Victor-Valentin Vincent Vicomte d’Equevilley de Montjustin

Victor-Valentin Vincent Vicomte d’Equevilley de Montjustin (* 14. Februar 1844 in Lissabon;[1] † im 19. oder 20. Jahrhundert) war ein französischstämmiger Gutsbesitzer und Offizier in österreichischen und mexikanischen Diensten.

Biografie

Er war der älteste Sohn von Toussaint-Victor Vincent Comte d’Equevilley de Montjustin (1815–1897) und dessen Ehefrau Marie-Félicie David-Fournier. Der Ingenieur, U-Boot-Pionier und Konstrukteur früher Flugzeuge (1910) Raimundo Lorenzo de Equevilley Montjustín, der bereits mit Geburt die spanische Staatsangehörigkeit erhielt, war sein jüngerer Bruder.

Sein Vater stammte aus der Aristokratie der Franche-Comté und kämpfte im ersten Carlistenkrieg auf Seiten der spanischen Königin Isabella II., unter anderem in den Schlachten von Mendigorría und Barbastro. 1838 wurde er Leutnant der Kavallerie, 1843 Hauptmann der Provinzmilizen und später Oberst. Für seine Verdienste erhielt er das Kreuz von San Fernando und die spanische Staatsbürgerschaft, wurde 1869 spanischer Konsul in Wien und erhielt 1879 den Titel eines Marqués de Equevilley.

Victor-Valentin Vincent Vicomte d'Equevilley de Montjustin war 1860 Unterleutnant im Königreich beider Sizilien und trat im April 1861 in den Dienst des Kaisers von Österreich als Kadett beim K.u.k. Feldjägerbataillon Nr. 9 ein. Im Juni desselben Jahres wurde er zum k.u.k. Ulanenregiment „Graf Huyn“ Nr. 12 versetzt und im Juli 1861 zum Leutnant ernannt. Im Jahr 1864 war er als Premierleutnant Teil des österreichisch-mexikanischen Expeditionskorps, wurde 1866 zum Hauptmann befördert und im Jahr 1867 als Eskadronchef im kaiserlichen mexikanischen Generalstab eingesetzt.

Er wirkte später in der Zeit um 1876 als Gutsbesitzer und mexikanischer Major a. D. in Wien, wohnte Wien II im Elisabethhof 4 und war 1877 Mitglied des im April 1876 in Wien gegründeten und unter der Präsidentschaft von Anton Ritter von Schmerling stehenden Wissenschaftlichen Club.[2]

Er bekannte sich offen zum Darwinismus und beteiligte sich am Ehrengeschenk der deutschen Anhänger zu Darwins 69. Geburtstag, einem vom Rechnungsrat und Naturforscher Emil Rade (1832–1931) initiierten, von Ernst Haeckel geförderten und im Wesentlichen von Arthur Fitger mit insgesamt 21 Blättern gestalteten mit Silber-(und Gold-)beschlägen reich verzierten 50 cm hohen und 43 cm breiten Album (Darwin-Album von 1877),[3] in dem ab Blatt 3 zahlreiche Fotografien seiner Anhänger in je ein bis zehn passepartoutartig geschnittenen Feldern eingefügt sind. Als Victor Vicomte de Equevilley und dem Zusatz kaiserl. mexic. Major a. D. wurde er auf Blatt 8 (Wien III) in diesem Album, das Darwin im Februar 1877 überreicht wurde, aufgenommen.[4]

Auszeichnungen

Literatur

  • Ludovic de Magny: D'EQUEVILLEY. (VINCENT). BOURGOGNE, FRANCHE-COMTÉ ET LORRAINE. In: Le Nobiliaire universel, ou Recueil général des généalogies historiques et véridiques des maisons nobles de l'Europe. XI, 1874 PDF

Einzelnachweise

  1. Ludovic de Magny: D'EQUEVILLEY. (VINCENT). BOURGOGNE, FRANCHE-COMTÉ ET LORRAINE. In: Le Nobiliaire universel, ou Recueil général des généalogies historiques et véridiques des maisons nobles de l'Europe. XI, 1874 google.de
  2. Jahresbericht des Wissenschaftlichen Club 1876/77, Selbstverlag, Wien 1877 (MDZ)
  3. Das Album enthält insgesamt 165 Porträts und befindet sich heute noch in der Darwin Collection im Down House, London, Luxted Road, Downe, Orpington, BR6 7JT
  4. Brunhild Gries: Emil Rade (1832–1931), sein Anteil an der naturkundlichen Erforschung Westfalens und das Darwin-Album von 1877. Abhandlungen aus dem Westfälischen Museum für Naturkunde, 68, 2, Münster 2006 (PDF)