Włodzienin

Włodzienin
Bladen
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Włodzienin
Bladen
Basisdaten
Staat: Polen Polen

Woiwodschaft: Opole
Powiat: Głubczyce
Gmina: Branice
Geographische Lage: 50° 7′ N, 17° 50′ O

Höhe: 270 m n.p.m.
Einwohner: 484 (15. Juli 2014[1])
Postleitzahl: 48-140 Branice
Telefonvorwahl: (+48) 77
Kfz-Kennzeichen: OGL
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Katowice

Włodzienin (deutsch Bladen, tschechisch Vladěnín) ist ein Ort in der Stadt- und Landgemeinde Branice im Powiat Głubczycki der Woiwodschaft Opole in Polen.

Geographie

Das Angerdorf Włodzienin liegt zwölf Kilometer nordöstlich von Branice, 11 Kilometer südlich von Głubczyce (Leobschütz) und 75 Kilometer südlich von Opole (Oppeln) in der Schlesischen Tiefebene (Schlesische Tiefebene) am Fluss Troja.

Ortsteil von Włodzienin ist Włodzienin-Kolonia (Josephstal).

Nachbarorte sind Nowa Wieś Głubczycka (Neudorf) im Norden, Wojnowice im Nordosten, Nowa Cerekwia im Südosten, Dzbańce (Krug) und Jędrychowice (Hennerwitz) im Süden, Lewice (Löwitz) im Südwesten, Chrośtno (Saliswalde) im Westen und Zubrzyce (Sauerwitz) im Nordwesten.

Geschichte

Bladen wurde erstmals 1283 urkundlich erwähnt. Es gehörte zum přemyslidischen Herzogtum Troppau, das 1269 für Herzog Nikolaus I., einen unehelichen Sohn des böhmischen Königs Ottokar II. Přemysl, errichtet worden war. Obwohl nach dem Tod des Herzogs Nikolaus II. das Herzogtum Troppau 1365 geteilt wurde, verblieb Bladen bei Troppau.[2] 1415 wurde der Ort als Blawda erwähnt.[3] 1420 verkaufte Herzog Přemysl I. Bladen dem Johann von Bladen und dessen Brüdern. 1470 gehörte es dem Adelsgeschlecht Füllstein, das sich auch „Füllstein auf Bladen“ (Fulštejn z Vladěnína) nannte. Ihnen folgten 1552 die Füllstein auf Wagstadtl (Bitovský z Bítova u Bílovce), die 1567 das Schloss Bladen errichteten. 1618 erlangte Bladen das Adelsgeschlecht Haugwitz, von dem es 1652 an die Freiherrn Nayhauß-Cormons überging. Sie wurden 1698 in den Reichsgrafenstand aufgenommen[4] und besaßen Bladen bis 1910.

Nach dem Ersten Schlesischen Krieg fiel Bladen wie fast ganz Schlesien 1742 an Preußen. Kirchlich gehörte es weiterhin zum Bistum Olmütz, wobei der an Preußen gefallene Teil des Bistums vom 1742 gegründeten Kommissariat Katscher verwaltet wurde. Für das Jahr 1783 sind zwei Mühlen, 26 Bauern und 59 Häusler nachgewiesen. Die Einwohnerzahl betrug 804.

Mit der Neugliederung Preußens gehörte Bladen ab 1815 zur Provinz Schlesien und war ab 1818 dem Landkreis Leobschütz eingegliedert, mit dem es bis 1945 verbunden blieb. 1845 bestanden im Dorf ein Schloss, ein Vorwerk, eine katholische Kirche, eine katholische Schule, eine Brauerei, eine Windmühle und 74 Häuser. Im gleichen Jahr lebten in Bladen 1406 Einwohner, davon fünf evangelisch.[3] 1859 wurde von 15 Bladenern Meistern eine Innung der Tischler, Drechsler, Stellmacher, Schmiede, Schuhmacher, Sattler und Schneider gegründet. 1861 zählte Bladen 1663 Einwohner.[5] Seit 1874 gehörte die Landgemeinde Bladen zum gleichnamigen Amtsbezirk, dem auch Josefsthal und Wanowitz sowie der Gutsbezirk Bladen eingegliedert waren.[6] 1895 wurde die Kolonie Josefsthal nach Bladen eingemeindet.

