Volkspark Oberaue
Der Volkspark Oberaue ist ein etwa 30 Hektar[1] großer Volkspark in Jena in Thüringen. Er wurde in den 1950er Jahren angelegt; einige Teile sind jedoch wesentlich älter. Der Park besteht aus den drei aneinanderliegenden Gebieten Rasenmühleninsel, Paradies und Oberaue. Seit 2002 ist er als Kulturdenkmal eingestuft.
Lage und Gebietseinteilung
Der Park befindet sich in der Saaleaue südlich der Jenaer Innenstadt auf fast ebenem Gelände. Begrenzungen sind die Saalebahn, die Paradiesbrücke und Stadtrodaer Straße bis auf Höhe des Roland-Ducke-Weges sowie im Süden das Gelände der ehemaligen Rasenmühle, die Saale südlich des Sportplatzsteges und die Sportanlagen der Friedrich-Schiller-Universität. Die Saale durchfließt das Gebiet auf etwa 1100 Meter Länge mit zwei Staustufen nahe der südlichen und nördlichen Parkgrenze (Rasenmühlen- und Paradieswehr).
Die drei Gebiete des Parks sind nach historischen Flurnamen benannt.[2] Das Paradies als ältester, stadtnächster und kleinster Teil liegt zwischen Saale, Paradiesbrücke, dem hohen Damm der Saalebahn und dem Unterlauf der Leutra. Bis zum Bau der Saalebahn nach 1870 erstreckte es sich im Westen bis an die Bebauung der heutigen Knebelstraße.[3] Direkt südlich schließt sich die Rasenmühleninsel an, die früher von der Saale und dem Mühlgraben der Rasenmühle (Lage) und somit allseitig vom Wasser umgeben war. Seit der Verfüllung des Mühlgrabens um 1970 bilden die Saalebahn, das Grundstück des heutigen Stadtforstbetriebs, die Leutra und Saale sowie das Gelände der ehemaligen Rasenmühle (heute Gesamtschule UniverSaale) die Grenzen. Östlich der Saale liegt die Oberaue als größtes Teilgebiet. Es wird von der Saale, der Straßenbahnstrecke neben der Stadtrodaer Straße, im Süden von einem aufgegebenen Teil des Roland-Ducke-Weges und dem Universitäts-Sportzentrum begrenzt. Historisch (und umgangssprachlich noch heute) zählen zur Oberaue alle Sportanlagen östlich der Saale bis zur Südzufahrt des Ernst-Abbe-Sportfelds und dem Südbad, gehören als nichtöffentliche Anlagen jedoch nicht zum Volkspark. Als Sammelbezeichnung für die Saaleaue zwischen der Paradiesbrücke und Wöllnitz oder Teile davon wird in älteren Stadtplänen und Schriften häufig der Name Wöllnitzer Wiesen benutzt.[4]
Geschichte
Von den Anfängen bis zum Zweiten Weltkrieg
Die Jenaer Oberaue – der flussaufwärts von Jena gelegene Teil der Saaleaue – war über Jahrhunderte fruchtbares Wiesen- und Ackerland, das von der Saale durch regelmäßige Überschwemmungen mit Nährstoffen versorgt wurde. Der stadtnächste Teil wurde bereits seit dem Mittelalter Paradies genannt. Es ist urkundlich verbrieft, dass zu Zeiten des Fürstentums Sachsen-Jena mehrere Bäume zusätzlich im Paradies angepflanzt wurden; die planmäßige Anlage zweier Alleen erfolgte 1780 auf Veranlassung des Jenaer Bürgermeisters Paulssen.[5] Das Paradies ist die Keimzelle des Volksparks Oberaue. Verdienste um dessen Einrichtung erwarb sich der Jenaer Mediziner und Ehrenbürger Moritz Seidel (1836–1912), der in seinem Testament sein Vermögen der Stadt Jena mit der Verpflichtung vermachte, „die Einkünfte zur Anlegung eines Volksparks und Spielflächen für Sportspiele zur Nutzung für alle Teile der Bevölkerung der Stadt zu verwenden“. An ihn erinnern die Seidelstraße[6] und der „Seidelparkplatz“; bis weit in das 20. Jahrhundert nannte man die nördliche Oberaue Seidelpark.
