Verschiedenblättriger Bartfaden
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Verschiedenblättriger Bartfaden (Penstemon heterophyllus) | ||||||||||
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| Lindl. |
Der Verschiedenblättrige Bartfaden (Penstemon heterophyllus) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Bartfaden (Penstemon) innerhalb der Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae).[1] Er ist in Kalifornien verbreitet und wird als Zierpflanze genutzt.
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Der Verschiedenblättrige Bartfaden ist ein ausdauernder, am Grund verholzender Halbstrauch, der Wuchshöhen von 30 bis 150 Zentimetern erreicht.[1] Die aufsteigenden bis aufrechten Stängel sind kahl oder mit rückwärts gerichteten, spitzen Haaren bedeckt, selten bereift.[1]
Es sind meist fünf bis elf Paare gestielter oder sitzender Laubblätter gegenständig am Stängel verteilt angeordnet, grundständige Blätter fehlen meist. Die kahlen oder flaumig behaarten Blattflächen sind bei einer Länge von 1 bis 10 sowie einer Breite von 0,5 bis 1,2 Zentimetern verkehrt lanzettlich bis lanzettlich oder linealisch, zur Basis etwas verschmälert oder umklammernd, ganzrandig mit spitzem oberem Ende.[1]
Generative Merkmale
Die Blütezeit erstreckt sich von April bis Juli. Der endständige, meist 10 bis zu 32 Zentimeter lange, unterbrochene oder durchgehende, zylindrische, thyrsoide Blütenstand besitzt eine kahle oder rückwärts behaarte Blütenstandsachse. Der Blütenstand setzt sich aus drei bis meist fünf bis vierzehn quirligen Teilblütenständen zusammen, die an jedem Knoten eine bis zwei gestielte Blüten tragen. Die unteren Tragblätter sind 5 bis 6,5 Zentimeter lang, 0,5 Zentimeter breit und lanzettlich bis linealisch.[1]
Die zwittrige Blüte ist zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind an ihrer Basis verwachsen. Die fünf kahlen oder kurz behaarten Kelchlappen sind bei einer Länge von bis zu 6 Millimetern sowie einer Breite von 1,3 bis 3,3 Millimetern verkehrt eiförmig bis verkehrt lanzettlich oder eiförmig bis lanzettlich. Die fünf Kronblätter sind zu einer zweilippigen Blütenkrone verwachsen. Die blaue, violette oder purpurfarbene Blütenkrone weist keine Saftmale auf. Die 2,4 bis 3,8 Zentimeter lange Blütenkrone ist kahl. Die 7 bis 10 Millimeter lange Kronröhre ist aufgebläht bis aufgebläht-erweitert und an der Schlundöffnung allmählich aufgebläht mit einem Durchmesser von 8 bis 11 Millimetern. Die vier Staubblätter überragen die Blütenkrone nicht oder das längere Paar reicht mit den weiß behaarten Pollensäcken bis zur Schlundöffnung oder darüber hinaus. Das kahle oder blassgelb-wollig behaarte Staminodium ist 16 bis 19 Millimeter lang und ist in der Blütenkrone eingeschlossen. Der kahle Griffel ist 18 bis 27 Millimeter lang.[1]
Die 6 bis 9 Millimeter lange und 4 bis 5 Millimeter breite, kahle Kapselfrucht[1] enthält zahlreiche dunkle, unregelmäßig kantige Samen.
Chromosomensatz
Die Chromosomengrundzahl ist x = 8; es liegt Diploidie und Tetraploidie vor mit den Chromosomenzahlen 2n = 16 und 32.[2]
Vorkommen
Der Verschiedenblättrige Bartfaden ist in Kalifornien verbreitet.[3] Er besiedelt dort Küstensalbeigebüsche („coastal sage scrub“), trockene Hartlaubgebüsche, Grashänge und lichte Kiefernwälder in den Küstenregionen, den Transverse Ranges und den Ausläufern der Sierra Nevada in Höhenlagen von 50 bis 1700 Metern.[1]
Systematik
Die Erstveröffentlichung von Penstemon heterophyllus erfolgte im Jahr 1836 durch John Lindley in Edwards’s Botanical Register, Band 22, Tafel 1899, mit Beschreibung.[4] Das Artepitheton heterophyllus bedeutet „verschiedenblättrig“ und bezieht sich hier auf die oft unterschiedlich geformten Laubblätter dieser Art.[5] Der Verschiedenblättrige Bartfaden gehört zur Sektion Saccanthera der Untergattung Penstemon innerhalb der Gattung Penstemon.[1]
Bei Flora of North America 2006 wurden die folgenden drei Varietäten anerkannt:[1]
- Penstemon heterophyllus var. australis Munz & I.M.Johnst.: Sie kommt im westlichen Zentral- und Südwesten Kaliforniens, vom Colusa County bis zum San Diego County vor. Sie besitzt behaarte Stängel, bis zu 4,5 Zentimeter lange Stängelblätter und eiförmige bis lanzettliche Kelchblätter. Meist sind achselständige Blattbüschel vorhanden.
- Penstemon heterophyllus var. heterophyllus: Diese kommt in weiten Teilen Westkaliforniens vom Humboldt County bis zum San Diego County vor. Sie besitzt kahle Stängel, bis zu 5,5 Zentimeter lange Stängelblätter und verkehrt-eiförmige bis verkehrt-lanzettliche Kelchblätter. Meist sind achselständige Blattbüschel vorhanden.
