Villa Chupin

Villa Chupin

Ort Saint-Brevin-les-Pins
Architekt André Wogenscky
Bauherr Louis und Thérèse Chupin
Baustil Brutalismus
Baujahr 1960
Grundfläche 60 m²
Besonderheiten
Label Patrimoine du XXe siècle

Die Villa Chupin, auch genannt Villa Wogenscky, ist ein Strandhaus in Saint-Brevin-les-Pins im Département Loire-Atlantique, das 1960 nach den Plänen von André Wogenscky erbaut wurde.

Die Villa in der Avenue Guitton-Lainé Nr. 9 befindet sich etwa 500 m entfernt vom Strand. Sie ist seit 2003 als Patrimoine du XXe siècle gelistet[1] und befindet sich in Privatbesitz.

Geschichte

Auftraggeber der Villa war das Unternehmerehepaar Louis und Thérèse Chupin, die Wogenscky durch Vermittlung eines Galeristen kennengelernt hatten. Die Villa wurde in einem Pinienhain nahe der Atlantikküste innerhalb von drei Monaten errichtet.[2] Als Budget stand etwa der gleiche Betrag zur Verfügung (40.000 Fr/m²), mit dem jeweils ein einzelnes Haus in einer von Chupin in Auftrag gegebenen Arbeitersiedlung in Saint-Macaire-en-Mauges finanziert wurde.[2]

Vorgabe der Bauherren war ein Haus mit fünt Schlafzimmern und einem Wohnraum, in dem man mindestens 30 Personen empfangen konnte.[3] Als er Wolgenscky kennenlernte, hatte Chupin bereits einen anderen Architekten mit dem Bau bauftragt und für die Planung bezahlt, löste aber den Vertrag „von heute auf morgen“, nachdem ihm Wogensky eine Bauskizze gezeichnet hatte.[4] 1963 wurde die Innenausstattung des Hauses durch das Künstlerpaar Vera & Pierre Székely umgestaltet und ergänzt. Von Vera Székely stammt z. B. der großformatige Wandteppich, der sich der Biegung in der Rückwand des Wohnraums geschmeidig anpasst.[5]

Architektur

Das Gebäude mit ca. 60 m² Grundfläche[3] hat zwei Stockwerke und ist flach gedeckt. Die Baumaterialien sind Sichtbeton, Glas und Stahl. Das Erdgeschoss besteht aus einem offenen Wohnraum, der zur Meerseite mit einer transparenten, fünfachsigen Fensterwand abgeschlossen wird, und der zu den Straßenseiten mit einer bogenförmigen Mauer umschlossen ist. Aus dem Wohnraum führt eine Wendeltreppe in das Obergeschoss, in dem die fünf Zimmer mit jeweils einer eignen Naßzelle, sowie ein Bad angeordnet sind. Vom Erdgeschoss aus führt ein Korridor in einem Kubus aus Beton mit Küche und Wirtschaftsraum. Abgesehen von der Fensterwand zum Meer gibt es in dem Haus außer einigen wenigen, lukenartigen Öffnungen keine Fenster.

Die fünf Fensterjoche im Obergeschoss sind jeweils horizontal und orthogonal in unterschiedlichen Abständen durch breite Fenstersprossen gegliedert. Wie auch im Untergeschoss „[spielt jedes Fenster] mit den selben Prinzipien – leer und gefüllt – und zeichnet in einem Farbenspiel geometrische Muster, die an die Kompositionen Piet Modrians erinnern“.[6]

Literatur

  • Ignacio Requena-Ruiz: Thermal comfort in twentieth-century architectural heritage: Two houses of Le Corbusier and André Wogenscky, in: Frontiers of Architectural Research. 2016. Bd. 5/2. S. 57–170. DOI:10.1016/j.foar.2016.02.001

Einzelnachweise

  1. Maison dite Villa André Wogenscki POP, Ministère de la culture, abgerufen am 5. Januar 2026
  2. a b Ignacio Requena-Ruiz: Thermal comfort in twentieth-century architectural heritage: Two houses of Le Corbusier and André Wogenscky Scipedia, abgerufen am 5. Januar 2026
  3. a b Une maison de famille débordante de créativité, CôteMaison, abgerufen am 5. Januar 2026
  4. Anne-Élisabeth Bertucci: La villa Chupin, un tableau abstrait dans les pins Ouest-France, 22. August 2016, abgerufen am 5. Januar 2026
  5. André Wogenscky’s Villa Chupin Commune Post, 17. November 2017, abgerufen am 6. Januar 2026
  6. „Chacune des fenêtres joue sur le même principe d’alternance de vides et de pleins et dessine en un jeu de couleurs des cases geometriques qui evoquent les compositions de Piet Mondrian“, zitiert aus: Véronique Mathot: La villa Chupin à Saint-Brevin l’Ocean, in: Mémoires de la société d’histoire et d’archéologie de Bretagne. Band 42. 2019. S. 323.