Im Jahr 1893 begann die Anlage von Sportplätzen in den Wöllnitzer Wiesen. Um 1910 gab es bereits umfangreiche Sportanlagen, die verschiedenen Sportvereinen (USV, VfB, 1. SV) gehörten. Als letzte und größte Anlage der Anfangszeit entstand ab 1922 das Ernst-Abbe-Sportfeld, um 1929 noch die Thüringer Landesturnanstalt (heute Institut für Sportwissenschaft) an der Seidelstraße mit zugehörigen Sportanlagen in der Oberaue. Das eigentliche Volkspark-Gelände erlebte einen Entwicklungsschub mit dem Bau der Paradiesbrücke und des Sportplatzsteges in den 1920er Jahren. 1927 entstand nördlich der Rasenmühleninsel ein Planschbecken mit Fontäne[7](Lage), das Paradies-Café zog 1937 vom Ende der Fischergasse in den heute noch bestehenden Neubau[8]. Die ab 1934 veranstalteten Paradiesfeste brachten den Bau von provisorischen Saalebrücken zur Entlastung des schmalen Sportplatzsteges mit sich.[7.1]
Vom Zweiten Weltkrieg bis zum Ende der DDR
Teile der Oberaue wurden nach dem Zweiten Weltkrieg zum Gemüseanbau genutzt, um die Versorgung in Jena zu verbessern. Ein Gutachten der Jenaer Universität von 1949 forderte jedoch die Nutzung der gesamten Oberaue als Freizeit- und Erholungsgebiet und den allmählichen Abbau anderer Nutzungsarten.[9] In den 1950er Jahren wurde dann der Volkspark durch freiwillige oder angeordnete Arbeitseinsätze Jenaer Schüler und Studenten im Rahmen des Nationalen Aufbauwerks (NAW) angelegt, wofür die Stadtverwaltung Material, Fahrzeuge und Gerätschaften stellte. Schutt der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Innenstadt wurde zur Anhebung des Geländeniveaus verwendet. Nahe dem Paradies-Café entstanden eine offene Bühnenhalle für Freiluftkonzerte[10] und ein Bootsverleih, östlich der Saale der Märchenbrunnen (später „Tierbrunnen“) und der „Froschkönigin-Brunnen“ sowie ein Heimattierpark in Verlängerung der Straße Jenertal.[11] Neben dem historischen Sportplatzsteg wurde zusätzlich eine dauerhafte Holzbrücke erbaut, um die mit dem Aufschwung des FC Carl Zeiss Jena verbundenen Zuschauermassen zu bewältigen.
Diese Aktivitäten wurden durch den staatlich verordneten Entwicklungsschub für Jena in den 1960er und 1970er Jahren abrupt unterbrochen. Die 1968 eröffnete Stadtrodaer Straße schnitt den östlichen Bereich der Oberaue bis zur Wöllnitzer Straße vom Volkspark ab. Verkehrslärm und Autoabgase minderten fortan den Erholungswert des gesamten Gebiets östlich der Saale; als unmittelbare Folge musste der Tierpark aufgegeben werden. Das Paradies war um 1970 jahrelang weitgehend zerstört, da die Großbaustelle des Abwasser-Hauptsammlers vom Burgauer Weg zur Paradiesbrücke durch das Gelände wanderte; auf der Rasenmühleninsel befand sich dafür ein Betonwerk mit großen Lagerflächen für die Zuschlagstoffe. Die dort etwa zeitgleich errichtete oberirdische Fernwärmeleitung[12] blieb jahrzehntelang ein Fremdkörper in der Landschaft. Für den Bau des Hauptsammlers und der darüber errichteten Heizleitung wurde der Mühlgraben der Rasenmühle verfüllt.
