Verkehrsbetriebe Buchholz

Verkehrsbetriebe Buchholz i.d.N. GmbH
Basisinformationen
Unternehmenssitz Buchholz in der Nordheide
Webpräsenz Webpräsenz
Bezugsjahr 2017
Eigentümer Wirtschaftsbetriebe Stadt Buchholz i.d.N. GmbH
Rechtsform GmbH
Gründung Oktober 1996
Geschäftsführung Christian Kuhse
Betriebsleitung Björn Mustermann[1]
Verkehrsverbund HVV
Linien
Bus 3
Anzahl Fahrzeuge
Omnibusse 8
Statistik
Fahrgäste 1,4 Mio. pro Jahr
Fahrleistung 0,631 Mio. km pro Jahr
Haltestellen 83
Länge Liniennetz
Buslinien ca. 30 kmdep1
Betriebseinrichtungen
Betriebshöfe KVG Hittfeld

Die Verkehrsbetriebe Buchholz i.d.N. GmbH (auch als Buchholz Bus bezeichnet) sind ein regionales Verkehrsunternehmen in Buchholz in der Nordheide. Alleinige Gesellschafter sind die Wirtschaftsbetriebe Stadt Buchholz i.d.N. GmbH.[2]

Das Unternehmen stellt mit acht Bussen auf drei Linien den innerstädtischen Busverkehr sicher und beförderte 2023 etwa 1,4 Mio. Passagiere. Seit dem Fahrplanwechsel 2004 sind die Verkehrsbetriebe Partner im HVV.[3][4] Buchholz gehört damit zu den zehn Prozent der deutschen Kommunen mit einem eigenen Stadtbussystem.[5]

Die Streckenführung der Buslinien wird im sogenannten Rendezvous-Verfahren betrieben.[6] Dieses Verkehrskonzept wurde im Jahre der Gründung vom Buchholz Bus von anderen Kleinstädten in Deutschland übernommen und war in den 90er Jahren ein sehr attraktives Verkehrsmodell für kleine Städte. Als Rendezvous dient in Buchholz der sogenannte Treffpunkt in der Adolfstraße, an dem sich alle 30 Minuten alle Linien des Stadtbusses an einem mittig verlaufenden Bussteig treffen. So kann ein barrierefreier Umstieg in alle Richtungen sichergestellt werden.[7]

Die Fahrzeuge werden zwar vom Buchholz Bus betrieben, jedoch von der KVG (Kraftverkehrs Gesellschaft mbH), mit Hauptsitz in Stade, ab dem Betriebshof in Seevetal-Hittfeld bereitgestellt. Dort werden die Busse seit jeher gewartet, repariert und instand gehalten. Die Busfahrer werden ebenfalls von der KVG Hittfeld gestellt und arbeiten im Zwei-Schicht-Betrieb.[3]

Der Betrieb ist jedoch nicht kostendeckend und erfordert hohe jährliche Subventionen, die im Jahr 2023 bei 1,3 Millionen Euro lagen und von der Stadtwerkegruppe getragen wurden. Diese Subventionen belasten gemeinsam mit denen für das Buchholzer Schwimmbad die Finanzen der Stadtwerke zunehmend. Hintergrund dieser finanziellen Herausforderungen sind die Energiewende, der notwendige Ausstieg aus dem Gasgeschäft im Zuge der Klimaneutralitätsziele (Buchholz strebt Klimaneutralität bis 2035 an) sowie hohe Investitionen in das Stromnetz und verändertes Kundenverhalten im Energiesektor. Eine weitere zukünftige Kostensteigerung wird durch die ab 2031 geltende EU-Gesetzgebung zur Umstellung der Busflotte von Diesel- auf Elektrobusse erwartet, da E-Busse in der Anschaffung teurer sind und zusätzliche Investitionen in Ladeinfrastruktur und Betriebshöfe erfordern. Der Vertrag für den Stadtbusverkehr mit der KVG läuft im September 2026 aus, weshalb die ÖPNV-Leistungen für den Zeitraum September 2026 bis September 2031 neu ausgeschrieben werden müssen. Die Stadtwerke Buchholz werden sich an dieser Ausschreibung jedoch nicht beteiligen.[5]