- Penstemon heterophyllus var. purdyi (D.D.Keck) McMinn: Sie kommt vor allem in Nordkalifornien vor, von den Counties Humboldt, Lassen und Trinity bis zum San Benito County. Sie besitzt behaarte Stängel, bis zu 10 Zentimeter lange Stängelblätter und eiförmige bis lanzettliche Kelchblätter. Achselständige Blattbüschel sind nur selten vorhanden.
Verwendung
Der Verschiedenblättrige Bartfaden wird selten als Zierpflanze verwendet. Er ist seit spätestens 1828 in Kultur[6] und eignet sich besonders für sonnige Staudenrabatten, Steingärten und trockene Hanglagen.[5] Er lässt sich gut mit Perlkörbchen, Garten-Margariten und der Gewöhnlichen Pechnelke kombinieren. Die grünlich-gelben Blütenknospen bilden einen ungewöhnlichen Kontrast zu den aufgeblühten Blüten und dem blaugrünen Laub.[7] Es werden verschiedene Sorten kultiviert, wie:[8][9]
- ‘Blue Gem’: Diese kompakte Sorte wird 45 Zentimeter hoch und hat blaue Blüten.
- ‘Heavenly Blue’: Diese Sorte wird 60 Zentimeter hoch und hat magentarot getönte Blüten.
- ‘Züriblau’: Diese Sorte wird 50 Zentimeter hoch, hat rot getönte Stängel und leuchtend blaue Blüten.
Der Verschiedenblättrige Bartfaden bevorzugt sonnige Standorte auf trockenen, steinigen und durchlässigen Böden.[10] Eine schlechte Drainage und zu viel Wasser können zu Stängelfäule führen.[7] Der Verschiedenblättrige Bartfaden ist nur mäßig winterhart bis −12 °C (Zone 8),[9]. Seine in milden Wintern immergrünen Blätter benötigen etwas Schutz vor Wintersonne, wobei die niedrig wachsenden Sorten widerstandsfähiger sind.[8]
Literatur
- Craig C. Freeman: Penstemon. In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Band 17. Oxford University Press, New York u. a. 2006, ISBN 0-19-530564-7, Penstemon heterophyllus Lindley auf S. 235 (textgleiche Online-Version).
- Leo Jelitto, Wilhelm Schacht, Hans Simon: Die Freiland-Schmuckstauden, Handbuch und Lexikon der Gartenstauden. 5., völlig neu bearbeitete Auflage. Band 2: I bis Z. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2002, ISBN 3-8001-3265-6, S. 697–701, Kapitel Penstemon.
Weblinks
- Datenblatt bunchleaf penstemon mit Verbreitungskarte bei WildflowerSearch.
- Datenblatt Penstemon heterophyllus Lindl. mit Verbreitungskarte bei Jepson Herbarium, University of California.
- Fotos von Penstemon heterophyllus bei CalPhotos, University of California, Berkeley.
- Fotos von Penstemon heterophyllus bei iNaturalist.
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e f g h i j Craig C. Freeman: Penstemon. In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Band 17. Oxford University Press, New York u. a. 2006, ISBN 0-19-530564-7, Penstemon heterophyllus Lindley auf S. 235 (textgleiche Online-Version).
- ↑ Travis J.Lawrence, Shannon L. Datwyler: Testing the hypothesis of allopolyploidy in the origin of Penstemon azureus (Plantaginaceae). In: Frontiers in ecology and evolution. Band 4, Nr. 60, 2016, doi:10.3389/fevo.2016.00060 (Online [PDF]).
- ↑ Datenblatt Penstemon heterophyllus Lindl. bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science.
- ↑ John Lindley: Edwards’s Botanical Register. Band 22, Tafel 1899 mit Text, London 1836. Digitalisat.
- ↑ a b Datenblatt Penstemon heterophyllus Electric Blue bei Missouri Botanical Garden.
- ↑ Eckehart J. Jäger, Friedrich Ebel, Peter Hanelt, Gerd K. Müller (Hrsg.): Exkursionsflora von Deutschland. Begründet von Werner Rothmaler. Band 5: Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Springer, Spektrum Akademischer Verlag, Berlin/Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8274-0918-8, S. 466.
- ↑ a b Percy C. Everett: The Californian Penstemons. In: Aliso: A Journal of Systematic and Floristic Botany. Band 2, Nr. 2, 1950, S. 155–198, Abschnitt Penstemon heterophyllus auf S. 176–178, doi:10.5642/aliso.19500202.10 (Online).
- ↑ a b Leo Jelitto, Wilhelm Schacht, Hans Simon: Die Freiland-Schmuckstauden, Handbuch und Lexikon der Gartenstauden. 5., völlig neu bearbeitete Auflage. Band 2: I bis Z. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2002, ISBN 3-8001-3265-6, Abschnitt P. heterophyllus Lindl. auf S. 699.
- ↑ a b The Royal Horticultural Society: Stauden - Die große Enzyklopädie. Dorling Kindersley, München 2015, ISBN 978-3-8310-2752-1, Abschnitt P. heterophyllus auf S. 362.
- ↑ Penstemon heterophyllus bei Lady Bird Johnson Wildflower Center.