Die geschädigten Bereiche wurden nur sparsam oder gar nicht, wie der Festplatz beim Paradies-Café, wieder hergestellt, jedoch folgte wenige Jahre später ein Rekonstruktionsprojekt für die nunmehr Kulturpark Rasenmühleninsel genannten Flächen. In den 1970er Jahren entstanden das Glashaus, eine Kegelbahn und eine Minigolf-Anlage.[13] Auch wurden der Sportplatzsteg mit Entlastungsbrücke durch eine breite Betonbrücke ersetzt. In den 1970er Jahren wurde der Weg zwischen Ernst-Abbe-Sportfeld und Tierbrunnen als Zufahrt zum neuen Zirkusplatz asphaltiert und von 1988 bis 1990 zur autofreien Fahrradverbindung zwischen der Innenstadt und Lobeda erweitert.[14] Im Übrigen war der Volkspark in den 1980er Jahren abgewirtschaftet und nur noch wenig genutzt: Die Brunnen waren durch Vandalismus beschädigt und außer Betrieb, auf den Wiesenflächen östlich der Saale wurde mit Großmaschinen Heu gewonnen. Der Bau des Paradieswehres als Ersatz für das Eisrechenwehr hatte darüber hinaus die für Wassersport durchgehend nutzbare Strecke der Saale deutlich beschnitten.
Vom Ende der DDR bis heute
Ab 1990 belebte sich der Volkspark dank stark gestiegener Studentenzahl in Jena und der Zulassung des Radfahrens im Paradies schnell wieder. Jedoch gab es auch mehrere stark umstrittene Anläufe zur Verkleinerung oder teilweisen Aufgabe des Parks. So sollten die noch freien Flächen östlich der Saale als Bauland ausgewiesen werden, da sie seit dem Bau der Saaletalsperren als hochwasserfrei galten. Im April 1994 und seitdem noch mehrmals wurden sie jedoch fast komplett überschwemmt.[15] Die weitgehend umweltverträglich geplante Straßenbahn am Ostrand der Oberaue (Inbetriebnahme 1997) wurde von Umweltverbänden kategorisch abgelehnt; als Ausgleich wurde der Auwaldrest „In der Grunzke“ östlich des Ernst-Abbe-Sportfeldes 1995 unter Schutz gestellt. Um 2000 wurde geprüft, ob der Bau zweier Autostraßen durch das Gebiet (vom Burgauer Weg durch das Paradies zur Paradiesbrücke und vom Puschkinplatz zum Jenertal) die Knebel- und Kahlaische Straße entlasten kann; schlechte Umweltbilanz und hoher Aufwand hätten jedoch in keinem Verhältnis zum Nutzen dieser Vorhaben gestanden.[16] Unmittelbar darauf wurde der Park unter Schutz gestellt.
Mit der Verlegung des Eisenbahn-Haltepunktes Jena Paradies zur Knebelstraße erhielt der Volkspark ab 2006 einen attraktiveren Zugang von der Innenstadt her, musste jedoch kleine Flächen als Verkehrsflächen abgeben. In den 1990er Jahren wurden an den beiden Saalewehren Wasserkraftanlagen installiert; die Anlage am Paradieswehr wurde im Frühjahr 2000 in Betrieb genommen.
Im Jahr 2008 erarbeitete die Stadtverwaltung ein umfangreiches Konzept zur Aufwertung des Volksparks und bewarb sich damit für die Ausrichtung der Thüringer Landesgartenschau 2013[17], wurde aber nicht berücksichtigt. Die im Konzept geplanten Maßnahmen werden über einen längeren Zeitraum dennoch umgesetzt.
Die Gesamtanlage
Der Volkspark Oberaue
Der Park wird im Osten von der Stadtrodaer Straße (Schnellstraße zwischen Stadtzentrum und Autobahn und den Stadtteilen Lobeda, Neulobeda und Burgau) begrenzt. Östlich dieser Straße stehen Gebäude des Instituts für Sportwissenschaften der FSU Jena und des Gutsmuths-Sportgymnasiums Jena (Schule, Internat, Sporthalle) sowie ein Tagungshotel.
Im Zentrum und Süden des Parks existieren zahlreiche Sportanlagen, insbesondere das Ernst-Abbe-Sportfeld, das Sportzentrum Oberaue und der Schleichersee, ein als Freibad angelegter künstlicher See. Noch weiter südlich schließen sich Kleingärten an.
Oberhalb des Rasenmühlenwehrs auf beiden Seiten der Saale haben mehrere Wassersportvereine ihr Domizil. An den Wehren befinden sich Kanu-Anlegestellen und Umtragemöglichkeiten. Weiterhin verlaufen der Saaleradweg, der Radfernweg Thüringer Städtekette und der Thüringer Mühlenradweg auf gleicher Streckenführung durch die Oberaue. Die Wege durch die Oberaue sind darüber hinaus wichtige Verbindungen für den innerstädtischen Radverkehr zwischen dem Stadtzentrum und den südlichen Jenaer Stadtteilen. Für Laufsportler sind Rundstrecken über 3,4, 5,0 und 8,1 Kilometer markiert[18]; die 8,1-km-Strecke führt um die gesamte Oberaue bis nahe an die Stadtteile Burgau und Lobeda.