Geschichte

1996–1999

Am 12. Oktober 1996 wurde der Stadtbusverkehr mit sechs 9 Meter Midi-Bussen in Betrieb genommen. Es kamen MAN/Göppel Dieselbusse des Typs MAN NM 222 zum Einsatz, die bei der KVG Hittfeld mit den Wagen-Nr. 773 bis 778 nummeriert wurden.[8] Zeitgleich wurde das Service-Center für den Buchholz Bus am Treffpunkt in der Adolfstraße mit Betriebsbeginn des Stadtbusses eröffnet.[9]

Es wurden folgende 5 Buslinien in Betrieb genommen und bedient:

  • Linie 1: Nordring und Otto-Koch-Kampfbahn (Verlauf: vom Nordring über Treffpunkt zur Otto-Koch-Kampfbahn und umgekehrt)
  • Linie 2: Heimgarten und Theodor-Storm-Weg (Verlauf: vom Heimgarten über Treffpunkt zum Theodor-Storm-Weg und umgekehrt)
  • Linie 3: Schlosserstraße und Treffpunkt (Verlauf: von der Schlosserstraße zum Treffpunkt)

Wenig später verlängerte man die „Linie 1 Otto-Koch-Kampfbahn“ mit neuen Haltestellen bis zum Friedhof Seppensen. Dabei wurde die Haltestelle Otto-Koch-Kampfbahn außer Betrieb genommen und seitdem nicht mehr bedient.[10]

  • Linie 1: Nordring und Seppensen Friedhof (Verlauf: vom Nordring über Treffpunkt zum Seppenser Friedhof)

2000–2009

Aufgrund einer weiteren Linie 3 nach Holm-Seppensen Süd und steigender Fahrgastzahlen wurden im September 2002 zwei weitere MAN Erdgasbusse des Typs MAN NL 313 CNG in der Standardlänge von 12 Metern in Dienst gestellt, welche bei der KVG Hittfeld unter Wagen-Nr. 860 und 861 nummeriert wurden.[11][12]

Gleichzeitig wurden auch die Linienverläufe überarbeitet. Die „Linie 1 Nordring“ wurde mit neuen Haltestellen bis zur Bäckerstraße verlängert und in „Linie 2 Bäckerstraße“ umbenannt. Die ehemalige Endhaltestelle Nordring blieb bestehen und wurde seitdem nur noch als normale Haltestelle bedient. Mit der Verlängerung der Linie wurde auch der Streckenverlauf angepasst, sodass die Linie nicht mehr die Haltestellen Gewerbegebiet Süd, Maurerstraße und Zunftstraße bedient.[13]

Die „Linie 2 Theodor-Storm-Weg“ blieb in der Linienführung unverändert, wurde allerdings in „Linie 1 Theodor-Storm-Weg“ umbenannt.[13]

Mit der Aufnahme des Betriebs der Linie 3 nach Holm-Seppensen Süd 2004 wurde Holm-Seppensen an das Stadtbusnetz angeschlossen. Die Linie 3 bedient seitdem zusammen mit der Linie 1 zum Seppenser Friedhof die Haltestellen Canteleu Brücke, Am Thing und Heidekamp. Zeitgleich wurde die „Linie 3 Schlosserstraße“ ebenfalls mit neuen Haltestellen bis Möbel Kraft verlängert. Damit wurden die Haltestellen Schützenstraße und Heimgarten nicht mehr angefahren und die Haltestellen Neue Straße und Lindenstraße nur noch von der Linie 2 bedient. Die Linie 3 bediente nun die Haltestellen Zunftstraße Ost, Zunftstraße West und Maurerstraße der ehemaligen Linie 1 Nordring.[14][15]

Mit der Umstellung auf den neuen Fahrplan wurden folgende 6 Buslinien mit einem Fuhrpark von sechs Diesel- und zwei Erdgasbussen bedient:

