Uwe Harnos

Uwe Harnos (* 2. November 1960 in München) ist ein deutscher Rechtsanwalt und ehemaliger Sportfunktionär. Von 2008 bis 2014 war er Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB).

Leben

Ausbildung und Beruf

Harnos studierte Rechtswissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München und ist als Rechtsanwalt in einer Partnerkanzlei in Kaufbeuren mit Schwerpunkt Familienrecht tätig.[1]

Engagement im Sport

Anfänge und Funktionen in Verbänden

Von 1997 bis 2000 war Harnos Mitglied im Vorstand des ESV Kaufbeuren, arbeitete in der Eishockeystrukturkommission als Vertreter der Regionalliga Süd und war an der Ausgliederungskommission der Eishockeyspielbetriebsgesellschaft beteiligt. Ab 2002 war er Aufsichtsratsmitglied dieser Gesellschaft und wurde im selben Jahr zum Vizepräsidenten des DEB gewählt.[2]

2006 wurde Harnos zudem Vizepräsident der Deutschen Eislauf-Union[3] und war Mitglied der fünfköpfigen Sprechergruppe des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB).[4]

Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes (2008–2014)

2008 wurde Harnos als Nachfolger von Hans-Ulrich Esken zum Präsidenten des DEB gewählt.[5] Im selben Jahr trat er auch dem Legal Committee der Internationale Eishockey-Föderation (IIHF) bei.

Bei der Eishockey-Weltmeisterschaft der Herren 2010 in Deutschland fungierte Harnos als Präsident des Organisationskomitees.[6]

Kritik und Rücktritt

Während seiner Amtszeit kam es zu erheblichen Spannungen zwischen dem DEB, der DEL und der 2. Bundesliga. 2013 entschieden sich die Zweitligisten fast einstimmig gegen eine Rückkehr zum DEB und gründeten eine eigene Liga, die DEL2.[7]

Funktionäre wie DEL-Manager Charly Fliegauf und Ex-Nationalspieler Alois Schloder übten offen Kritik an Harnos. Schloder sagte etwa: „Seit 2011 geht es nur bergab“ und forderte Harnos zum Rücktritt auf.[8] Auch die verpasste Qualifikation für die Olympischen Winterspiele 2014 verschärfte die Diskussionen.

Im Juli 2014 zog Harnos schließlich seine erneute Kandidatur zurück und schied als DEB-Präsident aus.[9]

Weitere Tätigkeiten

2018 schied Harnos auch aus dem Präsidium der Deutschen Eislauf-Union aus.[10]

Privates

Uwe Harnos ist verheiratet und hat drei Kinder.[11]

Einzelnachweise

  1. Fachanwalt für Familienrecht: Uwe Harnos. In: Ehescheidung24.de. Anwaltskanzlei von der Wehl, abgerufen am 8. November 2022.
  2. DEB-Neuwahl: Uwe Harnos, Jochen Haselbacher und Bodo Lauterjung als Vizeprä. In: Hockeyweb. maka-media, 30. November 2002, abgerufen am 7. November 2022.
  3. Eiskunstlaufen: Steuer darf an die Bande. In: FAZ.NET. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27. September 2006, abgerufen am 8. November 2022.
  4. Dr. Christa Thiel zur Sprecherin der Spitzenverbände gewählt. Deutscher Olympischer Sportbund, 19. Mai 2006, abgerufen am 8. November 2022.
  5. Uwe Harnos ist neuer DEB-Präsident. In: Hockeyweb. maka-media, 22. Juli 2008, abgerufen am 7. November 2022.
  6. Präsidium. Deutscher Eishockey-Bund, archiviert vom Original am 12. März 2013; abgerufen am 8. November 2022.
  7. Zweitligisten stimmen gegen die Rückkehr zum DEB und für die Gründung einer DEL II. In: Eishockey News. 19. April 2013, abgerufen am 25. Oktober 2025.
  8. DEB-Präsident Harnos weist Kritik erneut zurück. In: Merkur.de. Münchner Merkur, 8. November 2013, abgerufen am 25. Oktober 2025.
  9. DEB-Präsident Harnos zieht Kandidatur zurück. In: Spiegel Online. 19. Juli 2014, abgerufen am 8. November 2022.
  10. Eiskunstlauf - Eiskunstlauf-Präsident Hillebrand wiedergewählt. In: ran. 30. Juni 2018, abgerufen am 8. November 2022.
  11. Fachanwalt für Familienrecht: Uwe Harnos. In: Ehescheidung24.de. Anwaltskanzlei von der Wehl, abgerufen am 8. November 2022.