Villa Rosental
Die Villa Rosental (früher Villa Lustig) ist ein villenähnliches Gebäude in der Leipziger Nordwestvorstadt. Das Haus mit Garten und Nebengebäude steht unter Denkmalschutz.[1]
Lage
Die Villa Rosental steht auf einem 830 m² großen Grundstück mit der Adresse Humboldtstraße 1/Ecke Rosentalgasse im südöstlichen Teil des Waldstraßenviertels. Von hier bis zum namensgebenden Park sind es weniger als 200 Meter. Bis in die 1950er Jahre verlief zwischen dem Grundstück der Villa und der Rosentalgasse der Pleißemühlgraben. Es ist vorgesehen, den Pleißmühlgraben wieder zu öffnen und ihn im Zoo in die Parthe münden zu lassen.[2]
Beschreibung
Das zweigeschossige Gebäude mit Souterrain und Mezzanin-Geschoss im Stil der Neorenaissance[3] steht auf einer Grundfläche von 22 × 17 Meter und ist direkt an das Nachbarhaus angeschlossen. Die Putzfassade trägt Fugenschnitt sowie an den Ecken und der Eingangsachse eine Eckquaderung. Die Fensterrahmungen mit Bedachung sind reich dekoriert. Unter dem breiten Hauptgesims zum flach geneigten Walmdach bilden zwischen den Fenstern des Mezzanins Sandsteinreliefs mit Festons ein friesartiges Band.
Die Schmalseite des Hauses zum ehemaligen Pleißemühlgraben hat im Erdgeschoss zwei kleine Erker. An der Rückseite führt aus einem schmalen Wintergarten, über dem sich ein Balkon befindet, eine Freitreppe in den Garten. Hier steht ein Nebengebäude von 13 × 7 Meter Grundfläche, das anfangs ein Pferdestall war und 1898 mit einer klassizistisch gestalteten Giebelseite und einer Loggia versehen wurde.[4]
Geschichte
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Villa Lustig (um 1890)
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Erbauungsgrundriss Erdgeschoss
In den Jahren 1872/1873 ließ sich der Leipziger Kaufmann Israel Wilhelm Lustig nach Plänen des Architekten Bruno Grimm ein Wohnhaus errichten, die Villa Lustig. Im Erdgeschoss lagen die Repräsentationsräume, im Obergeschoss die Wohnräume und im Dachgeschoss die Dienstmädchenkammern. Im Souterrain waren die Küche, die Hausmeisterwohnung und eine zentrale Heizungsanlage untergebracht.
Israel Wilhelm Lustig starb 1879, und bis 1896 wurde das Anwesen von seiner Witwe als Eigentümerin bewohnt, teilweise mit Mietern.[5] Unter den späteren Besitzern war Adolf Schroeder, Inhaber der zur Firma Sieler & Vogel gehörenden Papierfabrik in Golzern, an den das „S“ über der Eingangszone erinnert,[3] wo früher die Initialen „JWL“ des Erbauers standen.
Im Zweiten Weltkrieg vor Schäden verschont,[6] wurde die Villa 1946 enteignet, von mehreren Familien bewohnt und später eine Kinder- und Jugendbibliothek eingerichtet. In den 1980er und auch den 1990er Jahren verfiel das Gebäude mehr und mehr. 2000/2001 begann die Sanierung. Nach mehreren Besitzerwechseln wird das Haus von der Firma Villa Rosental bewirtschaftet, wo diese mit einem vielfältigen Freizeitangebot für Privat- und Geschäftskunden, mit einem Veranstaltungsservice, einer Tanzschule, einem Entspannungszentrum, einer Sprachschule und Raumvermietungen aufwartet.[7]
2008 fanden die Dreharbeiten zum Film Lila, Lila unter anderem auch in der Villa Rosental statt.[8]
Literatur
- Villa Rosental. In: Wolfgang Hocquél, Richard Hüttel: Die Villen des Leipziger Bürgertums. Passage Verlag, Leipzig 2024, ISBN 978-3-95415-157-8, S. 18/19.
Weblinks
- Villa Rosental – Historie. In: Website der Villa.
- Villa Humboldtstraße 1 Leipzig. In: architektur-blicklicht.de.
- Villa Rosental. In: Leipzig-Days.
- Villa Rosental. In: MDM Film Commission. (15 Bilder, auch innen, und 360°-Tour).
- Villa Rosental. In: Denkmal-Radar.
Einzelnachweise
- ↑ Eintrag in der Denkmaldatenbank des Landes Sachsen zur Denkmal-ID 09290218 (PDF, inklusive Kartenausschnitt). Abgerufen am 28. Oktober 2025.
- ↑ Pleißemühlgraben kommt bis zum Zoo wieder ans Licht. In: Radio Leipzig. Abgerufen am 28. Oktober 2025.
- ↑ a b Denkmaltext
- ↑ Siehe Abbildungen 3 und 4 in Villa Rosental. In: MDM Film Commission. Abgerufen am 28. Oktober 2025.
- ↑ Leipziger Adressbücher (1885 Umnummerierung des Hauses von Nr. 16 auf Nr. 1 beachten)
- ↑ Siehe dazu Karte in Peter Schwarz: Das tausendjährige Leipzig. Vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. 1. Auflage. Band 3. Pro Leipzig, Leipzig 2015, ISBN 978-3-945027-13-4, S. 192/193.
- ↑ Villa Rosental. Abgerufen am 28. Oktober 2025.
- ↑ Lila, Lila – Dreharbeiten und Produktion. In: IMDb=. Abgerufen am 28. Oktober 2025.
Koordinaten: 51° 20′ 45,6″ N, 12° 22′ 8,6″ O