  • Linie 1: Theodor-Storm-Weg und Seppensen Friedhof (Verlauf: vom Theodor-Storm-Weg über Treffpunkt zum Seppenser Friedhof und umgekehrt)
  • Linie 2: Bäckerstraße und Heimgarten (Verlauf: von der Bäckerstraße über Treffpunkt zum Heimgarten und umgekehrt)
  • Linie 3: Möbel Kraft und Holm-Seppensen Süd (Verlauf: von Möbel Kraft über Treffpunkt nach Holm-Seppensen Süd und umgekehrt)

Zum Fahrplanwechsel des HVV im Dezember 2004 wurde auch der Buchholz Bus Partner im HVV (Hamburger Verkehrs-Verbund).[4]

Im März 2005 wurden aufgrund des hohen Fahrgastaufkommens und Kapazitätsproblemen der kleinen MAN Midi-Busse vier weitere MAN Erdgasbusse des Typ MAN NL 313 CNG in der Standardlänge von 12 Metern in Dienst gestellt und bei der KVG mit den Wagen-Nummern 902 bis 905 nummeriert. In dem Zuge wurden vier der alten MAN Midi-Busse mit den Wagen-Nummern 774 bis 777 nach knapp 9 Jahren Betriebszeit ausgemustert. Die zwei übrigen Midi-Busse mit den Wagen-Nummern 773 und 778 blieben weiter im Dienst und wurden mit neuer Fahrgastinformationstechnik ausgestattet.[12]

Zeitgleich wurden die vierstelligen Linien-Nummern aus dem HVV eingeführt und die bestehenden Linien-Nummern entsprechend geändert.[12]

Die „Linie 1 Theodor-Storm-Weg“ wurde zur „Linie 4101 Freudenthalstraße“. Aufgrund der großen Erdgasbusse konnten die Straßen Theodor-Storm-Weg und Im Waldfrieden nicht mehr befahren werden. Der Streckenverlauf wurde ab der Haltestelle Wasserwerk verändert, sodass die Endhaltestelle Theodor-Storm-Weg und die Haltestelle Im Waldfrieden nicht mehr bedient wurden. Stattdessen wurden die neue Haltestelle Klaus-Groth-Straße und als neue Endhaltestelle die Haltestelle Freudenthalstraße eingerichtet. Die „Linie 1 Seppensen Friedhof“ wurde in „Linie 4101 Seppensen Friedhof“ umbenannt und blieb vom Streckenverlauf unverändert.[12]

Die Linie „Linie 2 Bäckerstraße“ wurde zur „Linie 4102 Bäckerstraße“ und blieb ebenfalls vom Streckenverlauf unverändert. Die „Linie 2 Heimgarten“ musste ebenfalls aufgrund der größeren Busse angepasst werden. Die Haltestelle Heimgartenstraße wurde um einige Meter verlegt, sodass diese weiter bedient werden konnte. Die ehemalige Endhaltestelle Heimgarten wurde nicht mehr bedient. Als neue Haltestelle kam die Haltestelle Grundschule Steinbeck hinzu.

Die beiden Linienverläufe der Linie 3 wurden jeweils zur „4103 Möbel Kraft“ und „4103 Holm-Seppensen Süd“ und blieben vom Streckenverlauf unverändert.[12]

Seitdem wurden folgende 6 Buslinien mit einem Fuhrpark von zwei Diesel- und sechs Erdgasbussen bedient:

  • Linie 4101: Freudenthalstraße und Seppensen Friedhof (Verlauf: vom Theodor-Storm-Weg über Treffpunkt zum Seppenser Friedhof und umgekehrt)
  • Linie 4102: Bäckerstraße und Schule Steinbeck (Verlauf: von der Bäckerstraße über Treffpunkt zur Grundschule Steinbeck und umgekehrt)
  • Linie 4103: Möbel Kraft und Holm-Sepp. Süd (Verlauf: von Möbel Kraft über Treffpunkt nach Holm-Seppensen Süd und umgekehrt)

