Viridit

Viridit (im englischen Sprachraum auch als Chlorophaeite bezeichnet) ist in der Petrologie die Bezeichnung für eine Gruppe von Mineralen, die im Rahmen einer hydrothermalen Alteration in Gesteinen gebildet werden und dort im mikroskopischen Bild als mikrokristalline, grünlich gefärbte Sekundärprodukte in Erscheinung treten.[1] Der Begriff bezeichnet somit kein spezielles Mineral.

Die Bezeichnung geht auf den deutschen Petrologen Hermann Vogelsang zurück.[2]

Bestandteile

Als Bestandteile von Viridit können sowohl Minerale der Chloritgruppe wie Diabantit, Pyknochlorit und Delessit, aber auch weitere eisen- und magnesiumhaltige Phyllosilikate wie Seladonit, Antigorit, Biotit, und ferner auch Hornblende eine Rolle spielen. Daneben werden auch Smektit, eisenhaltiger Talk, Goethit und Quarz als Bestandteile aufgeführt.[3] Im Rahmen der petrographischen Mikroskopie lassen sich diese Minerale nur selten voneinander unterscheiden, und es ist nicht möglich, das optische Verhalten von Viridit allgemeingültig zu beschreiben.

Vorkommen

Viridit tritt als Alterationsprodukt in magmatischen, besonders häufig in vulkanischen Gesteinen auf. Mit Zunahme des geologischen Alters der Gesteine steigt die Wahrscheinlichkeit seines Auftretens, die sich dann auch äußerlich in einer „Vergrünung“ dieser Gesteine bemerkbar macht. Zugleich ist ein gewisser Eisen- und Magnesiumgehalt der Gesteine für die Bildung von Viridit erforderlich, wie er beispielsweise durch die Anwesenheit des Primärminerals Olivin bereitgestellt werden kann.

Einzelnachweise

  1. Walter Ehrenreich Tröger, Optische Bestimmung der gesteinsbildenden Minerale. Band 2, Schweizerbart, Stuttgart, 1969, S. 597
  2. S. I. Tomkeieff, Dictionary of Petrology. John Wiley & Sons, Chichester, 1983, S. 595
  3. Hans Pichler, Cornelia Schmitt-Riegraf, Gesteinsbildende Minerale im Dünnschliff. Enke, Stuttgart, 1993, S. 83