Urs Justus Diederichs
Urs Justus Diederichs (* 12. Februar 1954 in Düsseldorf) ist ein deutscher Historiker und ehemaliger Museumsleiter.
Leben und Wirken
Nach seiner Reifeprüfung 1973 am Humboldt-Gymnasium Düsseldorf begann Urs Justus Diederichs, ein Sohn des Verlegers Peter Diederichs und Enkel Eugen Diederichs, mit dem Wintersemester 1973/74 das Studium der Fächer Geschichte, Politikwissenschaft und Soziologie an der Universität Trier-Kaiserslautern. Zu Beginn des Wintersemesters 1975/76 wechselte er zum weiteren Studium an die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und ergänzte sein Studium durch das Fach Kunstgeschichte. An dieser Universität konzentrierte er seine Arbeit auf das Gebiet der Geschichte der Hanse und promovierte 1982 bei dem Historiker Hartmut Boockmann.[1] Nach einiger Zeit der Tätigkeit an Museen in Kiel wechselte Diederichs 1985 nach Remscheid als Mitarbeiter an das dortige Deutsche Werkzeugmuseum. 1995 wurde er Leiter dieses Museums. Zu seiner Zuständigkeit als Leiter des Historischen Zentrums der Stadt Remscheid gehörte außerdem das Museum Haus Cleff und das Stadtarchiv. Ende Oktober 2014 trat er in den Ruhestand.[2][3]
Schriften (Auswahl)
- Der Verleger Dr. Eugen Diederichs, Jena, als Familienforscher. Mit einer Stammliste der thüringisch-sächsischen Diederichs (heute Bundesrepublik Deutschland und Schweiz) bis zur Gegenwart. In: Deutsches Familienarchiv, Bd. 67 (1977), S. 259–280.
- Der Aufruhr von 1454 bis 1456 in der Stadt Lüneburg. Eine prosopographische Untersuchung. Dissertation Universität Kiel 1981/82.
- Eisern in die neue Zeit. Die metallverarbeitende Industrie der Provinz Schleswig-Holstein um 1900 im Spiegel zeitgenössischer Text- und Bildquellen. Arbeitskreis für Wirtschafts- u. Sozialgeschichte Schleswig-Holsteins, Kiel 1984.
- (Hrsg., mit Hans-Hermann Wiebe): Schleswig-Holstein unter dem Hakenkreuz (= Dokumentationen der Evangelischen Akademie Nordelbien, Bd. 7). Bad Segeberg/Hamburg 1985.
- (Hrsg., zusammen mit Holger Rüdel): Franz Rehbein / Das Leben eines Landarbeits. Christians, Hamburg 1985, ISBN 3-7672-0892-X (Nachdruck 1990).
- (Hrsg. u. Mitautor): Schleswig-Holsteins Weg ins Industriezeitalter. Christians, Hamburg 1986, ISBN 3-7672-0965-9.
- Abschied vom Ärmelschoner. Entdeckungsreise durchs Stadtarchiv. In: Thomas Lange (Hrsg.): Geschichte - selbst erforschen. Schülerarbeit im Archiv. Beltz, Weinheim 1993, S. 28–40, ISBN 3-407-62173-6.
- Die spätmittelalterliche Hanse und ihre Städteorganisation. Kalkar – eine Hansestadt? In: Gerhard Kaldewei (Hrsg.): Die Stadt im Mittelalter. Kalkar und der Niederrhein (= Schriften der Heresbach-Stiftung Kalkar, Bd. 1). Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 1994, S. 175–183, ISBN 3-89534-136-3.
- Die Remscheider Stadtverwaltung in der NS-Zeit. In: Michael Mahlke (Hrsg.): Remscheid in der Zeit des Nationalsozialismus. RGA-Buchverlag, Remscheid 1995, S. 25–35, ISBN 3-923495-34-X.
- (Mitarb.): Ralf Rogge (Bearb.): "Wir werden siegen, wenn wir einig sind". Quellen zur Revolution 1848/49 in Remscheid, Solingen, Wuppertal. Stadtarchiv Solingen 1998, ISBN 3-928956-10-8.
- Werkzeug, Mensch, Geschichte. Führer durch das Deutsche Werkzeugmuseum, Remscheid. Förderkreis Deutsches Werkzeugmuseum e.V., Remscheid 2000, ISBN 3-923495-59-5.
- Römische Gemmen als Spiegel der antiken Götterwelt und Mythologie. 2. erw. Aufl. Diederichs, Wuppertal 2025.
Einzelnachweise
- ↑ Eigener Lebenslauf in der Dissertation an der Universität Kiel 1981/82.
- ↑ Lothar Kaiser: Seinen Abschied würzte Diederichs mit launigen Anekdoten. In: Kommunalpolitisches Forum für Remscheid, 1.11.2014 (abgerufen am 30.12.2025).
- ↑ Wechsel im Historischen Zentrum Remscheid steht bevor. In: Augias.net (abgerufen am 30. Dezember 2025).