2010–2019

Zur Ausmusterung alter Omnibusse wurden im Februar 2010 zwei neue 12 Meter Omnibusse des Typs MAN NL 293 „Lion’s City“, die den EEV-Abgas-Standard erfüllen, angeschafft. Diese Busse erhielten bei der KVG die Wagen-Nummern 1031 (ehm. 0934) und 1032 (ehm. 0935). Die Fahrzeuge wurden bereits Ende 2009 bei der KVG mit den Wagen-Nummern 0934 und 0935 in Dienst gestellt und wurden für den Buchholz Bus mit neuen Logos und Nummern versehen. Die inzwischen fast 14 Jahre alten, zwei kleinen MAN Midi-Busse 773 und 778 wurden im Zuge der Neubeschaffung der großen Dieselbusse 1031 und 1032 ausgemustert. Die 2002 beschafften Erdgasbusse 860 und 861, sowie die 2005 beschafften Erdgasbusse 902 bis 905 erhielten ebenfalls das neue Buchholz Bus Logo. Der Fuhrpark umfasste sechs Ergas- und zwei EEV Dieselbusse.

Im April 2011 wurden nach über 9 Jahren Betriebszeit die MAN Erdgasbusse 860 und 861 von 2002 ausgemustert. Als Ersatz wurden wieder zwei MAN Dieselbusse mit EEV-Abgas-Standard des Typs MAN NL 293 „Lion’s City“ angeschafft und bei der KVG mit den Wagen-Nummer 1135 und 1136 nummeriert. Der Fuhrpark umfasst nun vier Erdgas- und vier EEV Dieselbusse.

Für die Ausmusterung der 9 Jahre alten MAN Ergasbusse 902 bis 905 von 2005 wurden im März 2014 vier neue 12 Meter Mercedes-Benz Euro-6 Dieselbusse des Typs Mercedes-Benz O530 „Citaro C2“ angeschafft, welche bei der KVG die Wagen-Nummer 1431 bis 1434 erhielten. Zeitgleich erhielten die vier neuen Mercedes-Benz Busse 1432 bis 1435 und die vier alten MAN Busse 1031 und 1032, sowie 1135 und 1136 ein neues Buchholz Bus Logo. Der Fuhrpark umfasste seitdem vier EEV Dieselbusse und vier Euro-6 Dieselbusse.[4]

Das Service-Center des Buchholz Busses am Treffpunkt in der Adolfstraße wurde im Oktober 2017, nach über 21 Jahren, ersatzlos geschlossen und dient seitdem nur noch dem Fahrpersonal der KVG als Aufenthalts- und Pausenräume.[9]

Im Juni 2018 wurde der Streckenverlauf der „Linie 4101 Freudenthalstraße“ nochmals angepasst, um eine bessere Anbindung des Wohngebietes Märchensiedlung und des Schulzentrum I am Buenser Weg zu gewährleisten. Damit verbunden wurde die Linie in „Linie 4101 Aschenputtelweg“ umbenannt. Seitdem werden die Haltestellen Wasserwerk, Boßdorfstraße und Klaus-Groth-Straße nach über 22 Jahren bzw. 13 Jahren nicht mehr angefahren. Die ehemalige Endhaltestelle Freudenthalstraße wurde zu einer normalen Haltestelle umfunktioniert, sowie die KVG Haltestelle an der Gorch-Fock-Straße für den neuen Streckenverlauf reaktiviert. Darüber hinaus wurden die zwei neuen Haltestellen Märchenstraße und Aschenputtelweg gebaut. Neue Endhaltestelle ist die Haltestelle Aschenputtelweg.[16]

Aufgrund der drei weggefallenen Haltestellen Wasserwerk, Boßdorfstraße und Klaus-Groth-Straße gab es mehrfach Beschwerden der Anwohner bei der Stadt Buchholz. Sie wiesen darauf hin, dass in diesem Gebiet viele ältere Menschen wohnen würden, welche auf den Bus angewiesen seien. Die Stadt beschloss daraufhin eine Probephase bis zum 31. März 2019 und entschied danach über den Streckenverlauf. Erneute Änderungen wurden nicht vorgenommen.[17]

