Villigst

Villigst
Stadt Schwerte
Koordinaten: 51° 26′ N, 7° 36′ O
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 58239
Vorwahl: 02304
Haus Villigst

Villigst ist ein Stadtteil der Stadt Schwerte in Nordrhein-Westfalen. Er liegt etwa zwei Kilometer südöstlich der Schwerter Innenstadt und südlich der Ruhr. Villigst grenzt an Ergste und hat rund 3500 Einwohner. Der Ort ist überwiegend von Einfamilienhäusern geprägt.

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung einer Burganlage Vilgeste entstammt dem Jahre 1170.[1] Namentlich wird ein Wernerus de Vilgeste erwähnt. Später um 1214 ein Gerwinus scultetus de Viliste und 1414 bis 1490 ein Diderich van Velgiste. Die Burganlage bestand bis 1819 und musste dem klassizistischen Bau des Adelssitzes Haus Villigst weichen.

Villigst gehörte im Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit zur eigenen Bauerschaft (Velyst) und im Kirchspiel und Amt Schwerte zur Grafschaft Mark. Laut dem Schatzbuch der Grafschaft Mark von 1486 hatten die 13 Steuerpflichtigen in der Bauerschaft zwischen 1 oirt und 6 Goldgulden an Abgabe zu leisten.[2]

Der Ortsname, über Jahrhunderte unterschiedlich geschrieben, erscheint erstmals 1716 im Schwerter Bürgerbuch mit seinem heutigen Namen Villigst. Der Ortsname verweist auf einen landwirtschaftlich intensiv genutzten Kulturraum im Bereich oberhalb der Ruhr.[3]

Seit dem 19. Jahrhundert bildete Villigst eine Landgemeinde im Amt Westhofen des Kreises Hörde im westfälischen Regierungsbezirk Arnsberg. Im Jahr 1885 gab es in der Landgemeinde Villigst auf 330 ha Fläche, davon 106 ha Ackerland, 12 ha Wiesen, 57 ha Holzungen, 4 Wohnplätze, 23 Wohnhäuser mit 34 Haushaltungen und 215 Einwohner.[4]

Am Anfang des Jahres 1946 gab es 973 Einwohner. Seit 1949, besonders in den 1960er Jahren, wurden zahlreiche Neubaugebiete ausgewiesen und bebaut.

Am 1. Januar 1975 wurde Villigst in die Stadt Schwerte eingegliedert.[5] Vorher gehörte Villigst zum Amt Westhofen im Kreis Iserlohn.

Im Jahr 1987 hatte Villigst insgesamt 3318 Einwohner.[6]

Evangelisches Studienwerk

In Haus Villigst hat auch das Evangelische Studienwerk seinen Sitz. Das Evangelische Studienwerk ist das Begabtenförderungswerk der Evangelischen Kirche in Deutschland. Jährlich fördert es etwa 1400 Studierende und Promovierende aller Fächer an Hoch- und Fachhochschulen mit Stipendien und umfangreichen Programmen.

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Einzelnachweise

  1. Willy Timm: Die Ortschaften der Grafschaft Mark in ihren urkundlichen Früherwähnungen und politischen Zuordnung bis zu Gegenwart, Unna 1991, S. 111.
  2. Aloys Meister: Die Grafschaft Mark, Festschrift zum Gedächtnis der 300-jährigen Vereinigung mit Brandenburg-Preußen. 2. Band, Dortmund 1909, S. 55 – Auszug aus dem Schatzbuch der Grafschaft Mark von 1486 (Bauerschaft Villigst).
  3. Birgit Meineke: Die Ortsnamen der Stadt Hamm und des Kreises Unna. in: Westfälisches Ortsnamenbuch (WOB), Band 15, Bielefeld 2021, S. 366–368.
  4. Gemeindelexikon für die Provinz Westfalen, Berlin 1887, S. 84/85, Online-Ausgabe.[1]
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 334 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
  6. Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik (Hrsg.): Bevölkerung und Privathaushalte sowie Gebäude und Wohnungen. Ausgewählte Ergebnisse für Gemeindeteile. Regierungsbezirk Arnsberg. Düsseldorf 1990, S. 282.