Im Nordosten des Parks gibt es einen beliebten Treffpunkt um einen historischen Brunnen mit Tierfiguren (Robbe, Schildkröte, Schnecke, Frosch, Bär und Vogel). Dieser wurde in den 1970er Jahren durch Vandalismus zerstört und 2005 rekonstruiert. 2013 wurden auch die neuen Tier-Skulpturen teilweise beschädigt[19] und sie wurden bis zum Frühling 2013 erneut repariert. Weiterhin befinden sich der 1957 von Ernst Kleinteich gestaltete Froschkönig-Brunnen[20] und das Denkmal von Curt Unckel in diesem Park.
Im Südwesten des Parks wurde 2012 eine moderne Brücke über die Saale zur Südvorstadt gebaut sowie eine historische Gaststätte mit Biergarten rekonstruiert und wiedereröffnet.
Eine am 1. April 2016 in lokalen Jenaer Medien vorgestellte Absicht, in unmittelbarer Nachbarschaft zum „Tierbrunnen“ einen Tierfriedhof einzurichten[21], darf als Aprilscherz gelten. Das dafür nötige hydrologische Gutachten wäre in jedem Fall negativ ausgegangen, da die Umgebung des Brunnens beim Saalehochwasser 2013 vollständig überschwemmt war.
Das Paradies
Das eigentliche Paradies stellt den kleinsten Teil der gesamten Anlage dar. Wesentlicher Bestandteil ist eine langgestreckte Wiese, auf der sich seit April 2012 die drei Marmorskulpturen Atropos, Klotho und Lachesis befinden.
Im Westen und Norden begrenzen Bahngleise den Park. Im Südwesten steht das ehemalige Bahnhofsgebäude, das bis 2005 als Bahnhof genutzt wurde und seither eine Spielothek und eine Gaststätte enthält. Im Norden befindet sich der neue zentrale Bahnhof Jena Paradies, der mit moderner Architektur städtebaulich das Stadtzentrum mit dem Volkspark verbindet. Vom Bahnhof kommt man über eine der beiden Brücken über die Saale zum Tierbrunnen oder zur Stadtrodaer Straße. Im Westen säumen große Bäume die Saale. Ein 2010 errichteter Balkon ermöglicht einen ungestörten Blick auf die sonst etwas versteckte Saale. Im Süden bildet der Zufluss der Leutra die Grenze zur Rasenmühleninsel, wo sich eine kleine Strandbar befindet.
Die Rasenmühleninsel
Der Mittelpunkt der Rasenmühleninsel ist eine rechteckige, etwa 300 mal 100 Meter große Festwiese. Um diese herum befinden sich Sport-, Kultur- und Bildungseinrichtungen, die seit 2010 renoviert wurden bzw. neu entstanden sind:
- Das Paradies-Café wurde saniert und neu eröffnet (2014–2015).
- Ein großer Kinderspielplatz wurde vollständig erneuert (2014).
- Die Minigolfanlage wurde durch eine Slackline-Anlage ersetzt (2014).
- Die denkmalgeschützte Kegelbahn wurde mit Sitzgelegenheiten und Tischen überbaut und die Überdachung saniert.
- Der versumpfte Seerosenteich wurde 2013 ausgebaggert.
- Das seit 2002 unter Denkmalschutz stehende Glashaus im Paradies (geplant 1974, gebaut 1978) wurde saniert (ab 2010).
- Der Skatepark wurde neu errichtet (2012).
- Eine Toilettenanlage wurde errichtet (2012).
- Die durch Brand zerstörten Gebäude des Stadtbaubetriebes wurden 2012 beräumt. An gleicher Stelle entstand 2013 die Freie Gesamtschule UniverSaale sowie ein kleines Hotel. Ein ehemaliger wilder Parkplatz direkt an der Festwiese wurde als Boule-Platz umgestaltet und durch Parkmöglichkeiten vor der Schule ersetzt.