Seit 2020

2020 wurden vier weitere Euro-6-Dieselbusse vom Typ Iveco Urbanway 12M angeschafft und die MAN NL 293 mit den Nummern 1031, 1032, 1135 und 1136 ausgemustert. Somit erfüllt die gesamte Flotte die Euro-6-Norm und besitzt Abbiegeassistenzsysteme zur Unfallvermeidung.[4][18]

Seit 2024 sind alle Busse des Buchholz Bus mit einer datenschutzkonformen Videoüberwachung ausgestattet.[4]

Beim Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2025 wurden auf der Buslinie 4103 insgesamt drei Haltestellen umbenannt. Hierbei wurde auch die Endhaltestelle der Linie, vormals Holm-Seppensen (Süd), in Holm-Seppensen, Am Heidmoor umbenannt, weshalb die Linie 4103 nun bis zur Haltestelle Am Heidmoor verkehrt.[19]

Aktuelle Linienübersicht

Folgende Linien befahren die Verkehrsbetriebe Buchholz i.d.N. GmbH aktuell:

  • Linie 4101: Aschenputtelweg – Treffpunkt – Seppensen Friedhof
  • Linie 4102: Bäckerstraße – Treffpunkt – Grundschule Steinbeck
  • Linie 4103: Möbel Kraft – Treffpunkt – Am Heidmoor

Die Betriebszeiten der Busse sind von Montag bis Freitag von 6:30 Uhr bis 20:00 Uhr und samstags von 8:00 Uhr bis 16:30 Uhr. Die Abfahrt am Treffpunkt erfolgt dabei im halbstündlichen Takt zur Minute 15 und 45. Bei größeren Events und Veranstaltungen im Stadtgebiet werden die Betriebszeiten der Busse nach Bedarf angepasst.[20]

Bis zum 14. September 2025 galten erweiterte Betriebszeiten von Montag bis Freitag von 5:30 Uhr bis 21:00 Uhr und samstags von 7:30 Uhr bis 21:00 Uhr. Die Reduzierung der Betriebszeiten wurde aufgrund gestiegener Betriebskosten und mangelnder Nachfrage in den Randzeiten erforderlich.[20]

Anruf-Sammeltaxi (AST)

Zum Buchholz Bus gehört auch das AST-Angebot in Buchholz. Dies ist eine Ergänzung zum Bus- und Bahnverkehr in Buchholz, bei dem normale Taxen zum Einsatz kommen, welche mit einem AST-Zeichen in der Frontscheibe gekennzeichnet sind und über die normalen Betriebszeiten der Busse hinaus verkehren. Die Taxen fahren nur auf Wunsch und nach einem festgelegten Fahrplan täglich in der Zeit von 5:45 Uhr bis 0:45 Uhr. Fahrtwünsche müssen mindestens eine halbe Stunde vor der gewünschten Abfahrtszeit angemeldet werden.[21] Im Bereich der Kernstadt fährt das Anruf-Sammeltaxi während der Betriebszeiten des Buchholz Bus nicht. In den Ortschaften und Stadtteilen Dibbersen, Trelde, Sprötze, Suerhop und in Teilen Holm-Seppensens und Steinbecks fährt das AST auch tagsüber, da diese nicht direkt an das Netz des Buchholz Bus angeschlossen sind. Ebenfalls wird der Bahnhof Buchholz ganztägig angefahren.[22]

Bei allen Veranstaltungen der Empore Buchholz kann das AST auch als Veranstaltungs-Sammeltaxi (VST) genutzt werden.[21]