1916 errichtete der spätere Olmützer Weihbischof Joseph Martin Nathan in Bladen eine Außenstelle der von ihm in Branitz errichteten Heil- und Pflegeanstalten. Im Ersten Weltkrieg fielen 78 Soldaten aus dem Dorf. Bei der Volksabstimmung in Oberschlesien am 20. März 1921 stimmten in Bladen 1285 Personen für einen Verbleib bei Deutschland und fünf für Polen. Bladen verblieb wie der gesamte Stimmkreis Leobschütz beim Deutschen Reich.[7] 1933 wurden 1400 Einwohner gezählt, 1939 waren es 1364 Einwohner. Bis 1945 gehörte der Ort zum Landkreis Leobschütz.[8] Am 17. März flüchtete die Dorfbevölkerung vor der heranrückenden Roten Armee in Richtung Sudetenland.

1945 kam der bisher deutsche Ort unter polnische Verwaltung, wurde in Włodzienin umbenannt und der Woiwodschaft Schlesien eingegliedert. Im Mai 1945 kehrte ein Teil der zuvor geflüchteten Bevölkerung zurück. Im Juni 1946 wurde die deutsche Bevölkerung des Ortes vertrieben. 1950 wurde Włodzienin der Woiwodschaft Opole zugeteilt. Seit 1999 gehört es zum Powiat Głubczycki.

Sehenswürdigkeiten

  • Die römisch-katholische Pfarrkirche mit dem Patrozinium der der Hl. Dreifaltigkeit (polnisch Kościół Trójcy Świętej) wurde 1473 erstmals erwähnt. Sie war damals aus Holz und wurde 1530 aus Stein errichtet. 1737 neu erbaut, weitere Umbauten erfolgten 1817 und 1903. Bei Kriegsende 1945 zerstört und später wieder aufgebaut.
  • Pfarrhaus von 1801
  • Die Ruine der gotischen St.-Nikolaus-Kirche (Kościół św. Mikołaja) liegt auf einer Anhöhe über Trojatal. Sie wurde erstmals 1496 erwähnt und im 15. und 16. Jahrhundert sowie 1890 umgebaut. Sie diente zunächst als Begräbniskirche und wurde bei Kriegsende 1945 zerstört. Seit 1964 steht sie unter Denkmalschutz.[9] 2011 wurde sie renoviert steht seit 1964 unter Denkmalschutz.[9] und seit August 2011 dient der Kirchturm als Aussichtsturm. Der Kirchenbau
  • Nepomukstatue
  • Steinerne Wegekapelle
  • Steinerne Wegekreuze

Söhne und Töchter

Literatur

  • Georg Beier: Die Dörfer des Kreises Leobschütz 1914–1946. Oberschlesischer Heimatverlag, Dülmen 1990, ISBN 3-87595-277-4.
Commons: Włodzienin – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Schulzenämter Gmina Branice. branice.pl (polnisch).
  2. Siehe hierzu Landkarte in: Georg Beier: Die Dörfer des Kreises Leobschütz. Dülmen 1990, ISBN 3-87595-277-4, S. 13
  3. a b Johann Georg Knie: Alphabetisch-statistisch-topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuss. Provinz Schlesien. Breslau 1845, S. 40.
  4. Nayhauß-Cormons. In: Heinrich August Pierer, Julius Löbe (Hrsg.): Universal-Lexikon der Gegenwart und Vergangenheit. 4. Auflage. Band 11: Matelica–Nishnei-Kolymsk. Altenburg 1860, S. 728 (Digitalisat. zeno.org).
  5. Felix Triest: Topographisches Handbuch von Oberschlesien. Breslau 1865, S. 876; Textarchiv – Internet Archive.
  6. Amtsbezirk Bladen. territorial.de
  7. Landsmannschaft der Oberschlesier in B-W. (Memento vom 24. Januar 2017 im Internet Archive) home.arcor.de
  8. Michael Rademacher: Verwaltungsgeschichte Kreis Leobschütz. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com. Abgerufen am 10. Mai 2023.
  9. a b Denkmäler Woiwodschaft Opole. (PDF) nid.pl, S. 22 (polnisch).