Unwetter in Europa Ende Juni 2025

Sturmtief Ziros und weitere Gewitter
Sturmschäden im Tegeler Forst in Berlin
Unwetter Starkregen mit Orkanböen
Großwetterlage Westwetterlage
Daten
Beginn 22. Juni 2025
Ende 26. Juni 2025
Luftdruck 850 hPa[1]
Folgen
Betroffene Gebiete Bayern Bayern,
Berlin Berlin,
Brandenburg Brandenburg,
Niedersachsen Niedersachsen,
Sachsen Sachsen,
Polen Polen
Osterreich Österreich
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Die Unwetter in Europa Ende Juni 2025 bestanden aus dem Sturmtief Ziros, das am Montagabend, dem 23. Juni 2025, mit Orkanböen über Berlin, Brandenburg, Sachsen, Niedersachsen, Bayern, Polen und Österreich fegte sowie weiteren Gewittern, insbesondere am 26. Juni 2025 erneut in Berlin.[2]

Sturmtief Ziros

Deutschland

Das Hoch Zora brachte zum Wochenende (21. und 22. Juni 2025) sommerliche Temperaturen von Norddeutschland ins südöstliche Mitteleuropa mit. Nach dem Wochenende kam über den Nordatlantik, knapp südlich von Grönland, das Tief Ziros, das brachte kühlere und feuchte Luft bis nach Mitteleuropa mit. Das Tief hatte am Sonntagabend, den 22. Juni 2025, Kurs Richtung norwegischen See und Südskandinavien gemacht und leitete einen Wetterwechsel zum Wochenstart in Deutschland ein.[1] Zwischen Hoch Zora und dem herannahenden Tief Ziros kam aus Südwesten zunehmend heiße Luft nach Deutschland. Am Freitag, dem 20. Juni 2025, wurde am Oberrhein die 30-Grad-Marke knapp erreicht, dies war am Samstag vor allem in der Westhälfte vermehrt der Fall. Auch einen Tag später am Sonntag wurden vermehrt Höchstwerte zwischen 30 und 35 Grad gemessen. Noch heißer wurde es im Südwesten: bis zu 37 Grad warm.

Am Sonntagabend traf die Kaltfront des Tiefs Ziros auf den Westen und Nordwesten Deutschlands. Das brachte erst kräftige Schauer und Gewitter, die sich bis Montag in der Südosthälfte verbreiteten und lokal Unwetterpotenzial mit sich brachten. Dabei stürzten die Temperaturen förmlich ab, im Norden und Westen wurde nicht einmal mehr die 25-Grad-Marke erreicht. Im Nordseeumfeld erreichten die Temperaturen gerade mal die 20-Grad-Marke. Somit lagen die Höchstwerte oftmals um mehr als 10 Kelvin niedriger als noch am Vortag. Zu den Schauern, Gewittern und dem Temperatursturz wurde es zudem auch noch sehr windig bis stürmisch. Gerade im Norden und Westen fühlte sich der Wochenstart fast schon herbstlich an im Vergleich zum hochsommerlichen und heißen Sonntag. Die Wetterumstellung verbreiterte sich zu einer klassischen Westwetterlage, die über nächsten Tage anhielt. Die Tiefausläufer brachten immer wieder zeitweiligem Regen ostwärts mit, das betraf vor allem den Norden und ab und zu bis in den Süden. Im Süden blieb es sommerlich warm bis heiß, dagegen hielten sich die Höchstwerte im Norden eher im Bereich zwischen 20 und 25 Grad.[3][4]

Am Montag, dem 23. Juni 2025, lag die erste Kaltfront diagonal über dem Land.[1] Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sagte, dass die höchste Windgeschwindigkeit sei am Montag an der Freien Universität Berlin mit 108 Kilometern pro Stunde (Windstärke 11) gemessen worden. Im Ortsteil Tempelhof wurden Windgeschwindigkeiten über 100 Kilometern pro Stunde gemessen.[1][5] In der Berlin ist das Gewitter mit schweren Sturmböen am Montag ca. zwischen 16:45 Uhr und 17:45 Uhr hinweggezogen.[6]

Polen

Auch Polen war von der westlichen Kaltfront des Sturmtiefs Ziros betroffen.

Gewitter am 26. Juni

Deutschland

Am 26. Juni 2025 warnte der Deutsche Wetterdienst vor Gewittern mit Sturmböen am Alpenrand und in Ostdeutschland[7]. Zwischen 18 und 19 Uhr am 26. Juni traten zum zweiten Mal innerhalb von einer Woche erneut Sturmböen um 100 km/h in Berlin auf. Infolge der Schäden wurde der S-Bahnverkehr in Berlin zum zweiten Mal innerhalb einer Woche wetterbedingt eingestellt. Die Einschränkungen im Bahnverkehr dauerten den kompletten folgenden Freitag an[8]. Im Nordosten Berlins gab es im Spandauer Forst und im Tegeler Forst erhebliche Vegetationsschäden, woraufhin die Waldgebiete, abseits der öffentliche Straßen, für die Aufräumarbeiten bis auf weiteres (Stand 30. Juni 2025) gesperrt wurden[9].

Meteorologische Kennwerte

Sturmböen[10][11]
Wetterstation Wind-Max am 23. Juni Wind-Max am 26. Juni
Berlin-Dahlem 108 km/h
Brandenburg/Havel 105 km/h 78 km/h
Berlin-Tempelhof 100 km/h 94 km/h
Heckelberg 100 km/h 93 km/h
Potsdam 96 km/h 94 km/h

Einzelnachweise

  1. a b c d Wetter und Klima - Deutscher Wetterdienst - Thema des Tages - Tief ZIROS - Wetternachlese. Abgerufen am 24. Juni 2025.
  2. Sturmtief tobt – diese Bilder zeigen die Wucht. In: t-online. 24. Juni 2025, abgerufen am 25. Juni 2025.
  3. Wetter und Klima - Deutscher Wetterdienst - Thema des Tages - Hitzeintermezzo am Wochenende - Temperatursturz zum Wochenstart. Abgerufen am 24. Juni 2025.
  4. ZIROS gegen ZORA. Abgerufen am 24. Juni 2025.
  5. tagesschau.de: Berlin: Eine Tote und mehrere Schwerverletzte bei Sturm. Abgerufen am 25. Juni 2025.
  6. Unwetter trifft Berlin: Umgestürzte Bäume und Verletzte. 23. Juni 2025, abgerufen am 25. Juni 2025.
  7. Wetter und Klima - Deutscher Wetterdienst - Thema des Tages - Hochsommerlich heiß. Abgerufen am 30. Juni 2025.
  8. Aufräumarbeiten nach Sturm dauern an - schwere Schäden in Gedenkstätte. 26. Juni 2025, abgerufen am 30. Juni 2025.
  9. Berliner Forsten: Aktuelles. 30. Juni 2025, abgerufen am 30. Juni 2025.
  10. DWD Climate Data Center (CDC): Tägliche Stationsmessungen der maximalen Windspitze in ca. 10 m Höhe in m/s für Deutschland, Version v21.3, abgerufen am 30. Juni 2025.
  11. Wetter und Klima - Deutscher Wetterdienst - Thema des Tages - Tief ZIROS - Wetternachlese. Abgerufen am 30. Juni 2025.