Victor Heinisch
Victor Heinisch (* 13. September 1866 in Sondershausen; † 12. Februar 1910 in Mödling (Österreich)) war ein deutscher Harfenist, Komponist, Dirigent und Korrepetitor.
Leben
Victor Heinisch, als Sohn eines Forstbeamten geboren, studierte von 1883 bis 1887 Violine, Klavier und Harmonielehre am Konservatorium seiner Heimatstadt.[1] Dann zog es ihn nach Hamburg, wo er ab 1889 Harfenist am Stadttheater war.[2] 1896 war er am Hamburger Volkstheater als I. Kapellmeister engagiert.[3] Ab der Spielzeit 1896/97 war er, anfangs noch unter dem Chefdirigenten Gustav Mahler, am Stadttheater Hamburg als Korrepetitor, ab 1900 auch als Dirigent der Ballettmusik verpflichtet.[4][5][6] Am Stadttheater Hamburg dirigierte er u. a. die Ballette Die Puppenfee von Josef Bayer und Slavische Brautwerbung von Emil Graeb.[7][8] Als sich im Jahr 1900 das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg gründete, wurde Victor Heinisch als Kapellmeister mit der Besetzung des Orchesters betraut.[9] 1902 wurde Victor Heinisch dann von Gustav Mahler als 1. Harfenist an die Hofoper in Wien geholt und wurde im selben Jahr auch Harfenist der Wiener Philharmoniker.
Neben seiner Tätigkeit als Harfenist machte sich Victor Heinisch auch als Komponist einen Namen. 1902 wurde in Hamburg seine Messa Requiem in memoriam König Umberto von Italien aufgeführt. Ein Werk, das ihm den Orden des Ritters der italischenischen Krone einbrachte.[10]
Victor Heinisch starb 1910 mit nur 43 Jahren an Magenkrebs.
Kompositionen (Auswahl)
- Oper Meister Rupert (auch Der Musikus von Augsburg betitelt) (1893)
- Messa Requiem für Soli, Chor, Orchester und Orgel In memoriam König Umberto von Italien
- Oper Harald der Viking (1900)
- Oper Salome (1903)
- Symphonische Tondichtung für Orchester Totentanz
- Rhapsodie für Orchester Ein verlorenes Märchenland, unerreichbar dem Sehnenden
- Romanze für Violine (oder Viola oder Cello) und Harfe op. 30 Träumerei
- Elegie für Violine, Cello, Harfe und Harmonium
Literatur
- Deutschsprachige Theater-Almanache und -Journale: Abbildungen (Personen, Stücke, Theater) / German-language Theater Almanacs and Journals: Illustrations (Persons, Plays, Theaters) (1772–1918), Band 1, von Paul S. Ulrich, 2024, Hollitzer Verlag in der Google-Buchsuche S. 253; ISBN 978-3-99094-136-2
Weblinks
- Meike Wilfing-Albrecht: Heinisch, Victor (Viktor). In: Oesterreichisches Musiklexikon online. 12. Januar 2023, abgerufen am 11. November 2025.
- Victor Heinisch. In: tobias-broeker.de. Abgerufen am 11. November 2025 (englisch).
- Heinisch, H. M. Wallner / Mendelssohn Bartholdy, Heinisch, Bizet. In: wienersymphoniker.at. 23. Februar 1909, abgerufen am 11. November 2025.
- Elegy for Violin, Cello, Harp and Harmonium (Heinisch, Victor). In: imslp.org. 1910, abgerufen am 11. November 2025 (englisch).
Einzelnachweise
- ↑ Ersteinschreibungen Konservatorium Sondershausen bis 1900. Abgerufen am 12. November 2025
- ↑ Heinisch. In: Gettke’s Bühnen-Almanach. 17. Jahrgang. Berlin 1889, S. 123.
- ↑ Neuer Theater-Almanach Theatergeschichtliches Jahr- und Adressen-Buch, Band 7, Berlin, 1896 in der Google-Buchsuche S. 371
- ↑ Victor Heinisch. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Neuer Theater-Almanach 1897. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 8. Jg., Berlin 1897, S. 371 und S. 628 (Register).
- ↑ Victor Heinisch. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Neuer Theater-Almanach 1901. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 12. Jg., Berlin 1901, S. 362 und S. 613 (Register).
- ↑ Neuer Theater-Almanach Für Das Jahr, von G. Bühnen-Angehöriger, 2012 (Erstausgabe 1902) in der Google-Buchsuche S. 369
- ↑ Die Puppenfee. In: Norddeutsche Allgemeine Zeitung vom 29. Oktober 1898, Seite 8
- ↑ Theater und Musik. In: Hamburger Freie Presse vom 21. Februar 1897, Seite 4
- ↑ Hamburgischer Correspondent - Abendausgabe vom 30. Januar 1900, Seite 12
- ↑ Hamburger Fremdenblatt vom 23. März 1902, Seite 6.