Verena Grendelmeier

Verena Grendelmeier (* 16. Februar 1939 in Zürich[1]; † 27. März 2018[2] ebenda[3]; heimatberechtigt ebenda) war eine Schweizer Politikerin (LdU),[1] Schauspielerin, Regisseurin, Fernsehmoderatorin und Journalistin.[4]

Biografie

Sie wuchs zusammen mit ihren zwei Geschwistern in Küsnacht auf. Sie wurde während der Kindheit entscheidend von ihrem Vater Alois Grendelmeier geprägt, der 1949 bis 1965 Nationalrat der LdU war. Er nahm eine liberale und antifaschistische Grundhaltung ein. Obwohl es zwischen ihr und ihrem Vater manchmal Auseinandersetzungen gab, teilten sie fortan dieselben politischen Grundwerte. Ebenso übernahm sie die Philosophie des Vaters, dass es nicht entscheidend sei, ob man bei einer Auseinandersetzung als Sieger hervorgeht, sondern dass man eine gute Sache richtig und korrekt vertreten habe.[4]

Grendelmeier ging in der Stadt Zürich und in der Stadt Basel ins Gymnasium und bildete sich nach der Matur als Primarlehrerin weiter. Sie unterrichtete als Primarlehrerin in Erlenbach. Anschliessend liess sie sich zur Schauspielerin und Regisseurin in Paris bei Jacques Lecoq und in Wien am Max Reinhardt Seminar ausbilden.[4] Danach arbeitete sie als Regie-Assistentin bei Jean-Louis Barrault am Théâtre National de l’Odéon, später als Schauspielerin in Deutschland und anschliessend als Schauspielerin und Regisseurin im Stadttheater Bern.[4]

1967 wurde sie Moderatorin der Sendungen Tatsachen und Meinungen und Rundschau beim Schweizer Fernsehen. Ebenso drehte sie Dokumentationssendungen, wie beispielsweise die fünfteilige Sendung «Im selben Boot – der psychisch Kranke und wir», die Sendung «Mai 68 – zehn Jahre danach» oder die Sendung «Seveso fünf Jahre nach dem Giftunfall».[4]

Sie war im Zürcher Kantonsrat von 1973 bis 1979 und wurde 1983 in den Nationalrat gewählt. Sie musste wegen ihrer Wahl beim Schweizer Fernsehen zurücktreten. Sie war Nationalrätin vom 28. November 1983 bis 19. April 1999. Ab 1992 war sie Präsidentin der Fraktion LdU/EVP.[1][4] Als Nationalrätin legte Grendelmeier einen Grundstein für die Aufarbeitung der aus dem Zweiten Weltkrieg stammenden nachrichtenlosen Vermögen auf Schweizer Banken. Sie regte mit einer im März 1995 eingereichten parlamentarischen Initiative die Kommission für Rechtsfragen des Nationalrates an, in dieser Sache aktiv zu werden.[5]

Sie arbeitete nach ihrem Nationalratsmandat als Mediendozentin bei der Ausbildung von Fernseh- und Radiomoderatoren und gab Einführungskurse für Politiker, Wirtschaftsvertreter und Wissenschafter, die am Fernsehen auftreten mussten.[1][4] Ausserdem war sie Stiftungsrätin des Frauenhauses Zürich. Sie war ledig und lebte in Zürich.[1]

Auszeichnungen

Einzelnachweise

  1. a b c d e Verena Grendelmeier auf der Website der Bundesversammlung.
  2. Todesanzeigen im Tages-Anzeiger, 2018.
  3. Anton Schaller: Grendi – die besondere Nationalrätin. In: Neue Zürcher Zeitung. 11. April 2018.
  4. a b c d e f g Werner Kramer: Laudatio für Verena Grendelmeier. Anlässlich der Verleihung des Fischhof-Preises am 5. Mai 1994 (PDF; 11 kB; Archiv).
  5. Parlamentarische Initiative. Nachrichtenlose Vermögen. Website der Bundesversammlung. 13. Dezember 1996.