Seit den 1990er Jahren wird das Gelände bei sommerlicher Witterung vor allem von Studenten als Liegewiese, Grillplatz, Treffpunkt oder für Freizeitsport genutzt. Größere öffentliche Veranstaltungen finden dort nur noch selten statt.
Landschafts- und Naturschutz
Die gesamte Oberaue wurde bereits am 27. März 1939 als erstes Jenaer Landschaftsschutzgebiet (LSG) ausgewiesen und ging 1972 im großen LSG des Mittleren Saaletals von Kahla bis Camburg (das Stadtgebiet Jena wird ausgespart) auf.[22] Südlich des Volksparks ist ein Teil der ursprünglichen Auwälder mit Feuchtbiotopen erhalten geblieben, der jedoch durch den Bau von Verkehrswegen (Stadtrodaer Straße 1968, Straßenbahnstrecke 1996) und Sportanlagen (1980er Jahre) geteilt und verkleinert wurde. Heute bestehen dort die Geschützten Landschaftsbestandteile Sachsensümpfe (erstmalige Unterschutzstellung 1963), Bornwiesen (1990)[22.1] und Grunzke (1995)[23]; siehe Liste. Alle drei Gebiete grenzen unmittelbar an intensiv genutzte Verkehrswege und Sportanlagen und wurden in den 1990er Jahren eingezäunt, um das Ablagern von Müll und Entnehmen von Lebewesen zu verhindern. Die Wiesen und Baumbestände im Volkspark selbst beherbergen ebenfalls geschützte Vogel- und Insektenarten, was besondere Vorkehrungen bei der Baum- und Grünflächenpflege erfordert. Hierzu zählen beispielsweise die Hellen und Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulinge (Phengaris teleius und Phengaris nausithous), zwei hoch spezialisierte Schmetterlingsarten.
Kulturelle Veranstaltungen
Die große Wiese der Rasenmühleninsel wurde in den 1930er und 1950er/60er Jahren für die jährlichen Paradiesfeste (mehrtägige Volksfeste, später als Zeiss-Fest bezeichnet) genutzt. In den 1960er Jahren war eine stationäre Groß-Leinwand für Kinoabende (Sommerfilmtage) installiert. Nach der Wende fanden Freiluftkonzerte mit Auftritten der deutschen Musiker Udo Lindenberg (5. September 1990), Peter Maffay (20. Mai 1992) und der irischen Folkloregruppe Kelly Family (28. Mai 1995) statt. Heute (Stand 2025) beschränkt sich die organisierte Nutzung in der Regel auf eintägige Veranstaltungen (Jenaer Vereinsfest, heute Ein Tag im Paradies).
Als weiterer Veranstaltungsort etablierte sich in den 1970er Jahren die Wiese zwischen Tierbrunnen und Stadtrodaer Straße. Zunächst fanden dort Zirkus-Vorstellungen statt, 2007 eine Gegendemonstration zum Fest der Völker[24] und am 2. Dezember 2011 ein Benefizkonzert mit dem Titel Rock 'n' Roll-Arena Jena – Für die bunte Republik Deutschland als Zeichen des Protests gegen Rechtsextremismus. Jena war zuvor durch den nationalsozialistischen Untergrund negativ in die Schlagzeilen geraten. Die Schirmherren, Jenas Oberbürgermeister Albrecht Schröter, Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht, der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel und Jürgen Trittin, Vorsitzender der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, konnten etwa 50.000 Besucher begrüßen. Künstler waren Udo Lindenberg, Julia Neigel, Toni Krahl, Clueso, die Band Silly und Peter Maffay.[25]
Weblinks
- Geschichte der Rasenmühle auf viaregia.org
- Sachsensümpfe auf viaregia.org ( vom 6. Oktober 2014 im Internet Archive)
Einzelnachweise
- ↑ ermittelt mit Flächenmess-Tool im Thüringen Viewer. Abgerufen am 29. September 2025.
- ↑ siehe ALKIS-Informationen (Angaben zur Lage) im Thüringen Viewer. Abgerufen am 2. Oktober 2025.
- ↑ Lageplan von 1857: Städtische Museen Jena: Das Paradies. Abgerufen am 13. Oktober 2025.
