemeinsam mit zwölf öffentlichen Unternehmen die Charta der Vielfalt. Als eine von sechs städtischen Wohnungsbaugesellschaften Berlins ist die WBM seit 2012 ein Teil des Bündnisses für soziale Wohnungspolitik und bezahlbare Mieten. Ziel ist es, bezahlbaren Wohnraum für sozial schwächere Menschen in der Stadt zu schaffen und zu erhalten.[7]

Laut Geschäftsbericht 2024 umfasst „der gesellschaftliche Auftrag der WBM (...) die Bereitstellung, Sicherung und Schaffung von leistbarem Wohnraum für breite Schichten der Bevölkerung unter Berücksichtigung ökologischer und sozialer Dimensionen, wie der klimagerechten, sozial ausgewogenen und demografiegerechten Entwicklung.“[1]

Die WBM als Mutterunternehmen konzentriert im Konzernverbund alle Aufgaben der Unternehmensführung, Immobilienbewirtschaftung und Baubetreuung. Im Rahmen der Bestandserweiterung plant und baut die WBM neue Mietwohnungen und Gewerbeflächen, prüft Immobilienankäufe und ist Partner für Berlin bei der Entwicklung komplexer Quartiere.

Die WBM setzt die rechtlichen Vorgaben und Leitlinien des Landes Berlin um. Dazu gehören das Wohnraumversorgungsgesetz (WoVG), die Kooperationsvereinbarung „Leistbare Mieten, Wohnungsneubau und soziale Wohnraumversorgung“, die Beteiligungshinweis des Landes Berlin, das Berliner Ausschreibungs- und Vergabegesetz (BerlinLAG) sowie der Berliner Corporate Governance Kodex. Im Rahmen dieser Vereinbarungen erhöhte sich die durchschnittlichen Nettokaltmiete der Wohnungen im Jahr 2024 auf 6,83 Euro pro Quadratmeter. Sie lag damit unterhalb der in Innenstadtlagen ortsüblichen Vergleichsmiete von durchschnittlich 8,27 Euro pro Quadratmeter und wirkte mietpreisdämpfend.[8] 64,8 % der im Jahr 2024 neu abgeschlossenen Mietverträge wurden mit Personen abgeschlossen, die wegen finanzieller oder sozialer Benachteiligung einen Wohnberechtigungsschein vorlegen konnten.[9]

Im Jahr 2023 stellte die WBM 462 Neubauwohnungen fertig, im Jahr 2024 nur 227. Rund 1.600 Wohnungen befanden sich 2025 im Bau, darunter 754 aus Projektentwicklungsankäufen. Bis September 2026 plant die WBM den Baustart für 13 zusätzliche Projekte mit weiteren 1.300 Wohnungen.[1]

Unternehmensstruktur

Die Immobilien der bestandshaltenden Gesellschaften WBF Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Friedrichshain mbH (WBF), WBMI Real Estate GmbH Berlin (WBMI) und der Berliner Wohn und Geschäftshaus GmbH BEWOGE (BEWOGE) befinden sich überwiegend im inneren Bereich des Berliner S-Bahn-Rings.

Die Immobilienbestände der assoziierten Unternehmen M16 und P31 befinden sich in Berlin-Spandau. Die Verwaltung der Gebäude der M16 erfolgt durch die WBM. Die Bestände der P31 werden durch die Mitgesellschafterin degewo AG betreut. Die Verwaltung des Gewerbeportfolios von WBF, WBMI und BEWOGE erfolgt konzentriert in der WBM Immobilien-Service GmbH (WIS).

Die MMB Multi-Media-Berlin Gesellschaft mbH (MMB) stellt als Eigentümerin von Kabelnetzen in Immobilien multimediale und telemetrische Dienste für die Konzernunternehmen zur Verfügung. Weiterhin übernimmt die Gesellschaft im Rahmen des Submeterings die sukzessive Ausstattung von Liegenschaften mit Messgeräten und bietet die Ablesung und Abrechnung von verbrauchsabhängigen Heiz- und Wasserkosten an.>[1]

Bekannte Objekte

Die Einkaufszentren Rathauspassagen und Berlin Carré werden von der WBM verwaltet, ebenso wie das denkmalgeschützte Haus des Lehrers.

Auch Teile des Nikolaiviertels, das Hochhaus Fischerinsel 2 in Berlin, einige Häuser an der Leipziger Straße sowie am Platz der Vereinten Nationen, befinden sich im Eigentum der WBM. Ebenso zählt das Internationale Handelszentrum (IHZ) in der Friedrichstraße zu den WBM-Immobilien.

Zu den bekanntesten Objekten aus dem Bestand der WBF gehört das Hochhaus an der Weberwiese an der Karl-Marx-Allee.

Siehe auch

Commons: WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g WBM-Geschäftsbericht 2024, abgerufen am 30. Dezember 2025
  2. bmgev.de
  3. Daten und Fakten zur WBM. In: Berliner Morgenpost
  4. VEB Kommunale Wohnungsverwaltung Berlin-Mitte (Hg.): Was machen wir unsere Mieter? Wohin können sie sich wenden? Wer sind unsere Kooperationspartner?, Berlin 1984
  5. WMB Wohnungsbaugesellschaft mbH (Hg.): StadtMitte, Berlin 1994.
  6. Digitale Bestandskarte der WMB
  7. Bündnis für Wohnungsbau und bezahlbares Wohnen auf www.berlin.de
  8. Pressemitteilung der WBM vom 11. Juni 2025
  9. Bericht zur Kooperationsvereinbarung Wohnungsbaugeselllschaften 2024