Vincenzo Mangiacapre

Vincenzo Mangiacapre
Daten
Geburtsname Vincenzo Mangiacapre
Geburtstag 17. Januar 1989
Geburtsort Marcianise
Nationalität Italien Italienisch
Kampfname(n) Murzett (Matrix)
Gewichtsklasse Halbweltergewicht
Stil Linksauslage
Größe 1,71 m
Kampfstatistik als Profiboxer
Kämpfe 3
Siege 3
K.-o.-Siege 0
Niederlagen 0
Profil in der BoxRec-Datenbank
Medaillenspiegel
Olympische Spiele 0 × 0 × 1 ×
Weltmeisterschaften 0 × 0 × 1 ×
Europaspiele 0 × 1 × 0 ×
Europameisterschaften 0 × 0 × 1 ×
EU-Meisterschaften 1 × 0 × 0 ×
 Olympische Spiele
Bronze 2012 London Halbweltergewicht
 IBA-Weltmeisterschaften
Bronze 2011 Baku Halbweltergewicht
 Europaspiele
Silber 2015 Baku Halbweltergewicht
Europameisterschaften
Bronze 2011 Ankara Halbweltergewicht
EU-Meisterschaften
Gold 2014 Sofia Halbweltergewicht

Vincenzo Mangiacapre (* 17. Januar 1989 in Marcianise[1]) ist ein ehemaliger italienischer Boxer. Er war unter anderem im Halbweltergewicht Bronzemedaillengewinner der Olympischen Sommerspiele 2012 in London und im Weltergewicht auch Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro (Platz 9).

Karriere

Mangiacapre begann im Alter von neun Jahren im Club Excelsior von Marcianise mit dem Boxsport und wurde dort von Domenico Brillantino trainiert.[2] Sein erster großer Wettkampf war die Europameisterschaft 2010 in Moskau, wo er erst im Viertelfinale gegen den Ungar Gyula Káté ausschied.[3] Bei der folgenden Europameisterschaft 2011 in Ankara gewann er dann bereits eine Bronzemedaille im Halbweltergewicht, nachdem er aufgrund einer Verletzung der Bizepssehne nicht zu seinem Halbfinalkampf gegen den Engländer Thomas Stalker antreten konnte, wodurch dieser kampflos in das Finale einzog (Walkover).[4][5] Bei der Weltmeisterschaft 2011 in Baku gewann er dann ebenfalls eine Bronzemedaille im Halbweltergewicht, als er unter anderem nach Siegen gegen den Mexikaner Juan Pablo Romero, den Tschechen Zdeněk Chládek und den Mongolen Urantschimegiin Mönch-Erdene, im Halbfinale gegen den Brasilianer Éverton Lopes unterlag.[6] Im Dezember 2011 wechselte er zu Fiamme Azzurre, der Sportabteilung der Strafvollzugspolizei Polizia Penitenziaria.[7]

Durch seinen vorangegangenen WM-Erfolg war er für die Olympischen Spiele 2012 in London qualifiziert und startete ebenfalls im Halbweltergewicht; durch Siege gegen Gyula Káté, dem er bei der EM 2010 noch unterlegen war, sowie gegen den Kasachen Danijar Jeleussinow, der die asiatische Olympiaqualifikation gewonnen hatte, zog er in das Halbfinale ein, wo er gegen den Kubaner Roniel Iglesias, Gewinner der amerikanischen Olympiaqualifikation, mit einer Bronzemedaille ausschied.[8]

Bei den Mittelmeerspielen 2013 in Mersin verlor er in der Vorrunde gegen den Ägypter Eslam Aly[9], bei der Europameisterschaft 2013 in Minsk ebenfalls in der Vorrunde mit 1:2 gegen den Engländer Sam Maxwell[10] und bei der Weltmeisterschaft 2013 in Almaty im Viertelfinale gegen Danijar Jeleussinow.[11] 2014 gewann er im Halbweltergewicht mit Siegen unter anderem gegen Evaldas Petrauskas aus Litauen, Dmitri Galagot aus Moldau und Airin Ismetow aus Bulgarien die EU-Meisterschaft in Sofia.[12]

