Vultocinus anfractus

Vultocinus anfractus
Systematik
Unterordnung: Pleocyemata
Teilordnung: Krabben (Brachyura)
Überfamilie: Goneplacoidea
Familie: Vultocinidae
Gattung: Vultocinus
Art: Vultocinus anfractus
Wissenschaftlicher Name der Familie
Vultocinidae
Ng & Manuel-Santos, 2007
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Vultocinus
Ng & Manuel-Santos, 2007
Wissenschaftlicher Name der Art
Vultocinus anfractus
Ng & Manuel-Santos, 2007

Vultocinus anfractus ist eine Art der Krabben und einziger Vertreter der Gattung Vultocinus und der Familie Vultocinidae. Sie kommt in der Tiefsee im Indo-Westpazifik vor den Philippinen und Vanuatu vor.[1]

Merkmale

Der Carapax ist annähernd quadratisch, manchmal etwas breiter als lang und etwa 2 cm groß. Die Rückenfläche ist abgeflacht, die Regionen sind durch tiefe Rinnen deutlich abgegrenzt. Der vordere Teil ist etwas stärker konvex und mit zahlreichen, dicht gepackten, sehr kurzen Borsten besetzt, die ihm ein samtartiges Erscheinungsbild geben. Die Stirn hat etwa ein Drittel der Breite des Gesamtpanzers und ist durch eine Kerbe mit zwei konischen Erweiterungen gekennzeichnet. Die Augenhöhlen sind rundlich, die Augen tief eingebettet, die Ränder mit flachen kleinen Körnchen besetzt und durch tiefe Furchen in drei Teile gegliedert. Der Überaugenhöhlenrand trägt Höcker, die mit kleineren Körnchen besetzt sind. Zwischen innerem Augenzahn und unterem äußeren Augenzahn gibt es zwei kleinere Zähne, die durch einen tiefen engen Spalt getrennt sind. Der Unteraugenhöhlenrand ist etwas erhöht und trägt drei Kerben. Die Augenstiele sind mit langen dicken und dünnen Borsten besetzt. Das Basissegment der Antennen reicht bis zu einer kleinen bauchseitigen Verlängerung des Augenhöhlenschlitzes (Hiatus orbitalis), die Geißel ist schlank und lang. Ihre Länge beträgt etwa das Doppelte des Augenhöhlendurchmessers. Die Antennulen falten sich schräg. Der vordere Seitenrand trägt vier Zähne, von denen der erste der kleinste ist. Der hintere Seitenrand ist nahezu gerade und konvergiert in Richtung Hinterrand und ist mit fünf größeren Körnern, die drei gekörnte Kämme bilden, besetzt. Der Hinterrand ist leicht konvex, der mittlere Abschnitt leicht konkav.[1]

Das dritte Maxilliped ist mit einem sehr kurzen Filz bedeckt, sein Merus quadratisch. Das Epistom erscheint eingesunken, sein hinterer Rand ist in vier Lappen geteilt. Das Endostom hat einen langen, prominenten Kamm, der von der distalen Kante des medianen Epistom-Lappens bis an die Mandibeln verläuft. Die beiden Scherenbeine sind groß, ungleich seitlich abgeflacht und mit einem dichten Filz bedeckt. Ischium und Merus sind verschmolzen, die Naht bleibt aber sichtbar. Die äußere Fläche der Chela ist mit Körnchen und Höckern besetzt, die innere mit einer Reihe scharfer Höcker mit oranger Spitze. Die Fingerspitzen und Schneidekanten sind dunkelbraun. Die Schreitbeine sind relative lang und kräftig und dicht mit steifen Borsten besetzt. P3 ist am längsten, das letzte Beinpaar (P5) das kürzeste. Der Merus von P2 bis P4 trägt zwei Längsleisten. Die Finger sind so lang wie der Merus, die dicken Borsten verbergen das Ende, welches unpigmentiert ist.[1]

Das thorakale Sternum ist relativ schmal und vollständig von einem sehr kurzen Filz und Körnchen bedeckt. Der dritte Sternit hat eine flache Längsrinne. Der vierte Sternit ist so lang wie der fünfte und sechste zusammen. Der siebte Sternit ist kurz, sein hinterer Abschnitt verjüngt sich abrupt. Der hintere Teil des siebten Episterniten ist zu einem Sporn verlängert, welche die Coxa des letzten Schreitbeins berührt und den Penis bedeckt. Der achte Sternit liegt bei Schluss des Abdomens nicht frei. In der Mitte verläuft über den siebten und achten Sternit eine Längslinie, die unvollständig auch über den vierten und sechsten verläuft, aber auf dem fünften nicht auszumachen ist. Die Naht zwischen ersten und zweiten Sterniten (1/2) fehlt, die zwischen 2/3 ist vollständig, die zwischen 3/4 deutlich mit einem flacheren mittleren Teil, die zwischen 4/5 und 5/6 mittig unterbrochen, die zwischen 6/7 erscheint vollständig ist aber mittig sehr flach, die zwischen 7/8 vollständig und mittig tief. Die Episterniten 4 bis 7 sind seitlich nicht deutlich erweitert. Die Sternopleonalhöhle ist relativ schmal und erreicht fast die Vorderkante des vierten Sternits. Der Druckknopf zur Arretierung des Pleons liegt an der hinteren Außenkante des fünften Sterniten.[1]

Das Pleon ist relativ schmal, die äußeren Oberflächen sind nahezu vollständig von kleinen flachen Körnern besetzt. Das Telson ist dreieckig mit leicht konkaven Seitenrändern. Der erste Somit ist breit, trapezförmig, freiliegend und nicht vom Carapaxrand bedeckt. Die Somiten 2 bis 6 sind relativ schmal, der dritte ist der breiteste, der zweite hat konvexe Seitenränder und ist annähern rechteckig, der dritte hat mäßig konvexe Seitenränder und ist trapezförmig, der vierte ist größer als der fünfte, beide sind trapezförmig mit leicht konkaven Seitenrändern, der sechste ist so lang wie breit mit konkaven Seitenrändern. Die Nähte zwischen allen Pleon-Segmenten sind deutlich, aber die zwischen 3 und 4 ist unbeweglich und die zwischen 4 und 5 nur wenig beweglich.[1]

Der Penis ist weich und liegt an der Basis der Coxa des letzten Schreitbeins. Er tritt direkt in die Sternopleonalhöhle ein und wird nur vom Sporn des vierten Sterniten bedeckt. Das erste Gonopodium ist relativ lang und schlank. Seine abgerundete Spitze erreicht die vierte Sternalnaht, sein Ende ist mit zahlreichen kleinen Dornen besetzt. Das zweite Gonopodium ist so lang wie das erste, sehr dünn und das Ende reicht bis zur mittleren Portion des fünften Sterniten. Das distale Segment hat etwa 20 % der Länge des davor liegenden, seine Basis bildet eine tassenähnliche Struktur, die von kleinen Dornen gesäumt ist.[1]

Einzelnachweise

  1. a b c d e f Peter K. L. Ng, Marivene R. Manuel-Santos: Establishment of the Vultocinidae, a new family for an unusual new genus and new species of Indo-West Pacific crab (Crustacea: Decapoda: Brachyura: Goneplacoidea), with comments on the taxonomy of the Goneplacidae. In: Zootaxa. Band 1558, Nr. 1, 2007, S. 39–68, doi:10.11646/zootaxa.1558.1.3 (englisch, mapress.com).