Veronika Raila
Veronika Raila (* 27. Februar 1992 in Königsbrunn bei Augsburg) ist eine deutsche Schriftstellerin. Sie lebt mit Autismus und einer Körperbehinderung, die es ihr nicht ermöglicht, zu sprechen oder sich frei zu bewegen. Ihre literarischen Arbeiten entstehen mithilfe computergestützter Kommunikation.[1][2][3]
Leben und Werk
Veronika Raila wurde am 27. Februar 1992 in Königsbrunn bei Augsburg als Tochter der Berufschullehrerin Petronilla und von Uwe Raila geboren. Nach der Geburt wurde ihr fälschlicherweise ein IQ von Null attestiert.[2] Ihr schulischer Werdegang begann von 1999 an der Rudolf-Steiner-Schule in Augsburg, gefolgt von der König-Otto-Grundschule in Königsbrunn von 2001 bis 2003. Anschließend besuchte sie bis 2008 das Gymnasium Maria Stern Augsburg. Seit 2008 ist Raila als Gaststudentin an der Universität Augsburg eingeschrieben, an der sie Neuere Deutsche Literaturwissenschaft und katholische Theologie studiert.[3]
Neben ihrem Studium bildete sich Raila in literarischen Seminaren und Workshops weiter. 2010 veröffentlichte sie im context verlag Augsburg mit Vronis Wunder ihr erstes eigenständiges literarisches Werk. Daneben veröffentlicht sie in Literaturzeitschriften und anderen Medien.
Werke
- Vronis Wunder, context Verlag, Augsburg 2010. ISBN 978-3-939645-30-6.
- Vronis Wandlung. sprachlos wortreich, context Verlag, Augsburg 2013. ISBN 978-3-939645-71-9.
- mit Tobias Krüger, Gabriele Welker, Dieter Goertz: Wörter sind wie Töne : sprachlos wortreich. (CD) context Verlag, Augsburg. ISBN 978-3-939645-77-1. urn:nbn:de:101:1-2021100216114287242538
Dokumentarfilme
Als Autorin:
- 2011 – Veronika. Kurzfilm, Dokumentation für den mdr. Regie: Mark Michel. Autorin: Veronika Raila.
- 2011 – Alles Liebe, Veronika. Filmdokumentation für der Bayrischen Rundfunk. Regie: Dorothee Rengeling. Autorin: Veronika Raila.[4]
- 2017 – Sandmädchen. Langfilm. Regie: Mark Michel. Autorin: Veronika Raila.[5]
Preise und Auszeichnungen
- 2010 – 1. Platz bei der on3Lesereihe des Bayrischen Rundfunks[6]
- 2011 – Nominierung Deutscher Kurzfilmpreis für den Kurzfilm Veronika.[7]
- 2012 – Friedrich-Wilhelm-Murnau-Kurzfilmpreis für den Kurzfilm Veronika.[7]
- 2012 – Goldener Spatz, Sonderpreis für Innovation für den Kurzfilm Veronika.[8]
- 2014 – Kulturanerkennungspreis der Stadt Königsbrunn[9]
- 2018 – DRK Medienpreis für den Film Sandmädchen[10]
- 2018 – Sandmädchen wurde vom bayerischen Kultusministerium als Fortbildungsfilm für Inklusion für alle bayrischen Lehrer und Schüler zugelassen.[11] Er wird regelmäßig in der Lehrerbildungsanstalt in Dillingen und in der politischen Akademie Tutzing eingesetzt.
Weblinks
- Veronika Raila bei IMDb
- Ingeborg Anderson in Schwabmünchner Allgemeine (2010): Die vorerst letzte Männer-WG.
- Andrea Collisi in Augsburger Allgemeine (2012): Berührt und wachgerüttelt.
- Anja Ringel in Augsburger Allgemeine (2017): Kraftvoll wie eine Düne.
- Claudia Deeney in Augsburger Allgemeine (2019): Kinofilm Sandmädchen: Überwältigende Einblicke in die Seele.
- Claudia Deeney in Augsburger Allgemeine (2020): Wie eine Königsbrunner Autistin sich in der Malerei ausdrückt.
Einzelnachweise
- ↑ Website. Veronika Raila. Abgerufen am 9. Oktober 2025.
- ↑ a b Ursula Ernst: IQ von null attestiert - jetzt geht Veronika an die Uni. In: Augsburger Allgemeine, 21. September 2009.
- ↑ a b C. Bleher: "Ich wurde vom Monster zum Menschen." In: Süddeutsche Zeitung, 29. März 2010.
- ↑ Alles Liebe, Veronika. In: br.de. 14. November 2011, abgerufen am 4. Januar 2026.
- ↑ Sandmädchen – Ein Dokumentarfilm von Mark Michel und Veronika Raila. Abgerufen am 9. Oktober 2025.
- ↑ „Wie war ich?“ – Veronika Raila gewinnt on3-Lesereihe. In: Lesekreis, 29. Oktober 2010.
- ↑ a b Veronika. In: kurzsuechtig.de. 2012, abgerufen am 4. Januar 2026.
- ↑ Goldener Spatz 2012. In: spatzwiki.de. Abgerufen am 4. Januar 2026.
- ↑ Kulturpreis der Stadt Königsbrunn. In: Das Königsbrunner Mitteilungsblatt. Nr. 09 / 2024, S. 49 (koenigsbrunn.de [PDF]).
- ↑ Adrian Bauer: Heimpremiere für einen tiefgründigen Film. In: Augsburger Allgemeine, 16. März 2019.
- ↑ Felicitas Lachmayr: „Sandmädchen“ gehört jetzt zu den Top-Filmen. In: augsburger-allgemeine.de. 7. Januar 2020, abgerufen am 4. Januar 2026.