Vipstanus Messalla
Vipstanus Messalla war ein römischer Redner und Militär des 1. Jahrhunderts n. Chr.
Vipstanus Messalla wurde nach 45 geboren, was aus der von Tacitus überlieferten Information zu schließen ist, dass er im Jahr 70 noch nicht das senatorische Alter erreicht hatte.[1] Er stammte aus vornehmer Familie[2] und war vermutlich der Sohn des Lucius Vipstanus Poplicola oder möglicherweise des Messalla Vipstanus Gallus. Seine Großmutter entstammte dem angesehenen Geschlecht der Valerier, worauf sein Cognomen Messalla hinweist. Er war der Bruder des Marcus Aquilius Regulus,[3] allerdings von einem anderen Vater; die Mutter, deren Name unbekannt ist, muss daher zweimal verheiratet gewesen sein. Vipstanus war der jüngere der Brüder, denn Aquilius Regulus war bereits im Jahr 70 Quästor. Möglicherweise war Vipstanus selbst der Vater des Konsuls von 115, Lucius Vipstanus Messalla.
Im Jahr 69 diente er als Militärtribun mit breitem Purpurstreifen (tribunus militum laticlavius) bei der Legio VII Claudia, die nach Moesia marschierte.[4] Als im Bürgerkrieg des Vierkaiserjahrs der Legat Lucius Tettius Iulianus vertrieben wurde, übernahm er vorübergehend das Kommando über die Legion.[5] Er zählte zu den führenden Offizieren der flavischen Partei im Krieg gegen die Vitellianer und nahm an der Zweiten Schlacht von Bedriacum teil.[6] Nach ihm führte Decimus Plotius Grypus die Legion. Tacitus hebt hervor, dass er als Einziger in diesem Krieg die „schönen Künste“ mitbrachte und sich nur ehrenhaften Zielen verschrieb.[7] Später verfasste er eine Darstellung dieses Krieges.[8] Als im Jahr 70 sein Bruder Aquilius Regulus im Senat angeklagt wurde, wagte Vipstanus – obwohl noch unter dem senatorischen Alter – eine Fürsprache für ihn.[9] An diesem Tag erwarb er sich großen Ruhm durch Frömmigkeit und Redekunst.[10]
Neben Marcus Aper, Iulius Secundus und Curiatius Maternus lässt Tacitus ihn im Dialogus de oratoribus auftreten,[11] den er um das Jahr 75 angesiedelt darstellt. Damit reiht er sich unter die redegewandtesten Männer seiner Zeit ein.[12] Im Dialog preist er die alten Redner[13] und ahmt das Schönste der Antike nach.[14]
Literatur
- Prosopographia Imperii Romani (PIR) ² (2015) V 691.
Einzelnachweise
- ↑ Tacitus, Historien 4,42,1.
- ↑ Tacitus, Historien 3,9,3.
- ↑ Tacitus, Historien 4,42,1; vgl. Dialogus 15,1.
- ↑ Tacitus, Historien 3,9,3.
- ↑ Tacitus, Historien 3,9,3.
- ↑ Tacitus, Historien 3,9,3; 11,3; 18,2.
- ↑ Tacitus, Historien 3,9,3.
- ↑ Tacitus. Historien 3,25,1; 28,1.
- ↑ Tacitus, Historien 4,42,1 ff.
- ↑ Tacitus, Historien 4,42,1.
- ↑ Tacitus, Dialogus 14,1 ff.
- ↑ Tacitus, Dialogus 1,2; vgl. 15,1.
- ↑ Tacitus, Dialogus 14,2–16,2; 25,1–32,7; 33,4–35,5.
- ↑ Tacitus, Dialogus 23,6.