Valerie Belgrave

Valerie Belgrave (* 3. März 1946 in San Juan; † 23. August 2016 ebenda) war eine trinidadische Künstlerin, Schriftstellerin und Komponistin. Sie wurde durch den historischen Roman Ti Marie (1988) und durch ihre Beteiligung an den Protesten von 1969 an der Sir George Williams University (heute Concordia University) in Montreal bekannt, deren Bedeutung die NFB-Dokumentation Ninth Floor (2015) aufgreift.

Leben

Belgrave wuchs in Petit Bourg in San Juan auf, besuchte das St Joseph’s Convent in San Fernando und studierte anschließend an der Sir George Williams University (heute Concordia University) in Montreal, an der sie einen Bachelor in Malerei erwarb.[1] Ende der 1960er-Jahre beteiligte sie sich an den dortigen Protesten gegen rassistische Diskriminierung; der Vorfall gilt als Zäsur in Kanada und trug in Trinidad und Tobago im Jahr zur Black-Power-Bewegung bei.[2] Die Ereignisse werden in der Dokumentation Ninth Floor aufgearbeitet und sind im historischen Kontext der Sir-George-Williams-Affäre verortet.[3][4]

Nach ihrer Rückkehr nach Trinidad arbeitete sie Anfang der 1970er-Jahre auf dem Kampus in St. Augustine im Students’ Guild Office der University of the West Indies und blieb in gesellschaftspolitischen Debatten präsent.[5] Sie war Mutter eines Sohnes, Chenier Belgrave, der als Designer tätig ist. Belgrave starb am 23. August 2016 in ihrem Haus in San Juan und wurde am 27. August in St. Joseph beigesetzt.

Wirken

Belgraves künstlerische Praxis umfasste Malerei, Batik, Schreiben und Komposition; ihre Arbeiten zielten erklärtermaßen darauf, Kunst und Geschichten für ein breites Publikum zugänglich zu machen.[1] Im Jahr 2001 zeigte sie in der Horizon Gallery in Port of Spain ihre erste Einzelausstellung, deren Arbeiten bereits zur Eröffnung ausverkauft waren. Als Schriftstellerin veröffentlichte sie die Romane Ti Marie (1988) und Dance the Water (2002), das Theaterstück Night of the Wolf (1991) über den Putschversuch von 1990 sowie das Kinderbuch Adventures of the Magic Steelpan (2007).[6] Ihre literarischen und bildkünstlerischen Arbeiten befassen sich zumeist mit Frauenrollen und Selbstbehauptung; ihre Figuren widersprechen dabei Klischees und betonen weibliche Selbstbestimmung. Ihr Fotomemoir Art for the People (2011) wurde 2024 von ihrem Sohn neu aufgelegt.[7]

Werke (Auszug)

  • 1988: Ti Marie
  • 2002: Dance the Water
  • 2007: Adventures of the Magic Steelpan
  • 2011: Art for the People

Einzelnachweise

  1. a b Valerie Belgrave’s artistic and literary legacy. In: Trinidad and Tobago Guardian. 13. Dezember 2024, abgerufen am 20. Oktober 2025 (englisch).
  2. Documentary seeks to heal wounds left by landmark protest. In: Radio Canada International. 15. Januar 2016, abgerufen am 20. Oktober 2025 (englisch).
  3. Ninth Floor. In: National Film Board of Canada. Abgerufen am 20. Oktober 2025 (englisch).
  4. 1969 Sir George Williams University student protest. In: Concordia University. Abgerufen am 20. Oktober 2025 (englisch).
  5. From young radical to celebrated artist. In: Trinidad and Tobago Guardian. 16. Oktober 2016, abgerufen am 20. Oktober 2025 (englisch).
  6. Valerie Belgrave — art for the people. In: Trinidad and Tobago Newsday. 29. August 2016, abgerufen am 20. Oktober 2025 (englisch).
  7. Celebrating The Life and Work Of Valerie Belgrave. In: TTT News. 27. November 2024, abgerufen am 20. Oktober 2025 (englisch).