Kritik und Finanzierung

Im September 2025 löste die kurzfristig umgesetzte Kürzung der Betriebszeiten des Buchholz Busses um 15 Stunden pro Woche eine erhebliche politische und öffentliche Kontroverse in Buchholz in der Nordheide aus.[23][24] Die Entscheidung wurde vom Aufsichtsrat der städtischen Stadtwerke Buchholz auf Empfehlung der Geschäftsführung getroffen, welche die Maßnahme mit einem drohenden Defizit des Busbetriebs von über 1,6 Millionen Euro (Stand 2024) und einer besonders geringen Fahrgastfrequenz in den Randzeiten begründete.[23] Laut Stadtwerke-Chef saßen in den betroffenen Spät- und Frühfahrten teils nur einzelne Personen in den auf 90 Personen ausgelegten Bussen.[25]

Die Kritik entzündete sich weniger an der Notwendigkeit der Kostensenkung als am Verfahren und der mangelnden frühzeitigen Einbindung der gewählten politischen Gremien.[24][26] Die Entscheidung des Aufsichtsrats, in dem zwar Ratsmitglieder verschiedener Fraktionen vertreten sind, wurde nur zwei Wochen vor der Umsetzung öffentlich bekannt gegeben, ohne dass der Stadtrat vorab formal konsultiert worden war.[23] Dies führte zu einer Welle des Protests: Rund 1000 Bürgerinnen und Bürger unterzeichneten eine Online-Petition gegen die Streichungen. Besonders Pendler, die auf die frühen Verbindungen angewiesen sind, beklagten den Wegfall der Anschlüsse.[25] Der Bundesvorsitzende des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) und Sachkundiger Bürger im Bauausschuss, Matthias Kurzeck, kritisierte die Kürzungen als "grundlegend falsch" für die Verkehrswende.[23] Er argumentierte, dass die Streichung der letzten Verbindungen eine Abwärtsspirale auslöse und stellte zudem fest, dass die Zahl der Autos auf dem Pendlerparkplatz am Bahnhof deutlich zugenommen habe.[23]

Im Stadtrat und dessen Ausschüssen forderte die Opposition eine stärkere Kontrolle der städtischen Wirtschaftsbetriebe. Die Fraktionen Buchholzer Liste und die Grünen kritisierten das Vorgehen als „Kommunikationsdefizit“ und forderten, dass der Rat bei künftigen wichtigen Entscheidungen zum Bus direkt beteiligt werden müsse, da sie keine Gewinnwarnung seitens der Stadtwerke erhalten hätten. Die Grünen stellten zudem einen Antrag auf ein formales Weisungsrecht des Rates gegenüber der Verwaltung in Bezug auf die Stadtwerke. Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse (CDU) und die CDU-Fraktion hielten dagegen, dass der Aufsichtsrat das zuständige Gremium sei und die Informationen den Ratsmitgliedern zugänglich gewesen wären, wenn die vorhandenen Informationsmöglichkeiten genutzt worden wären.[24] Der Bürgermeister betonte, dass der Rat „nicht das Recht [habe], solche Dinge an sich zu reißen“. Die zuständige Landesnahverkehrsgesellschaft in Hannover äußerte Bedenken und stufte die Kürzungen aufgrund ihres Umfangs nicht als einfache Fahrplanänderung, sondern als eine Änderung der Betriebspflichten ein.[23] Zwei der Anträge zur Stärkung des politischen Einflusses wurden zur Klärung der aufgeworfenen rechtlichen Fragen mit der Kommunalaufsicht zurückgestellt.[24]

