Violet Aitken

Marion Violet Aitken (* 21. Januar 1886 in Bedford, Bedfordshire; † November 1987 in Hertfordshire) war eine englisch-britische Suffragette und Journalistin.

Leben

Aitken war die Tochter von William Hay McDowell Aitken, der später Kanoniker an der Kathedrale von Norwich wurde. Sie hatte eine Schwester, Rose, die sich der Theosophie zuwandte.[1]

Aitken wurde in der Frauenwahlrechtsbewegung aktiv, trat der militanten Women’s Social and Political Union (WSPU) bei und wurde Redakteurin der Wochenzeitschrift The Suffragette, die Votes for Woman 1912 als offizielles Organ der WSPU ablöste.

Im November 1911 hielt sie bei einer WSPU-Demonstration die Zügel eines Polizeipferdes, wurde daraufhin verhaftet und ins Holloway Prison gebracht.[2]

Am 1. März 1912 wurde sie zusammen mit Clara Giveen verhaftet und für vier Monate inhaftiert, weil sie Fenster im Jay's Store in der Regent Street eingeschlagen hatte.[3]

Im Juni 1912 wurde sie aus dem Winson Green Prison in Birmingham entlassen, wohin sie wegen Überfüllung der Gefängnisse verlegt worden war, nahe dem Ende ihrer viermonatigen Haftstrafe, während der sie nach einem Hungerstreik zwangsweise ernährt wurde.[4][5]

Aitken erhielt von der WSPU die sogenannte „Hungerstreik-Medaille“ For Valour.[6] Sie ist in der sogenannten Roll of Honour of Suffragette Prisoners der Suffragette Fellowship aufgeführt.[7]

Ihre Eltern litten unter ihrer Beteiligung an gewaltsamen Protesten, wie der Vater in seinem Tagebuch schrieb,[1] obwohl er später anerkannte, dass die Forderungen der Frauen nach dem Wahlrecht „letztlich nur ein Akt der Gerechtigkeit“ seien.[4] Aitken selbst hatte erwogen, ihre redaktionelle Tätigkeit bei The Suffragette aufzugeben und eine literarische Laufbahn einzuschlagen, nahm diese Entscheidung jedoch nach dem Tod von Emily Davison beim Epsom Derby zurück.[4] Das Tagebuch des Vaters legt nahe, dass Aitken bei Kriegsbeginn dem Stillhalteabkommen zusammen mit einer Amnestie für die verurteilten Suffragetten zugunsten der Kriegsanstrengungen, das die WSPU mit der Regierung abgeschlossen hatte, folgte.[1]

Aitken starb im Alter von 101 Jahren in Hertfordshire.[1]

Eine während ihrer Zet bei der WSPU entstandene Fotografie von Aitken findet sich in der Sammlung des Museum of London.[8] Ihre Unterschrift war Teil einer Sammlung, die 2012 versteigert wurde.[5]

Einzelnachweise

  1. a b c d (Marian) Violet Aitken, 1886–1987. Norfolk Women in History, 2013, archiviert vom Original am 6. Juni 2013; abgerufen am 20. Dezember 2025.
  2. Suffragettes: Amnesty of August 1914: index of people arrested, 1906-1914. In: HO 45/24665. The National Archives, abgerufen am 20. Dezember 2025.
  3. Ref HS8 - Clara Giveen's Holloway Brooch. Rowan & Rowan, archiviert vom Original am 11. April 2019; abgerufen am 3. Januar 2025.
  4. a b c Diane Atkinson: Rise up, women! : the remarkable lives of the suffragettes. Bloomsbury, London 2018, ISBN 978-1-4088-4404-5, S. 327, 415.
  5. a b Elizabeth Crawford: Suffragette Autograph Album To Be Auctioned: Save It For The Nation – And Future Researchers. In: Woman and her Sphere. Privater Blog, 8. Dezember 2012, abgerufen am 21. Dezember 2025.
  6. Elizabeth Crawford: The Women's Suffrage Movement: A Reference Guide 1866–1928. Routledge, London 2003, ISBN 0-7484-0379-5, S. 327.
  7. Suffragette Fellowship: Roll of Honour of Suffragette Prisoners 1905-1914. In: London University: London School of Economics, The Women's Library, Papers of Annie Lacon. The National Archives, 1950, abgerufen am 4. Dezember 2024.
  8. Photograph of Suffragette Violet Aitken. Museum of London, abgerufen am 21. Dezember 2025.