Uzo Egonu
Uzo Egonu (* 25. Dezember 1931 in Onitsha; † 14. August 1996 in London) war ein nigerianischer Künstler.[1] Seine Bildsprache verband Impulse der europäischen Moderne mit Motiven und Formkonzepten seiner Igbo-Herkunft zu einer charakteristisch geometrischen, farbintensiven Abstraktion.[2] Im Jahr 2025 schloss die Tate-Modern-Ausstellung Nigerian Modernism: Art and Independence mit einem Egonu gewidmeten Schlussraum, der seine Bedeutung im Kontext nigerianischer und diasporischer Moderne hervorhob.[3]
Leben
Egonu wurde am 25. Dezember 1931 geboren.[1] Er stammte aus Onitsha in Nigeria und kam 1945 im Alter von 14 Jahren ins Vereinigte Königreich.[4] Von 1949 bis 1952 studierte er Fine Art, Design und Typografie an der Camberwell School of Arts and Crafts in London.[2] In den 1950er-Jahren reiste er ausgedehnt durch Europa, kehrte 1954 nach London zurück und wurde dort mehrere Jahre von einem privaten Mäzen unterstützt.[2] In den 1970er-Jahren kehrte er nur ein einziges Mal für zwei Tage nach Nigeria zurück.[3] Ende der 1970er-Jahre setzte er sich in der Rainbow Art Group ein, einem Zusammenschluss von in London lebenden Künstlerinnen und Künstlern aus Minderheiten.[5] Er starb am 14. August 1996 in London.[1]
Wirken
Aus dem Spannungsfeld von europäischer Moderne und Igbo-Ikonografie entwickelte Egonu eine eigenständige Bildsprache, die durch kräftige Farbflächen, klare Segmentierung und geometrische Reduktion gekennzeichnet ist.[2] Wiederkehrende Themen waren urbane Topografien und Londoner Szenen; zu seinen Darstellungen gehört etwa der Piccadilly Circus, dessen beengte, von Bussen und Figuren bevölkerte Räume er in eine nervöse, geometrisch gefasste Moderne überführte.[3] Im Jahr 1977 war er mit Werken im Rahmen des nigerianischen Kulturfestivals FESTAC ’77 vertreten, für das Arbeiten aus London nach Lagos gesandt wurden.[5] 1989 wurde sein Werk in der Hayward Gallery in der wegweisenden Ausstellung The Other Story: Afro-Asian Artists in Post-War Britain gezeigt, in der sein Gemälde The Arts vorgestellt wurde.[6] 1997/1998 war er Teil der transatlantischen Überblicksschau Transforming the Crown: African, Asian and Caribbean Artists in Britain, 1966–1996 an drei Institutionen in New York.[7] 2015/2016 war sein Werk Bestandteil der Ausstellung No Colour Bar: Black British Art in Action 1960–1990 in der Guildhall Art Gallery in London.[8] Zuletzt zeigten Institutionen im Vereinigten Königreich neue Präsentationen seiner Druckgrafik, darunter eine umfangreiche Schau im Museum of the Home als eine der größten Egonu-Präsentationen der letzten zwanzig Jahre.[9]
Einzelnachweise
- ↑ a b c Uzo Egonu 1931–1996. In: Tate. Abgerufen am 8. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ a b c d Egonu, Uzo, 1931–1996. In: Art UK. Abgerufen am 8. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ a b c Nigerian Modernism review: sacred groves, a shackled king and astonishing hair. In: The Guardian. 8. Oktober 2025, abgerufen am 8. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Egonu Uzo. In: Iniva. Abgerufen am 8. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ a b Uzo Egonu. In: Diaspora Artists. Abgerufen am 8. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Uzo Egonu – The Arts. In: The Metropolitan Museum of Art. Abgerufen am 8. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Transforming the Crown – 25th Anniversary Commemoration. In: CCCADI. 4. Januar 2023, abgerufen am 8. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Exhibitions – No Colour Bar. In: No Colour Bar. Abgerufen am 8. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Uzo Egonu. In: Museum of the Home. Abgerufen am 8. Oktober 2025 (englisch).