Unsere Liebe Frau von Lourdes (Schederndorf)

Unsere Liebe Frau von Lourdes (Schederndorf)
Luftaufnahme aus südwestlicher Richtung
Basisdaten
Konfession römisch-katholisch
Ort Schederndorf, Deutschland
Diözese Erzbistum Bamberg
Patrozinium Maria von Lourdes
Baugeschichte
Bauherr ehemalige Gemeinde Schederndorf
Architekt Gustav Haeberle
Bauzeit 1886–1891
Baubeschreibung
Einweihung 1891
Baustil Neogotik
Bautyp Saalkirche
Funktion und Titel

Filialkirche der Pfarrei Stadelhofen

Koordinaten 50° 0′ 18,5″ N, 11° 9′ 18,1″ O

Die römisch-katholische Kapelle Unsere Liebe Frau von Lourdes in Schederndorf trägt das Patrozinium der seligen Jungfrau Maria von Lourdes und wird daher auch als Kapelle Maria von Lourdes bezeichnet. Sie befindet sich im Ortskern des oberfränkischen Dorfes und bildet den westlichen Abschluss des dortigen Dorfplatzes. Der neugotische[1] Bau ist eine Filialkirche der Pfarrei Stadelhofen, welche zum Seelsorgebereich Gügel[2] im Dekanat Bamberg[3] des Erzbistums Bamberg gehört.

Geschichte

Erbaut wurde die Kapelle im Jahre 1886[1] auf einem Grundstück der damals eigenständigen Gemeinde Schederndorf[4]. Nach 5-jähriger Bauzeit konnte der Sakralbau 1891 schließlich geweiht werden.[5] Den 1895 in einer benachbarten Scheune ausgebrochenen Brand – welchem das halbe Dorf zum Opfer fiel – überstand die Kirche unbeschadet. Zu Beginn der 1990er Jahre, wurde das Gebäude umfassend restauriert, wobei auch der Altar seine ursprüngliche Farbfassung zurückerhielt.[6]

Architektur & Ausstattung

Die Kapelle ist nicht geostet, sondern es liegt eine Nord-Süd-Ausrichtung vor. Der Chor ist eingezogen[1] und befindet sich im nördlichen Teil. An das Langhaus ist im Osten die Sakristei angebaut. Über dem südlichen Eingang sitzt der Kirchturm, welcher als Giebelreiter mit Spitzhelm ausgeführt ist. Die Saalkirche ist im Stile der Neogotik aus Kalkstein erbaut und mit Schiefer gedeckt. Der Entwurf zu diesem Bauwerk stammt vom Bamberger Kreisbaumeister Gustav Haeberle.[7]

Innenraum

Der Altar wurde 1888 vom im Bamberger Land bekannten Bildhauer Georg Löwisch (1860–1943[8]) gestaltet und aus Weichholz geschnitzt.[6] 1928 wurde der 2,6 m breite und 5 m hohe Altar mit einem grünen Anstrich versehen, welcher 1960 mit einer grauen Bemalung überdeckt wurde. 1991 kam durch die Restaurierung die ursprüngliche leuchtende Farbfassung wieder zu Tage.

An der Westseite des Langhauses findet sich eine Gedenktafel für die im ersten Weltkrieg gefallenen Bewohner Schederndorfs. Auf der Empore befindet sich die Orgel.

Außenanlage

Vor der Kirche wurde im Jahre 1998 ein weiteres Kriegerdenkmal erbaut.[6] Dieses erinnert namentlich an die Gefallenen und Vermissten des zweiten Weltkrieges. Darüber hinaus befindet sich östlich des Eingangs eine Marienstatue welche 1912 von der Familie Elis. Hennemann und Joh. Eberlein errichtet wurde.

Literatur

  • Josef Urban: Von der Kümmernis ins Kleinziegenfelder Tal. Neugotische Kapellen · Bau- und Kunstgeschichte · Personen und Ereignisse. Kleinziegenfeld 1998, ISSN 0177-1558, S. 178–182
Commons: Maria von Lourdes (Schederndorf) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege (Hrsg.): Bau- und Bodendenkmäler. Regierungsbezirk Oberfranken. Landkreis Bamberg. Gemeinde Stadelhofen. 18. April 2025 (bayern.de [PDF; abgerufen am 16. Dezember 2025]).
  2. Pfarreien Übersicht. Kath. Seelsorgebereich Gügel, abgerufen am 16. Dezember 2025.
  3. Dekanat Bamberg. Erzbistum Bamberg, abgerufen am 16. Dezember 2025.
  4. Bayernaltas. Standort der Kapelle auf historischer Karte. Landesamt für Digitalsierung, Breitband und Vermessung, abgerufen am 16. Dezember 2025.
  5. Maike Bruns: 125-jähriges Kirchweihjubiläum in Schederndorf. 11. September 2016, abgerufen am 16. Dezember 2025.
  6. a b c Die Geschichte unseres Dorfes (Memento vom 22. März 2016 im Internet Archive) Die Haabücha, 21. Mai 2007, abgerufen am 16. Dezember 2025
  7. Maria Kunzelmann: 100 Jahre Kapelle zur Heiligen Familie Hohenhäusling. Hrsg.: Festausschuß zur Jubiläumsfeier. 1997.
  8. Künstler und Handwerker. Freunde des Weltkulturerbes Bamberg e. V., 1993, abgerufen am 16. Dezember 2025.