Vengi (Indien)

Vengi (seltener auch Vengipura; Telugu వేంగి) war in der Antike und im Mittelalter eine bedeutende Stadt im Osten Indiens.

Lage

Die Ruinen der etwa 60 km von der Küste des Golfs von Bengalen entfernten Stadt Vengi liegen bei der ca. 20 m hoch gelegenen heutigen Stadt Pedavegi (ca. 12 km nördlich von Eluru).

Geschichte

In der Antike gehörten Vengi und sein Umland zum Kalinga-Reich, welches sich zwischen den Flüssen Ganges und Godavari erstreckte und im 3. Jahrhundert v. Chr. vom Maurya-Reich unter König Ashoka (reg. 268–232 v. Chr.) erobert wurde. Später beherrschten die Satavahana- und die Salankayana-Dynastie die Region bis der Vakataka-Herrscher Harishena um das Jahr 500 sein Herrschaftsgebiet bis hierhin ausdehnte. Nach der Eroberung durch den Chalukya-Herrscher Pulakesi II. (um 615) wurde das Gebiet lange Zeit von den Östlichen Chalukyas dominiert. Im ausgehenden 11. Jahrhundert kam das Gebiet unter die Herrschaft der tamilischen Chola-Dynastie, die bis zum 12. Jahrhundert die Oberhand behielt. Danach herrschte die Kakatiya-Dynastie, doch hatte die Stadt längst ihren Zenit überschritten.

Kultur

Vor allem unter den Östlichen Chalukyas erlebte Vengi eine kulturelle Blütezeit; es entstanden die freistehenden Tempelbauten in Alampur (Andhra Pradesh) und Umgebung (Bandatandrapadu, Kudaveli, Kadamarakalava, Panyam, Mahanandi, Satyavolu u. a.).

Literatur

  • K. A. Nilakanta Sastri: A History of South India. Oxford 1955
  • Manas Ojha: Chalukya and Chola Kingdoms. Edukeen Publ. 2011, ISBN 978-9390379750

Koordinaten: 16° 48′ 34″ N, 81° 6′ 24″ O