Volkratshofen

Volkratshofen
Stadt Memmingen
Koordinaten: 47° 57′ N, 10° 7′ O
Höhe: 610 m ü. NHN
Fläche: 12,91 km²
Einwohner: 1361 (31. Dez. 2023)[Ohne Beleg]Vorlage:Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland/Wartung/NoEinwQuelle
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 87700
Vorwahl: 08331
Lage von Volkratshofen in Memmingen

Volkratshofen ist ein Gemeindeteil der Stadt Memmingen in Bayern und eine Gemarkung.

Bis April 1978 bestand die Gemeinde Volkratshofen.

Lage

Das oberschwäbische Pfarrdorf liegt etwa sechs Kilometer südwestlich der Stadtmitte von Memmingen am Fuße des sogenannten Hitzendorfer Feldes unmittelbar an der Bundesautobahn 96 an der Grenze zu Baden-Württemberg.

Geschichte

Zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde der Ort 1168 als Pfarrei, die zu Memmingen gehörte. Um 1250 gehörte Volkratshofen zum Kloster Weingarten. 1340 war es im Besitz des Wilhelm Matz von Ravensburg, der es an die Truchsesse von Waldburg verkaufte. 1346 erwarb es der Memminger Patrizier Marquard Ammann. Später ging der Ort in den Besitz des Klosters Rot an der Rot über. Um 1400 wurde es für insgesamt 355 Pfund Heller an das Unterhospital in Memmingen verkauft. Durch diese Zugehörigkeit zu Memmingen nahm das Dorf in der Reformationszeit auch das evangelische Bekenntnis an. 1551 wurde urkundlich der erste Bürger Fertofens „Bartholomäus Diepolder“ erwähnt. Nach ihm ist in Memmingen die Diepolderstraße benannt.[1] Nach dem Dreißigjährigen Krieg vergrößerte sich Volkratshofen durch viele Neusiedler aus der Schweiz und Tirol.

Gemeinde Volkratshofen
Die Gemeinde Volkratshofen, in die am 1. April 1971 die Gemeinde Ferthofen eingegliedert wurde[2], wurde am 1. Mai 1978 im Zuge der Gemeindegebietsreform nach Memmingen eingemeindet.[3] Bis zur Eingemeindung von Ferthofen bestand die Gemeinde aus den Orten Volkratshofen, Brunnen, Hitzenhofen, Illerfeld und Priemen,[4] 1971 kamen Ferthofen und Illerfeld dazu.[5] Das führte zu zwei gleichnamigen Gemeindeteilen Illerfeld in der Gemeinde Volkratshofen, die später nach Memmingen umgegliedert wurden.[6]

Kirche

Die Kirche in Volkratshofen ist durch die historischen Beziehungen zum Memminger Kreuzherrenkloster ein Simultaneum. Die alte Stephanskirche wurde 1817 neu erbaut. Sie beherbergt einige historische Kostbarkeiten wie einen Altar von Dominikus Zimmermann von 1713 und wertvolle Gemälde von Elias Friedrich Küchlin und der Künstlerfamilie Sichelbein. Zudem gibt es ein Sühnekreuz von 1458 und mehrere vorgeschichtliche Gräber aus der Hallstattzeit zu besichtigen.

Bei den Friedhöfen handelt es sich um kirchliche Einrichtungen.

Veranstaltungen

Die meisten Veranstaltungen des Dorfes finden in der Festhalle am westlichen Ortsrand statt. Seit 2007 gibt es einen Dorfplatz am Feuerwehrhaus. Über einen Neubau bzw. eine Erweiterung der Festhalle/Turnhalle wird nachgedacht.

Vereine

Der Ortsteil hat eine Vielzahl an Vereinen, wie die SG Volkratshofen, einen Musikverein, die Gartenbaufreunde Volkratshofen, die Evangelische Landjugend und einen CVJM.

Söhne und Töchter des Ortes

Commons: Volkratshofen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Diepolderstraße (Memento des Originals vom 11. März 2008 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.memmingen.de, Straßenverzeichnis der Stadt Memmingen.
  2. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 521.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 764.
  4. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 993 (Digitalisat).
  5. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 221 (Digitalisat).
  6. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 366 (Digitalisat).