Utes Löwenzahn
| Utes Löwenzahn | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Systematik | ||||||||||||
| ||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Taraxacum uteae | ||||||||||||
| S. Hammel |
Utes Löwenzahn (Taraxacum uteae) ist ein Angehöriger der Schwielen-Löwenzähne (Taraxacum sect. Erythrosperma).
Erscheinungsbild
Utes Löwenzahn ist eine zarte bis schwach robuste, mehrjährige krautige Pflanze, mit hell- bis mittelgrünen Blättern. Diese Blätter sind etwas heterophyll, deutlich gekraust und besitzen 5–6 Seitenlappenpaare. Die Seitenlappen sind aus breiter Basis zugespitzt, die Oberkante oft bogenförmig ausgeprägt. Sowohl die Unter- als auch die Oberkante sind ungleichmäßig mit markanten, großen Zähnen bzw. Einschnitten besetzt. Der Endlappen ist häufig etwas kleiner als die Seitenlappen mit pyramiden-, pfeil- oder selten spatelförmig aufgesetzter Blattspitze bzw. breit dreieckiger, jedoch etwas abgerundeter Spitze. Die Interlobien sind kurz, kraus und dunkel gefärbt, häufig und auffallend mit größeren, abstehenden, lappenähnlichen Zähnen besetzt. Die Blattstiele sind fleischfarben. Die Blattrhachis ist weißlich- bis hellgrün, selten schwach bräunlich. Das Involukrum ist grau- bis dunkelgrün, bereift und behöckert. Die äußeren Involukralblätter sind grau- bis hellgrün, Spitze und/oder Ränder sind oft leicht violett-rosa überlaufen. Sie sind mehr oder weniger zurückgerichtet, stark berandet, stark behöckert und relativ schmal, ca. 3,5 mm breit und 8–9 mm lang. Der Blütenkorb hat einen Durchmesser von bis zu 40 mm. Die Zungenblüten sind mittelgelb, wobei die äußeren Zungen auf der Außenseite hell rötlich-graubraun gestreift sind. Pollen sind vorhanden, teilweise auch nur spärlich oder sogar fehlend. Die Griffeläste sind dunkelgelb. Die Achänen sind im ausgereiften Zustand leuchtend hell rotbraun. Der Achänenkörper (ohne Pyramide) ist 2,8–2,9 mm lang. Die schmalgestreckte Pyramide ist 0,8 mm lang. Das Rostrum ist 7,5 mm lang. Der Pappus ist weiß.
Die Pflanze blüht von Ende März bis Mitte April.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 24.[1][2]
Erstbeschreibung
Taraxacum uteae wurde 2025 von Steffen Hammel erstbeschrieben. Er widmete die Art seiner Ehefrau Ute Hammel. Der Holotypus befindet sich im Herbarium des Staatlichen Museums für Naturkunde Stuttgart (STU), der Isotypus im Staatlichen Museum für Naturkunde Karlsruhe (KR).
Verbreitung
Utes Löwenzahn gehört aufgrund der Blattmorphologie in das Aggregat von Taraxacum danubium. Hier kommen die meisten der anerkannten Arten auf der Balkanhalbinsel (sechs Arten) vor, außerdem in Griechenland und Bulgarien (jeweils vier Arten). Zwei Arten sind von der Krim (Ukraine) bekannt. Die Kernart Taraxacum danubium s. str. ist auf sechs Länder Mitteleuropas (von Südpolen bis Nordösterreich und Nordungarn, auch Ostdeutschland) beschränkt.
Taraxacum uteae tritt im südlichsten Baden-Württemberg um Weil am Rhein auf. Vorkommen sind ferner aus Frankreich (Huningue, Allee des Marronniers) und aus der Schweiz (mehrere Stellen im Stadtgebiet Basel) bekannt.
Standortansprüche
Das Taraxacum uteae besiedelt vor allem xerotherme ruderale Scherrasen bzw. ruderale Trocken- und Halbtrockenrasen (Agropyretea intermedii-repentis-Gesellschaften). Diese sind im Rheintal vor allem auf (Kies-)Schotterwegen und an Straßenrändern ausgeprägt. Der locus typicus stellt einen Wegesrand über Kies und Sand dar. Vorkommen der Art liegen ferner in nährstoffreicheren Scherrasen von Parkanlagen (Crepido capillaris-Festucetum rubrae-Gesellschaften). Die Pflanzen sind an diesen Stellen starkwüchsiger.
Artenschutz
Aufgrund der für Deutschland noch geringen Datenlage kann zur Gefährdung der Art noch nichts gesagt werden. Der locus typicus wird von der Straßenbauverwaltung bzw. vom Polizeischützenverein Weil am Rhein wohl als Straßenbegleitgrün gewertet. Daher wird die Fläche regelmäßig gemäht und mit Herbiziden behandelt.
Literatur
- Steffen Hammel, Ingo Uhlemann, Thomas Gregor: Schwielen-Löwenzähne (Taraxacum Sektion Erythrosperma) in Baden-Württemberg und angrenzender Gebiete – Funde 2023 und 2024, Nachträge aus den Vorjahren sowie Neubeschreibung von Taraxacum uteae S. HAMMEL spec. nov. – Jahreshefte der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg. 181 E: 1-47; Stuttgart, 2025.
Einzelnachweise
- ↑ Steffen Hammel, Ingo Uhlemann, Thomas Gregor: Schwielen-Löwenzähne (Taraxacum, Sektion Erythrosperma) in Baden-Württemberg und angrenzender Gebiete – Funde 2023 und 2024, Nachträge aus den Vorjahren sowie Neubeschreibung von Taraxacum uteae S. HAMMEL spec. nov. in: Jahreshefte der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg. 181 E: 1-47; Stuttgart, 2025
- ↑ https://chromosomes.senckenberg.de/search/quick?full_text=Taraxacum+uteae#searchResults