Vertrag von Nwarsak
Der Vertrag von Nwarsak (armenisch Նվարսակի պայմանագիր / Նուարսակի Դաշինքը, Nvarsaki paymanagir, Nwarsaki pajmanagir, en.: Treaty of Nvarsak / Nuarsak) wurde 484 in Nwarsak (heute: Pasak-e Sofla) zwischen dem armenischen Rebellenführer Wahan Mamikonian und den Vertretern des sasanidischen Großkönig (Schahanschah) Balasch (Regierungszeit 484–488) unterzeichnet.[1]
Hintergrund
In den Jahren 482 bis 484 hatten sich die Armenier gegen das Sasanidenreich und dessen aggressive Religions-Politik erhoben. Armenische Minister bildeten eine Regierung in Dvin. Sahak Bagratuni (Սահակ Բ Բագրատունի) wurde zum Marzban ernannt und erhielt den Beinamen „Tanuter Hayots“ (Տանուտեր Հայոց), während Wahan Mamikonian das Amt des Sparapet übernahm. Ihnen schloss sich der Katholikos Johannes Mandakuni an, der sich in Wagharschapat aufhielt. Die erste wichtige Aufgabe war die Auflösung der zoroastrischen Gemeinde in Dvin. Anschließend wurde die Stadt zur Hauptstadt Großarmeniens (Մեծ Հայքի) erhoben. Auch der Sitz des armenischen Katholikats wurde dorthin verlegt. Marzban Atrvshnasp (Ատրվշնասպ մարզպանը), der von den Armeniern in die Flucht geschlagen worden war, fiel mit einem 7.000 Mann starken Heer erneut in Armenien ein. Doch die armenischen Rebellen unter Wahan Mamikonian besiegten mit 400 Reitern die Perser nahe des Dorfes Akori (Ակոռի) am Fuße des Masis-Gebirges, und Marzban Atrvshnasp fiel. Im Frühjahr entsandte der persische König Peroz (Regierungszeit 459–484) ein großes Heer nach Armenien. General Wahan Mamikonian besiegte mit 30.000 Armeniern die persische Armee nahe des Dorfes Nersehapat in der Provinz Artaz (Արտազ, Αρτάτιο; Ներսեհապատի ճակատամարտ, Nersehapati chakatamart). Wahan Mamikonians jüngerer Bruder Ward Mamikonian entkam gleichzeitig aus der Gefangenschaft in Tizbon nach Armenien. Die Armenier wandten sich an den georgischen König Wachtang um Hilfe. Das vereinigte armenisch-georgische Heer wurde in der Schlacht gegen General Mihran geschlagen. Sahak Bagratuni, Wasak Mamikonian und andere fielen in dieser Schlacht. Wahan Mamikonian verschanzte sich mit dem Rest seines Heeres in Tayk (Տայք). Mihran, der nach Armenien gekommen war, bot Frieden an, wurde aber bald nach Persien zurückgerufen. Wahan Mamikonian kehrte mit seinem Heer nach Ayrarat zurück, zog nach Dvin und wurde zum armenischen Marzpan und „Tanuter Hayot“ ausgerufen. Im Frühjahr 483 fiel das persische Heer von Atrpatakan aus in Armenien ein und erreichte Artaschat. Wahan Mamikonians Heer suchte erneut Zuflucht in Tayk und Khakhtik. Das persische Heer folgte Wahan, musste aber aufgrund eines Angriffs der Hephthaliten Tayk aufgeben und nach Georgien ziehen. General Shapuh (Շապուհ) wurde zum Statthalter Armeniens ernannt. Die Armenier besiegten die Perser nahe des Dorfes Erez in der Provinz Arshamunik. 484 besiegten die Hunnen und Hephthaliten die Perser in Zentralasien, wobei Peroz getötet wurde. Danach kehrte Wahan Mamikonian nach Ayrarat zurück und verbesserte und stärkte die armenische Armee.
Ablauf
Nach dem Tod von Schahanschah Peroz im Zuge armenischer Guerillaaktionen wurde der Vertrag von Nwarsak geschlossen.[2] Er Vertrag sicherte den Armeniern Religionsfreiheit und Autonomie.[3] Wahan Mamikonian unterzeichnete ihn für Armenien, der Feldherr Nikhor für Persien.