- ↑ Plan der Stadt Jena und ihrer nächsten Umgebung, bearbeitet von Ernst Piltz, Verlag der Frommannschen Hofbuchhandlung (E. Klostermann), Jena, 1910, Fünfte verbesserte Auflage
- ↑ Jonathan Carl Zenker: Historisch-topographisches Taschenbuch von Jena und seiner Umgebung besonders in naturwissenschaftlicher u. medicinischer Beziehung. Mit dem Plane von Jena und einem geognostischen Profile. Frommann, Jena 1836, S. 24.
- ↑ W. Lösch, R. Petzold, F. Reinhold, S. Wiegand: Jenaer Straßen und Gassen. Fremdenverkehrsamt der Stadt Jena, Jena, 1991. ISBN 3-910054-21-8, S. 89
- ↑ Birgitt Hellmann, Evelyn Halm, Margitta Ballhorn: Jena – Reihe Archivbilder. Sutton Verlag, Erfurt, 1998. ISBN 3-89702-052-1, S. 120
- ↑ S. 126
- ↑ Heinz Voigt: Kneipengeschichten aus Jena: Tingeltangel im Jenaer Paradies. Abgerufen am 15. Mai 2018.
- ↑ J. H. Schultze: Jena – Werden, Wachstum und Entwicklungsmöglichkeiten der Universitäts- und Industriestadt. VEB Gustav Fischer Verlag, Jena 1955, S. 105.
- ↑ Foto in: Henschel/Möller: Saalestadt Jena. VEB F. A. Brockhaus Verlag, Leipzig, 1964, S. 129
- ↑ Lage ersichtlich in: Bergner: JENA. Bewegte Zeiten – Die 50er und 60er Jahre. Wartberg Verlag, Gudensberg-Gleichen, 1996, ISBN 3-86134-346-0, S. 71
- ↑ Dana Kurz: Adern von Jena: Lageplan. Abgerufen am 19. Mai 2018.
- ↑ GLASHAUS im Paradies e. V.: Glashaus im Paradies: Bauliche und geschichtliche Entwicklung des Glashauses. Abgerufen am 19. Mai 2018.
- ↑ Entwicklungskonzeption Fahrradverkehr Jena, Stadtverwaltung Jena, Dezernat Wirtschaft und Verkehr, April 1991, S. 9
- ↑ Karte im Umweltbericht der Stadt Jena 1997, Umwelt- und Naturschutzamt Jena, April 1997, S. 90/91
- ↑ Endbericht zum Verkehrsentwicklungsplan Jena 2002, Stadt Jena, Verkehrsplanungs- und Tiefbauamt, Januar 2003, S. 116/117
- ↑ Saaleparadies. Machbarkeitsstudie zur Durchführung der 3. Thüringer Landesgartenschau 2013 in Jena, Stadt Jena, Dezernat Stadtentwicklung, September 2008
- ↑ Jenaer Laufwege, Streckenbeschreibung. Abgerufen am 8. Juli 2018.
- ↑ Thomas Beier: Vandalismus in der Jenaer Oberaue – Den Tierbrunnen hat es erwischt. Thüringische Landeszeitung, 9. Januar 2013, abgerufen am 21. April 2013.
- ↑ JenaKultur: Froschkönig in der Oberaue wieder ohne Krone. 9. November 2020, abgerufen am 4. Oktober 2022.
- ↑ Waldemar Zwinker: Stadt Jena plant Tierfriedhof in der Oberaue. 1. April 2016, abgerufen am 15. September 2017.
- ↑ Iris Pudenz: Umweltbericht 1992 der Stadt Jena, 4. Band: Landschaftspflege und Naturschutz. Stadt Jena, Dezernat für Umweltschutz und öffentliche Einrichtungen, Jena 1993, S. 200 (76 S.).
- ↑ S. 245 bis 248
- ↑ Umweltbericht der Stadt Jena 1997, Umwelt- und Naturschutzamt Jena, April 1997, S. 22 und 24
- ↑ Holger Kulick, Madeleine Warsitz: Aktiv gegen Rechts Jenas beinah gelungene Blockade gegen „Nazis im Zoo“. Abgerufen am 16. Oktober 2025.
- ↑ Konzert in Jena: 50.000 rocken gegen Rechts. Spiegel Online, 3. Dezember 2011, abgerufen am 21. April 2013.
Koordinaten: 50° 55′ 20″ N, 11° 35′ 10″ O