Vorklassik (Wirtschaftswissenschaft)

Als Vorklassik wird eine historische Epoche der Ökonomie vor dem Beginn der klassischen Nationalökonomie bezeichnet. Manchmal wird diese Phase auch vorklassische Ökonomie genannt. Sie umfasst ökonomische Gedanken, Theorien und Praktiken, die vor Adam Smith und den klassischen Ökonomen existierten, also vor Mitte/Ende des 18. Jahrhunderts.

Die Vorklassik erstreckt sich über einen sehr langen Zeitraum: von der Antike über das Mittelalter, die Renaissance, den Barock bis in die Aufklärung. Es geht nicht nur um einzelne Theorien, sondern um einen Vorläufer der klassischen Ökonomie, in dem zentrale Begriffe wie Geld, Markt, Eigentum, Arbeit etc. schon behandelt werden – wenn auch unsystematisch oder verstreut.

Ein Vertreter ist Anne Robert Jacques Turgot (1727–1781), ein französischer Staatsmann und Ökonom. Er entwickelte u. a. eine wissenschaftliche Geldtheorie, wandte sich gegen staatliche Regulierung und plädierte für freien Wettbewerb. Gleichzeitig trachteten er und seine Anhänger, die Landwirtschaft und die örtlichen Industrien zu fördern.

Wichtige Themen und Merkmale

Literatur

  • Fritz Söllner: Vorklassik. In: Die Geschichte des ökonomischen Denkens. 2021, Springer Gabler, Berlin, Heidelberg, ISBN 978-3-662-62523-1.