Usui Bunpei
Bumpei Usui (japanisch 碓氷文平; * 25. Februar 1898 in Nagano, Japan; † im März 1994 in New York, USA) war ein japanisch-amerikanischer Maler, Rahmenmacher und Designer. Er wurde insbesondere für seine sozialrealistischen Stadtlandschaften und Szenen des urbanen Lebens in New York City bekannt.[1]
Leben
Bumpei Usui wurde in der Präfektur Nagano geboren und wuchs auf einer Seidenraupenfarm auf. Im Jahr 1917 zog er nach London, um bei seinem Bruder zu leben, der als Kunsthändler arbeitete. Dort erlernte er das Handwerk des Queen-Anne-Lackierens. 1921 wanderte er in die Vereinigten Staaten aus, ließ sich in New York nieder und arbeitete zunächst als Lackierer und Möbelrestaurator, später als Bilderrahmenmacher. Zu seinen Kunden zählten unter anderem Reginald Marsh und Yasuo Kuniyoshi, mit dem ihn eine enge Freundschaft verband. Ab den frühen 1920er Jahren begann Usui, selbst zu malen. 1922 stellte er im Rahmen einer von der Japan Times organisierten Ausstellung japanischer Künstler in New York erstmals aus. 1927 zeigte er sein Werk The Furniture Factory[2] in der Ausstellung The First Annual Exhibition of Paintings and Sculpture by Japanese Artists in New York. Es wurde später zu seinem bekanntesten Gemälde. In den folgenden Jahren wurden seine Arbeiten regelmäßig in den Salons des Independents und in Ausstellungen der College Art Association (C.A.A.) gezeigt. Kritiker wie Edward Alden Jewell, Ralph Flint und Henry McBride lobten seine Kompositionen und seine ökonomische Malweise.[3]
In den 1930er Jahren nahm Usui an zahlreichen Ausstellungen in New York und anderen Städten teil, unter anderem im Barbizon Plaza Hotel, im Roerich-Museum, im Wanamaker’s Department Store und im Museum of Modern Art (MoMA). 1934 erhielt er im Roerich-Museum eine Einzelausstellung, nachdem er im Rahmen einer Gruppenausstellung ausgezeichnet worden war. 1935 wurde sein Gemälde Coal Barges in der Ausstellung New Horizons in American Art des Federal Art Project (FAP), einem Programm der Works Progress Administration (WPA), gezeigt. Weitere Werke, darunter Dahlias, wurden in FAP-Ausstellungen im ganzen Land präsentiert, unter anderem im de Young Museum in San Francisco, in Chicago und bei der Pennsylvania Academy Annual Exhibition. 1940 waren seine Werke auf der New Yorker Weltausstellung zu sehen. Während des Zweiten Weltkriegs wurde Usui aufgrund seiner japanischen Herkunft mehrfach vom FBI verhört, jedoch nicht interniert. Er lebte zeitweise bei Kuniyoshi in Woodstock, New York, und setzte seine künstlerische Arbeit fort.[3]
Nach dem Krieg beteiligte er sich an Benefizveranstaltungen zugunsten japanisch-amerikanischer Organisationen und stellte 1947 im Riverside Museum sowie in einer Einzelausstellung in der Laurel Gallery aus. Seine in dieser Zeit entstandenen Bilder – darunter Shanties in the Bronx und Landschaften aus Woodstock – erhielten positive Kritiken in der New York Times, im Herald Tribune und im Art Digest. Ab Ende der 1940er Jahre zog sich Usui zunehmend aus dem Kunstbetrieb zurück und widmete sich stattdessen seiner Rahmenwerkstatt. 1954 heiratete er die Künstlerin Frances Ritter. Gemeinsam sammelten sie mexikanische Figuren und japanische Schwerter. Usui war Mitbegründer der Japanese Sword Society. Im Jahr 1977 wurde seine Wohnung in Greenwich Village ausgeraubt und Kunstwerke sowie Schwerter im Wert von rund 300.000 US-Dollar entwendet. 1979 war sein Porträt von Yasuo Kuniyoshi in einer Ausstellung japanischer Künstler in New York zu sehen. Im selben Jahr zeigte die Salander Galleries die Retrospektive Bumpei Usui: Paintings 1925–1949 und 1983 folgte in Tokio die umfangreiche Ausstellung Bumpei Usui: American Scene, 1920s–1940s in der Fuji Television Gallery. Usui starb im März 1994 in New York City. Er wurde gemeinsam mit seiner Frau Frances Pratt auf dem Nicholson Cemetery in Pennsylvania bestattet.[1]
Erst posthum erfuhr sein Werk wieder größere Anerkennung. So erwarb das Metropolitan Museum of Art im Jahr 2013 das Werk The Furniture Factory, das 2014 in der Ausstellung Reimagining Modernism: 1900–1950 gezeigt wurde. Weitere Werke wie 14th Street (Virginia Museum of Fine Arts), Dahlias und Portrait of Yasuo Kuniyoshi (Smithsonian American Art Museum) wurden ebenfalls ausgestellt.[3]
Werk
Bumpei Usui malte bevorzugt Stadtlandschaften, Interieurs, Blumenstillleben und Szenen des amerikanischen Alltagslebens. Sein Werk wird dem amerikanischen Realismus und Präzisionismus zugerechnet. In den 1920er- und 1930er-Jahren stellten Kunstkritiker auch Bezüge zur Ashcan School und zur American Scene Painting fest. Usui war nicht nur als Maler, sondern auch als Rahmenmacher und Designer tätig und fertigte individuelle Rahmen für bedeutende Künstler an.[4]
Literatur
- 臼井文平展 1983年1月28日-2月10日, フジテレビギャラリー Exhibition of Bumpei Usui. American scene 1920's-40's; 28. Januar bis 10. Februar 1983, Fuji Television Gallery, Tōkyō, 1983
Weblinks
- Japanese American National Museum
- Metropolitan Museum of Art
- Digital Museum of the History of Japanese in NY
- Bumpei Usui and his Frames
Einzelnachweise
- ↑ a b Bumpei Usui (1898-1994) – Find a Grave... Abgerufen am 3. November 2025.
- ↑ Bumpei Usui - The Furniture Factory - The Metropolitan Museum of Art. Abgerufen am 3. November 2025 (englisch).
- ↑ a b c Hidden in Plain Sight: Rediscovering the Life and Art of Bumpei Usui. 17. Dezember 2021, abgerufen am 3. November 2025.
- ↑ Lowy Art Conservation: Bumpei Usui and his Frames. 22. März 2013, abgerufen am 3. November 2025 (englisch).