Vorgangsknoten-Netzplan

Ein Vorgangsknoten-Netzplan ist die Diagrammform für einen Netzplan, bei dem die einzelnen Vorgänge als Kästchen dargestellt werden, die mit wichtigen Kenndaten des Vorgangs (frühester Start, spätester Start, frühester und spätester Endzeitpunkt, freier Puffer, Gesamtpuffer, Vorgangsdauer, Vorgangsname) versehen sind.[1] Die Vorgänge sind durch Pfeile verbunden, die logische Abhängigkeiten symbolisieren. Die häufig verwendete Bezeichnung PERT-Diagramm ist irreführend, da das originale PERT Ereignisknotennetzpläne verwendet.

Vorgehen bei der Erstellung

Gegeben seien folgende Knoten, wobei A der letzte Knoten ist:

Knotendetails
Vorgangsknoten-
Name (Nr.)
Dauer des Vorgangs Vorgänger Nachfolger
A 6 B, D, C
B 9 E, F A
C 4 G, H A
D 2 H, I A
E 9 B
F 6 I B
G 7 H C
H 6 C, D, G
I 2 D, F

1. Verknüpfung der Knoten

Die Knoten müssen so angeordnet werden, dass alle Pfeile vom in der Tabelle angegebenen Vorgänger zum jeweiligen Nachfolgers zeigen.

2. Identifizierung der Start- und Endvorgangsknoten

Die Startvorgangsknoten sind im Beispiel grau hinterlegt, der Endvorgangsknoten ist in grün hinterlegt.

3. Ermittlung der frühesten Anfangs- und Endzeitpunkte / Vorwärtsterminierung

Ausgehend von den Startvorgangsknoten werden FAZ und FEZ ermittelt. Dabei gilt folgende Formel: .

Bei den Startvorgangsknoten ist FAZ stets 0, FEZ entspricht automatisch der Dauer des Knotens.

Bei nachfolgenden Knoten ist FAZ immer der FEZ des Knotens, der die höchste FEZ hat. Im Beispiel münden in den Knoten D Knoten mit der FEZ 2 und 6. Die höchste Zahl wird als FAZ von Knoten D verwendet (also 6). Dies liegt daran, da der Vorgang erst beginnen kann, wenn alle Einzelbestandteile vorliegen.

4. Ermittlung der spätesten Anfangs- und Endzeitpunkte / Rückwärtsterminierung

Ausgehend vom Endvorgangsknoten (grün) werden SEZ und SAZ ermittelt. Dabei gilt folgende Formel: .

Beim Endvorgangsknoten gilt stets . Wenn ein Knoten mehrere Nachfolger besitzt, wird die SEZ angenommen, die kleiner ist. Im Beispiel sind die Nachfolger vom Knoten H die Knoten G und C. C muss spätestens zum Zeitpunkt 14 anfangen, G spätestens zum Zeitpunkt 7. Daher muss beim Knoten H eingetragen werden.

5. Ermittlung der Pufferzeiten

5.1 Ermittlung des Gesamtpuffers

Der Gesamtpuffer ermittelt sich aus der Differenz von SAZ und FAZ, also

5.2 Ermittlung des freien Puffers

Der freie Puffer ergibt sich wie folgt: . Bei mehreren Nachfolgern wird stets der kleinstmögliche FAZ gewählt.

Der freie Puffer ist als die Zeit zu interpretieren, die das Gut zwingend gelagert werden muss – wenn der Vorgänger maximal verspätet ist und der Nachfolger am FAZ beginnen soll.

6. Ermittlung des kritischen Pfads

Der kritische Pfad bezeichnet die Abfolge von Knoten, die keine Verzögerung zulässt, ohne den SEZ des Endvorgangsknoten zu beeinflussen. Der kritische Pfad ist daran zu erkennen, dass hier der Gesamtpuffer und der freie Puffer stets 0 sind.

Siehe auch

  • Modu-Learn.de – Anleitung zum Erstellen eines Vorgangsknoten-Netzplans

Anmerkungen

  1. Andrea: Crashkurs Netzplantechnik: Netzplan erstellen am einfachen Beispiel. In: Projekte leicht gemacht. 25. Juni 2015, abgerufen am 10. Dezember 2025.