Valeriu Sterian

Valeriu Octavian „Vali“ Sterian (* 21. September 1952 in Râmnicelu, Kreis Buzău; † 16. September 2000 in Bukarest) war ein rumänischer Folk- und Rockmusiker, Sänger, Komponist und Liedtexter.

Leben und Ausbildung

Valeriu Sterians Vater war Mathematik- und Musiklehrer und förderte früh sein musikalisches Interesse. Bereits im Kindesalter trat Sterian öffentlich auf und erhielt Unterricht in Klavier und Violine, bevor er sich dem Schlagzeug und später der Gitarre zuwandte.[1] 1971 wurde er zeitweise von der Schule verwiesen, nachdem er westliche Pop- und Rocksongs sang und Kontakte zu Jugendlichen aus Westeuropa pflegte; in diesem Zusammenhang kam es zu sicherheitsbehördlichen Überprüfungen seines familiären Umfelds.[1] 1972 zog Sterian nach Bukarest, wo er an der Universität Bukarest Psychologie studierte. Das Studium schloss er 1976 ab.[2]

Musikalische Laufbahn

1969 gründete Sterian die Schülerband Copiii Florilor („Blumenkinder“), in der er als Schlagzeuger tätig war. 1973 trat er gemeinsam mit Carmen Marin unter dem Namen Vali și Carmen beim Festival Primăvara Baladelor auf. Das Lied Nopți wurde dort ausgezeichnet, später jedoch zensiert und unter verändertem Titel verbreitet.[2] In den 1970er Jahren war Sterian zeitweise Mitglied des Cenaclul Flacăra, eines von Adrian Păunescu initiierten Literatur- und Musikzirkels. 1977 veröffentlichte er seine erste Single Cu iubirea de moșie / Cântec de oameni. Ende der 1970er Jahre verließ er den Zirkel aufgrund ideologischer Differenzen.[1] 1979 gründete er die Gruppe Compania de Sunet, mit der er sowohl in Rumänien als auch international, unter anderem in Bulgarien, der Sowjetunion, Norwegen und den Vereinigten Staaten, auftrat.[3] In den 1980er Jahren wandte sich Sterian verstärkt Rockmusik zu, insbesondere dem Folk-Rock und progressiven Rock. Zu den zentralen Alben dieser Phase zählen Antirăzboinică (1979) und Veac XX (1982).[1]

Nach der rumänischen Revolution 1989 beteiligte sich Sterian an den Golaniada-Protesten auf dem Piața Universității in Bukarest. In den frühen 1990er Jahren gründete er das Musiklabel Compania de Sunet S.R.L. sowie das Tonstudio B’Inișor, produzierte Musik anderer Künstler und moderierte die Fernsehsendung Vânare de vânt.[1] Valeriu Sterian starb am 16. September 2000 an den Folgen einer Krebserkrankung. Er wurde auf dem Cimitirul Bellu in Bukarest beigesetzt.[1]

Privates

Sterian war seit 1976 mit der Psychologin Lucia Sterian verheiratet. Aus der Ehe ging ein Sohn hervor, Oliver Sterian, der später als Schlagzeuger der Rockband Voltaj bekannt wurde.[4]

Im September 1999 war Sterian in Bukarest in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt, bei dem zwei Menschen ums Leben kamen. Er wurde wegen fahrlässiger Tötung und Fahrens unter Alkoholeinfluss angeklagt und nach etwa einem Monat Untersuchungshaft vorläufig entlassen.[1]

Diskografie (Auswahl)

Titel Typ Jahr Label
Cu iubirea de moșie / Cântec de oameni Single 1977 Electrecord
Antirăzboinică Studioalbum 1979 Electrecord
Veac XX Studioalbum 1982 Electrecord
Nimic fără oameni Studioalbum 1989 Electrecord
Vino, Doamne! Studioalbum 1991 Compania de Sunet
Rugă Studioalbum 1998 Compania de Sunet / Roton
The Very Best of Valeriu Sterian Kompilation 2000 Fundația Culturală Phoenix
Commons: Valeriu Sterian – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g O personalitate pe zi: artistul Valeriu Sterian. In: AGERPRES. 9. September 2022, abgerufen am 3. Januar 2026 (rumänisch).
  2. a b Portret – 70 de ani de la nașterea lui Valeriu Sterian. In: RADOR. 21. September 2022, abgerufen am 3. Januar 2026 (rumänisch).
  3. Valeriu Sterian – artistul unei generații. In: Curierul de Râmnic. 16. September 2021, abgerufen am 3. Januar 2026 (rumänisch).
  4. In memoriam Valeriu Sterian (1952–2000). In: Europa FM. 16. September 2022, abgerufen am 3. Januar 2026 (rumänisch).