Bei den Europaspielen 2015 in Baku erreichte nach Siegen gegen den Türken Adem Furkan Avcı, den Franzosen Hassan Amzile und den Deutschen Kastriot Sopa das Finale im Halbweltergewicht, wo er gegen den für Aserbaidschan gestarteten Collazo Sotomayor unterlag.[13] Bei der Weltmeisterschaft 2015 in Doha unterlag er dann im Viertelfinale gegen den Usbeken Fazliddin Gʻoibnazarov.[14]

Mit dem Erreichen des Finales bei der Olympiaqualifikation 2016 in Samsun, wobei er sich im Weltergewicht gegen Balázs Bácskai aus Ungarn, Adem Fetahović aus Bosnien und Vladimir Margaryan aus Armenien durchgesetzt hatte[15], qualifizierte er sich zur Teilnahme an den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro. Er siegte zwar in der Vorrunde gegen den Mexikaner Juan Pablo Romero, konnte jedoch aufgrund eines dabei erlittenen Jochbeinbruchs nicht im anschließenden Achtelfinale gegen den Venezolaner Gabriel Maestre antreten und schied daher kampflos auf einem neunten Platz aus.[16][17]

Bei der Europameisterschaft 2017 in Charkiw unterlag er im Viertelfinale mit 2:3 gegen den Deutschen Abass Baraou[18] und bei der Weltmeisterschaft 2017 in Hamburg noch in der Vorrunde gegen Abylaichan Schüssipow.[19]

Bei den Europaspielen 2019 in Minsk verlor er im Achtelfinale mit 2:3 gegen den Kosovaren Patriot Behrami[20] und bei der Olympiaqualifikation 2020 in London in der Vorrunde gegen Miroslav Kapuler aus Israel.[21] 2021 startete er noch bei der Weltmeisterschaft in Belgrad, wo er ebenfalls in der Vorrunde gegen Baatarsüchiin Tschindsorig aus der Mongolei unterlag.[22]

Darüber hinaus boxte Mangiacapre von 2012 bis 2017 in der World Series of Boxing (WSB), wo er 11 von 14 Kämpfen gewann.[23]

Im Oktober 2021 beendete er seine Karriere.[24]

Weiteres

Nach dem Boxen blieb er dem Sport als Leiter des Jugendsektors von Fiamme Azzurre, Botschafter des italienischen Boxverbandes (FPI) und mit sozialen und pädagogischen Projekten wie „Boxando s’Impara“, das sich auf pädagogisches Boxen an Schulen konzentriert, erhalten.[25]

2022 veröffentlichte er das Buch Senza guardia, dalla strada alle Olimpiadi con la vita in pugno („Ohne Schutz. Von der Straße zu den Olympischen Spielen mit dem Leben in der Hand“).[26]

Einzelnachweise

  1. Vincenzo Mangiacapre - Olympiakomitee Italien
  2. Vincenzo Mangiacapre, la storia del pugile casertano
  3. European Championships 2010
  4. European Championships 2011
  5. Boxe, Europei Elite: Valentino in finale, Mangiacapre si infortuna ma è bronzo
  6. World Championships 2011
  7. Pugilato. Mangiacapre passa nei 'Pro' ed ora punta a Tokyo
  8. Olympic Games 2012
  9. Mediterranean Games 2013
  10. European Championships 2013
  11. World Championships 2013
  12. European Union Championships 2014
  13. European Games 2015
  14. World Championships 2015
  15. Olympic Qualifier 2016
  16. Olympic Games 2016
  17. Gabriel Maestre aseguró su segundo diploma olímpico
  18. European Championships 2017
  19. World Championships 2017
  20. European Games 2019
  21. European Olympic Qualifier 2020
  22. World Championships 2021
  23. Vincenzo Mangiacapre - BoxRec amateur record
  24. Boxe, Vincenzo Mangiacapre si ritira: "È arrivata la mia ora, Matrix chiude col dilettantismo"
  25. PUGILATO: MANGIACAPRE,DALLA STRADA AI GIOCHI BATTENDO IL CRIMINE
  26. “Senza guardia”, Vincenzo Mangiacapre racconta la vita dei pugili al liceo Manzoni