Vohwinkeler Flohmarkt

Der Vohwinkeler Flohmarkt fand zwischen 1971 und 2019 am letzten September-Sonntag unter der Wuppertaler Schwebebahn im Stadtteil Vohwinkel statt.

Alljährlich wurde der Vohwinkeler Flohmarkt von vielen tausend Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet besucht. 1985 sollen 450.000 Menschen gekommen sein, in anderen Jahren sogar bis zu 500.000.[1]

Geschichte

Der Vohwinkeler Flohmarkt entwickelte sich als Erweiterung des Vohwinkeler Markts zur sogenannten „Wuppertaler Woche“ im Jahre 1971. Mit steigendem Besuch wurde die Veranstaltung 1973 auf die Kaiserstraße ausgeweitet.[2] Aus organisatorischen Gründen sahen sich die Veranstalter schon in den Anfangsjahren des Flohmarktes dazu genötigt, die Aufbauphase zum Flohmarkt schon am Vorabend beginnen zu lassen. Das führte bald dazu, dass der Flohmarkt schon in der Nacht ab 0 Uhr von Tausenden Besuchern als Nachtflohmarkt genutzt wurde.[3]

1980 wurden über 300.000 Besucher gezählt, 1983 erklärte das Guinness-Buch der Rekorde die Veranstaltung zum weltgrößten Eintages-Flohmarkt.[1] In den Anfangsjahren wurde der Flohmarkt überwiegend von der Gemeinschaft der Einzelhändler im Stadtteil organisiert. Schrittweise ging die Organisation auf die Arbeitsgemeinschaft Vohwinkeler Vereine (AGVV) über, die dieses Volksfest in ehrenamtlicher Tätigkeit durchführte.[2]

Die AGVV als Veranstalter dieses „Spektakels“ konnte immer wieder prominente Persönlichkeiten als Schirmherren für die Veranstaltung gewinnen, darunter der Bundespräsident Johannes Rau, der Außenminister Hans-Dietrich Genscher, der Arbeitsminister Norbert Blüm, der damalige Bundestagspräsident Dr. Rainer Barzel, der Botschafter in Israel Rudolf Dreßler, zahlreiche Bundestagsabgeordnete aller Parteien und jeweils die Oberbürgermeister der Stadt Wuppertal.[3]

Nach dem tragischen Unglück bei der Loveparade 2010 wurden die Auflagen für Großveranstaltungen im Allgemeinen und dem Vohwinkeler Flohmarkt im Speziellen überdacht. Kurz nach der Veranstaltung 2011 verkündete der Vorstand der AGVV als verantwortlicher Organisator des Flohmarktes, dass ihm die Verantwortung als ehrenamtlich tätiger Veranstalter zu hoch sei. Laut einer Pressemeldung wurde von einem „Genehmigungs-Chaos“ gesprochen und dass sich die Stadt Wuppertal die Verantwortung über die Veranstaltung an der Arbeitsgemeinschaft abgewälzt hatte.[4] 2012 fiel der Flohmarkt daher komplett aus. Im Mai 2012 gründete sich der Verein „Vohwinkeler Flohmarkt e.V.“[5] der ab 2013 wieder einen Vohwinkeler Flohmarkt veranstaltete.

2019 fiel der Flohmarkt erneut komplett aus, nachdem im Februar 2019 vor dem Wuppertaler Landgericht um eine nicht bezahlte Forderung in Höhe von 8.800 Euro unter anderem für das Aufstellen von Verkehrsschildern gestritten wurde.[6] Weitere Pläne verhinderte die COVID-19-Pandemie.[7]

Trivia

In den Jahren 1971, 1974, 1980, 1981 und 1982 richtete die Deutsche Bundespost Sonderpostämter mit Sonderstempeln zum Vohwinkeler Flohmarkt ein.[2][3]

Commons: Vohwinkeler Flohmarkt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Eike Birkmeier: Wuppertal: Wie aus einer Idee eine Rekord-Veranstaltung wurde. In: Westdeutsche Zeitung. 17. August 2019, abgerufen am 12. November 2025.
  2. a b c Gert Kraatz: 10 Jahre Flohmarkt : 1,5 Millionen Besucher - vom Gemüsemarkt zu „Speakers Corner“. In: AGVV. 1980, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 13. Mai 2008; abgerufen am 12. November 2025.
  3. a b c Der Vohwinkeler Flohmarkt. In: AGVV. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 16. August 2014; abgerufen am 12. November 2025.
  4. Nach Genehmigungs-Chaos droht dem Flohmarkt das Aus Westdeutsche Zeitung vom 28. September 2011
  5. Gründung Vohwinkeler Flohmarkt e.V. Westdeutsche Zeitung vom 12. Juni 2012
  6. Der Flohmarkt-Flop Wuppertaler Rundschau vom 12. August 2019
  7. Wer schafft eine Zukunft für den Flohmarkt? In: Westdeutsche Zeitung. 24. September 2024, abgerufen am 12. November 2025.