Villa Solms (Hannover)
Die Villa Solms in Hannover war eine 1863 von dem Architekten Edwin Oppler erbaute Villa für den preußischen Prinzen Wilhelm zu Solms-Braunfels. Mit dem im Stil der Neugotik aufwändig ausgestalteten Bauwerk einschließlich der Ausstattung sämtlicher Räume und der etwa zeitgleich errichteten Villa Wedel wirkte Oppler „in Deutschland bahnbrechend“: Er zog damit das Interesse „großer, vermögender Kreise“ auf sich[1] und erhielt durch die mit dem Prinzen entstandene Freundschaft Zugang zur Hofgesellschaft im Königreich Hannover.[2]
Baubeschreibung
Der aus hellem Back- und Sandstein errichtete Bau wirkte äußerlich „malerisch mit hohen Dächern, Staffelgiebeln, Thurm, Kapelle“ und Balkons. Die „schöne Durchbildung der Details“ setzte sich in der Villa mit einer reich ausgestalteten Inneneinrichtung fort. Oppler zeigte bereits bei der Erstellung des Grundrisses seine Begabung für die Ausführung klarer und zweckmäßiger Raumverteilungen. Dabei legte er zudem bei der Ausführung großen Wert auf eine Harmonie zwischen dem äußeren Erscheinungsbild mit der inneren Ausstattung und Dekoration der Räumlichkeiten.[1] Der Maler Conrad Beckmann fertigte in den 1880er Jahren einige Gemälde für die Kemenate und das Damenzimmer der Villa.
Am 21. Juni 1894 stürzte ein herrschaftlicher Diener beim Fensterputzen aus einem Fenster im ersten Stock und brach sich einen Arm.[3]
Literatur
- Hannover (Stadt). In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 8: Hainleite–Iriartea. Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig / Wien 1887, S. 139 (retrobibliothek.de, Stadtplan von 1887).
- Theodor Unger: Hannover. Führer durch die Stadt und ihre Bauten. Festschrift zur fünften Generalversammlung des Verbandes Deutscher Architekten-Ingenieurvereine. Hrsg.: Architekten- und Ingenieur-Verein zu Hannover. Curt R. Vincentz Verlag, Hannover 1978, ISBN 3-87870-154-3, S. 30, 140–141 (Textarchiv – Internet Archive – Erstausgabe: Klindworth’s Verlag, 1882, Leseprobe).
- Peter H. Feist: Geschichte Der Deutschen Kunst 1848–1890. E. A. Seemann, Leipzig 1987, S. 94 (Textarchiv – Internet Archive – Leseprobe).
Weblinks
- Villa Solms mit einer Außen- und 8 Innenaufnahmen im Bildindex der Kunst und Architektur
Einzelnachweise
- ↑ a b Theodor Unger: Hannover. Führer durch die Stadt und ihre Bauten. Festschrift zur fünften Generalversammlung des Verbandes Deutscher Architekten-Ingenieurvereine. Hrsg.: Architekten- und Ingenieur-Verein zu Hannover. Curt R. Vincentz Verlag, Hannover 1978, ISBN 3-87870-154-3, S. 30, 140–141 (Textarchiv – Internet Archive – Erstausgabe: Klindworth’s Verlag, 1882, Leseprobe).
- ↑ Saskia Rohde: Im Zeichen der Hannoverschen Architekturschule: Der Architekt Edwin Oppler und seine schlesischen Bauten. In: Hannoversche Geschichtsblätter. Neue Folge Band 54, S. 67 ff., hier: S. 78.
- ↑ Lokalnachrichten. In: Hannoverscher Courier. 21. Juni 1894, S. 5, mittlere Spalte (digitale-sammlungen.gwlb.de PDF).
Koordinaten: 52° 22′ 46,5″ N, 9° 43′ 4,3″ O