Ursula Schleicher

Ursula Schleicher (* 15. Mai 1933 in Aschaffenburg) ist eine deutsche Politikerin (CSU). Sie wirkte zudem als Harfenistin. Ab 1979 war sie Mitglied des Europäischen Parlaments.

Leben

Ursula Schleicher wurde als Tochter des Hautarztes Adolf Schleicher († 1957) und dessen 1901 geborener Ehefrau, der Landespolitikerin Marielies Schleicher, geborene Wiesner,[1] in Unterfranken geboren. Sie legte 1952 an der Oberrealschule Aschaffenburg ihr Abitur ab. Nach einem längeren Aufenthalt in Verona (Italien) studierte sie von 1953 bis 1957 Medizin und Kulturwissenschaften (Kunstgeschichte, Musikwissenschaft und Italienisch) in Frankfurt am Main, anschließend von 1957 bis 1961 Musik mit dem Hauptfach Harfe an der Musikhochschule in München.[2] Von 1961 bis 1963 war sie Lehrerin für am Harfe und Klavier am Musikseminar (Seminarios Livros di Musica) der Universität Bahia in Brasilien und Erste Harfenistin des dortigen Universitätsorchesters. Von 1964 bis 1965 war sie freie Mitarbeiterin der Italienischen Presseagentur in München.

Seit 1965 ist Ursula Schleicher Mitglied der CSU. Von 1965 bis 1975 war sie als hauptamtliche Frauenreferentin der CSU tätig. 1972 bis 1980 war sie Mitglied des Deutschen Bundestages und dort im Familienausschuss tätig.[3] Sie war während ihrer Abgeordnetenzeit auch als Schriftführerin im Präsidium des Deutschen Bundestages tätig. 1979 wurde sie Mitglied des Europäischen Parlaments. Von 1979 bis 2004 war sie Mitglied der Fraktion der Europäischen Volkspartei (Christdemokraten) und europäischer Demokraten (EVP) im Europäischen Parlament. Schleicher wurde 1983 Präsidentin der Europäischen Frauenunion, war Vizepräsidentin des Deutschen Rats der Europäischen Bewegung und von Juli 1994 bis Juli 1999 Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments.

Die in Aschaffenburg in Unterfranken wohnhafte Schleicher hatte zahlreiche Ehrenämter inne. Sie war seit 1974 Mitglied im Präsidium der Europäischen Bewegung Deutschland. Von 1980 bis 2007 war sie dort Vize-Präsidentin. Sie war weiters seit 1974 stellvertretende Bundesvorsitzende der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB). Schleicher ist römisch-katholisch; sie spricht englisch, französisch, italienisch und portugiesisch.

Politische Ämter im Europäischen Parlament

Sonstige Ämter

  • Präsidentin der Europäischen Frauen-Union (1983–1987)
  • Stellvertretende Vorsitzende der CSU Unterfranken (1985–2005)
  • Stellvertretende Bundesvorsitzende der Paneuropa-Union Deutschland (seit 1995)
  • Präsidentin der Belgisch-Bayerischen Gesellschaft (1997–2004)
  • Präsidentin der Europäischen Parlamentarischen Gesellschaft (1998–2004), seit 2004 Ehrenpräsidentin

Ehrungen

Literatur

  • Schleicher, Ursula. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 1079.
Commons: Ursula Schleicher – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. www.csu-geschichte.de.
  2. Ursula Schleicher im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
  3. Das Parlament. 18 bis 20/13, 2013, ISSN 0031-2258, S. 14.
  4. Liste der Ehrungen. Mérite Européen – Freundes- und Förderkreis Deutschland e. V., abgerufen am 25. Dezember 2022.