Folgende Bedingungen wurden vereinbart:[4]
- Alle bestehenden Feueraltäre in Armenien sollten zerstört und keine neuen errichtet werden
- Christen in Armenien sollten Religionsfreiheit genießen und Konversionen zum Zoroastrismus sollten gestoppt werden.
- Land sollte nicht an Menschen vergeben werden, die zum Zoroastrismus konvertieren.
- Der sasanidische König sollte Armenien persönlich und nicht durch Stellvertreter regieren.
- Mamikonian verpflichtete sich, ein Kavallerieregiment nach Persien gegen den Thronprätendenten Zareh zu entsenden.[5]
Infolge des Vertrags erkannte Mamikonian im Jahr 485 König Vagharsh als Oberhaupt Armeniens an. Mamikonian selbst wurde zum Hazarbed (hazarapet) und später zum Marzban ernannt.[6] Die armenische Kavallerie spielte eine entscheidende Rolle im Kampf um den Thron und besiegte und tötete Zareh.[4][6]
Einzelnachweise
- ↑ A. Hacikyan, Nourhan Ouzounian, Edward S. Franchuk, Gabriel Basmajian: The Heritage of Armenian Literature. Vol.1, Wayne State University Press 2000: S. 259.
- ↑ Oliver Nicholson: The Oxford Dictionary of Late Antiquity. Oxford University Press, Oxford 2018: S. 137. ISBN 978-0-19-866277-8
- ↑ Razmik Panossian: The Armenians: From Kings and Priests to Merchants and Commissars. Columbia University Press 2006: S. 48.
- ↑ a b R. N. Frye: The political history of Iran under the Sasanians. In: Ehsan Yarshater (hg.) Cambridge History of Iran. vol. 3a. The Seleucid, Parthian and Sasanian Periods. Cambridge: Cambridge University Press: S. 149.
- ↑ Վերացնել կրոնափոխության հարկադրանքը, քանդել Հայաստանում կառուցված կրակատները և դժվարություններ չստեղծել հայկական եկեղեցու գործունեության համար։
Սասանյան Պարսկաստանի թագավորի և հայերի միջև այսուհետ միջնորդներ չպետք է լինեին։
Չմիջամտել հայ նախարարների ներքին գործերին, չհավատալ երկերեսանի, բախտախնդիր անձանց ամբաստանություններին, ունկնդրել ուղղամիտ մարդկանց խորհուրդները։
Վահան Մամիկոնյանը պարտավորվել է հեծելագունդ ուղարկել Պարսկաստան՝ գահի հավակնորդ Զարեհի դեմ։ Հայոց հեծելագունդը վճռական դեր է խաղացել գահակալական կռիվներում՝ պարտության մատնելով ու սպանելով Զարեհին
Verats’nel kronap’vokhut’yan harkadrank’y, k’andel Hayastanum karruts’vats krakatnery yev dzhvarut’yunner ch’steghtsel haykakan yekeghets’u gortsuneut’yan hamar. Sasanyan Parskastani t’agavori yev hayeri mijev aysuhet mijnordner ch’petk’ e linevn. Ch’mijamtel hay nakhararneri nerk’in gortserin, ch’havatal yerkeresani, bakhtakhndir andzants’ ambastanut’yunnerin, unkndrel ughghamit mardkants’ khorhurdnery. Vahan Mamikonyany partavorvel e hetselagund ugharkel Parskastan, gahi havaknord Zarehi dem. Hayots’ hetselagundy vchrrakan der e khaghats’el gahakalakan krrivnerum, partut’yan matnelov u spanelov Zarehin.
Լեո, Երկեր (Leo, Yerker), հ. 2, Yerevan 1967. S. 126–128. - ↑ a b M. L. Chaumont, K. Schippmann: Art. Balāš. In: Encyclopaedia Iranica. Vol. III, Fasc. 6. 1988: S. 574–580. iranicaonline.org
Quellen
- M. L. Chaumont, K. Schippmann: Art. Balāš. In: Encyclopaedia Iranica. Vol. III, Fasc. 6. 1988: S. 574–580. iranicaonline.org
- R. N. Frye: The political history of Iran under the Sasanians. In: Ehsan Yarshater (hg.) Cambridge History of Iran. vol. 3a. The Seleucid, Parthian and Sasanian Periods. Cambridge: Cambridge University Press 1983. ISBN 0-521-20092-X