Einzelnachweise

  1. Oliver Sander: 20 Jahre Buchholz Bus - eine Erfolgsgeschichte der Nordheide-Stadt. In: Kreiszeitung Wochenblatt. Wochenblatt-Verlag Schrader GmbH & Co. KG, 12. Oktober 2016, abgerufen am 7. Februar 2024.
  2. Buchholz Wirtschaftsbetriebe | Wir sind´s. Abgerufen am 7. Februar 2024.
  3. a b Axel-Holger Haase: 20 Jahre Buchholz Bus - eine Erfolgsgeschichte der Nordheide-Stadt. In: Kreiszeitung Wochenblatt. Wochenblatt-Verlag Schrader GmbH & Co. KG, 12. Oktober 2016, abgerufen am 7. Februar 2024.
  4. a b c d e Buchholz Bus | Informationen zum Buchholz Bus. Abgerufen am 7. Februar 2024.
  5. a b Bianca Marquardt: Buchholz: Bürgerfreundlicher ÖPNV ist immer ein Zuschussgeschäft - Buchholz. In: kreiszeitung-wochenblatt.de. Wochenblatt-Verlag Schrader GmbH & Co. KG, 8. April 2025, abgerufen am 9. April 2025.
  6. Nahverkehrsplan des Landkreises Harburg für den Zeitraum 2017 bis 2021. Abgerufen am 7. Februar 2024.
  7. Buchholz Bus | Linienfahrpläne. Abgerufen am 7. Februar 2024.
  8. KVG Bildergalerie, Wagen 759-779, Baujahr/Zugang 1996, Typen: Siehe Listen/773-11,KVG,CO. Abgerufen am 8. Februar 2024.
  9. a b Oliver Sander: Buchholz Bus: Servicestelle wird geschlossen. In: Kreiszeitung Wochenblatt. Wochenblatt-Verlag Schrader GmbH & Co. KG, 25. Juli 2017, abgerufen am 7. Februar 2024.
  10. Buchholz Bus - Liniennetz. 27. Januar 2001, abgerufen am 13. Februar 2024.
  11. Buchholz Bus - Aktuelles. 7. Dezember 2002, abgerufen am 13. Februar 2024.
  12. a b c d e Buchholz Bus - Aktuelles. 5. April 2005, abgerufen am 13. Februar 2024.
  13. a b Buchholz Bus - Aktuelles. 7. Dezember 2002, abgerufen am 13. Februar 2024.
  14. Buchholz Bus - Liniennetz. 3. August 2004, abgerufen am 13. Februar 2024.
  15. Buchholz Bus - Liniennetz. 6. Juni 2004, abgerufen am 13. Februar 2024.
  16. Oliver Sander: Ärger um die Buslinie 4101. In: Kreiszeitung Wochenblatt. Wochenblatt-Verlag Schrader GmbH & Co. KG, 11. September 2018, abgerufen am 8. Februar 2024.
  17. Oliver Sander: Entscheidung nach Testphase. In: Kreiszeitung Wochenblatt. Wochenblatt-Verlag Schrader GmbH & Co. KG, 3. Oktober 2018, abgerufen am 7. Februar 2024.
  18. Harburg, IVECO Urbanway 12M Nr. 201911 — Foto. Abgerufen am 8. Februar 2024.
  19. Buchholz Bus | Umbenennung von Haltestellen. Abgerufen am 15. Dezember 2025.
  20. a b Stefanie Hansen: Kürzungen der Fahrzeiten: Buchholz Bus mit neuem Fahrplan. In: Kreiszeitung Wochenblatt. Wochenblatt-Verlag Schrader GmbH & Co. KG, 2. September 2025, abgerufen am 3. September 2025.
  21. a b Buchholz Bus | Anruf-Sammeltaxi. Abgerufen am 8. Februar 2024.
  22. Buchholz Bus | Buchholz Bus erweitert das AST-Angebot. Abgerufen am 8. Februar 2024.
  23. a b c d e f Stefan Dammann: Buchholz: Streit um Bus-Kürzungen – durfte der Aufsichtsrat allein entscheiden? 20. November 2025, abgerufen am 22. November 2025.
  24. a b c d Tobias Johanning: Buchholzer Politiker streiten um Kontrolle des Buchholz Bus. In: buchholz-aktuell.de. 19. November 2025, abgerufen am 22. November 2025.
  25. a b Kürzungen der Fahrzeiten beim Buchholz Bus: Petition gestartet. 26. September 2025, abgerufen am 22. November 2025.
  26. Stefan Dammann: Buchholz: Kritik am Entscheidungsstil von Bürgermeister und Stadtwerken. 20. November 2025, abgerufen am 22. November 2025.