Villa Günthersburg
Die Villa Günthersburg war ein repräsentatives Wohngebäude in Frankfurt, das sich im heutigen Günthersburgpark, Stadtteil Nordend-Ost, befand.
Geschichte
Auf dem Grundstück befand sich eine römische Villa, die auf das Jahr 110 n. Chr. datiert wird.[1][2] Das Gelände wurde erstmals im Jahr 1189 unter dem Namen Ossenau urkundlich erwähnt und ist unter anderem mit den Familien Familie Glauburg und Bornheim verbunden.[3][3] Der Frankfurter Gastwirt Johann Jacob Günther ließ gegen Ende des 17. Jahrhunderts die Günthersburg, eine kleine Wasserburg mit Graben und Zugbrücke, erbauen[4][5]
Carl Mayer von Rothschild (1788–1855) kaufte das Gelände 1837. Er ließ die Günthersburg abreißen und von Friedrich Rumpf 1845 die Villa Günthersburg errichten, von dem auch das Palais an der Bockenheimer Landstraße 10 im heutigen Rothschildpark stammte.[3][6]
Sein Sohn Mayer Carl von Rothschild ließ auf dem Nachbargrundstück den Luisenhof errichten, der der Versorgung der Günthersburg und der Bewirtschaftung des Acker- und Wiesenlandes und der Obstgärten diente.[7] Er verstarb 1886 ohne Nachkommen. Er vermachte das Gelände der Stadt Frankfurt unter der Bedingung, dass es der Öffentlichkeit als Park zugänglich gemacht, das Palais aber abgerissen werde.[4] Im war der Gedanke nicht erträglich, dass Fremde im Hause lebten. Die Stadt Frankfurt machte den Park am 26. Juni 1892 der Öffentlichkeit zugänglich.[8]
Das Teehaus wurde im Zweiten Weltkrieg durch Bombentreffer vernichtet. Von den Gebäuden ist heute nur noch die 1855 erbaute Orangerie erhalten.
Literatur
- Frank Blecken: Historische Parks in Frankfurt am Main – Günthersburgpark. In: Tom Koenigs (Hrsg.): Stadt-Parks – Urbane Natur in Frankfurt am Main, S. 88 f. Campus Verlag, Frankfurt/New York 1993, ISBN 3-593-34901-9
- Hans Pehl: Als sie einst die Stadt schützten – Frankfurts befestigte Gutshöfe. Verlag Josef Knecht, Frankfurt 1978. ISBN 3-7820-0411-6
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Das Bornheimer Landgut am heutigen Günthersburgpark (um 110 n. Chr.). in Mack, Ernst: Von der Steinzeit zur Stauferstadt, 1994
- ↑ Truppenlager des kaiserlichen Kriegskommissars. Die Günterhersburg. In: Pehl, Hans: Als sie einst die Stadt schützten – Frankfurts befestigte Gutshöfe. 1978
- ↑ a b c Blecken: Historische Parks in Frankfurt am Main in: Stadt-Parks, S. 89
- ↑ a b Pehl – Als sie einst die Stadt schützten, S. 84 ff.: Die Günthersburg
- ↑ Günthersburg. Plan, 1852
- ↑ Reichtum in Schönheit verwandeln – zur Soziologie von Bankiersvillen in Hamburg, Frankfurt und Berlin. 2016
- ↑ Der Luisenhof.
- ↑ Martin Heinzberger, Petra Meyer, Tomas Meyer: Entwicklung der Gärten und Grünflächen in Frankfurt am Main. Kleine Schriften des Historischen Museums Frankfurt am Main Bd. 38. AIG Verlag, Frankfurt 1988, S. 100
Koordinaten: 50° 7′ 49″ N, 8° 42′ 12″ O