Viktor Herbrich
Viktor Herbrich, auch Victor Herbrich (* 29. April 1882 in Komotau, Österreich-Ungarn; † 13. Mai 1944 in Komotau, Reichsgau Sudetenland), war ein tschechoslowakischer Politiker (Deutsche sozialdemokratische Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik, DSAP) deutscher Nationalität. Von 1937 bis zur deutschen Besetzung des Sudetenlandes im Oktober 1938 war er Bürgermeister seiner Geburtsstadt Komotau (Chomutov), in der damals über 30.000 Einwohner lebten.
Leben und Wirken
Er besuchte das Kommunal-Ober-Gymnasiums in Komotau und nahm dann eine kaufmännische Ausbildung an der Höheren Handelslehranstalt in Aussig an der Elbe auf und wurde Großkaufmann in Komotau.[1][2] Ferner trat er der DSAP und dem Erzgebirgsvereins in Komotau bei. Nachdem der langjährige Komotauer Bürgermeister Ernst Storch aufgrund seiner Mitgliedschaft in der Deutschen Nationalpartei der Tschechoslowakei 1933 zurücktreten musste, wurde die Verwaltung der Stadt einer Kommission unter Karl Junkmann übertragen und erst 1937 eine Neuwahl des Bürgermeisters in einer Zeit, als sich im Sudetenland die politischen Gegensätze zwischen Deutschen und Tschechen zuspitzten, durchgeführt. Herbrich ging erfolgreich aus dieser Wahl hervor. Er war nur ein Jahr im Amt. In dieser Zeit wurde die Betonbrücke über den Assigbach errichtet und die Schieferstraße neugebaut. Herbich leitete die Geschicke der Stadt in der politisch stark aufgeheizten Zeit vor der Angliederung des Sudetenlandes an das Deutsche Reich infolge des Münchner Abkommens im Oktober 1938 und wurde dann zum Rücktritt gezwungen.
1940 verlor er auch endgültig seinen Posten als Obmannstellvertreter im Verwaltungsrat der Firma Bürgerliches Bräuhaus in Komotau.[3] Er starb im Mai 1944 an einem Herzinfarkt.
Weblinks
- Eintrag in der Ruhmeshalle/Walhalla der Persönlichkeiten auf der Website des Sudetendeutschen Heimatkreises Komotau
- Die Komotauer Bürgermeister von 1800 bis 1945