Ulstein-Klasse

Ulstein-Klasse
Hans Herman Horn
Schiffsdaten
Land Norwegen Norwegen
Schiffsart Rettungsboot
Reederei Redningsselskapet
Entwurf FKAB Marine Design
Bauwerft Swede Ship Marine
Bauzeitraum 2014 bis 2025
Gebaute Einheiten 6
Schiffsmaße und Besatzung
Länge 21,85 m (Lüa)
Breite 6,30 m
Seitenhöhe 2,55 m
Tiefgang (max.) 1,30 m
Vermessung 65 BRZ / 26 NRZ
 
Besatzung 3
Maschinenanlage
Maschine 2 × Dieselmotor
Höchst­geschwindigkeit 38 kn (70 km/h)
Propeller 2 × Wasserstrahlantrieb
Transportkapazitäten
Tragfähigkeit 10 tdw
Sonstiges
Klassifizierungen DNV

Die Ulstein-Klasse ist eine Klasse von Rettungsbooten der norwegischen Seenotrettungsorganisation Redningsselskapet.[1]

Geschichte

Die Rettungsbootklasse wurde vom Unternehmen FKAB Marine Design in Uddevalla entworfen[2] und zwischen 2015 und 2025 auf der Werft Swede Ship Marine in Fagerfjäll gebaut. Die mit festangestellten Mitarbeitern des Redningsselskapet besetzten Boote sind an verschiedenen Orten entlang der norwegischen Küste stationiert. Die Besatzungsstärke besteht aus drei Personen. Die 2015 in Dienst gestellte Idar Ulstein als Typschiff der Klasse kostete einschließlich der Entwicklung des Typs 35 Mio. NOK.[3] Der Bau der 2021 in Dienst gestellten Erling Skjalgsson kostete knapp 50 Mio. NOK.[4]

Beschreibung

Die Boote werden von zwei Dieselmotoren angetrieben. Bei den ersten fünf Einheiten wurden MTU-Dieselmotoren des Typs 12V2000 M84 mit 1220 kW Leistung[3][5] beim ersten Boot und 1340 kW Leistung[6] bei den Folgebauten verbaut. Beim sechsten gebauten Boot kommen zwei MAN-Dieselmotoren des Typs D2862LE439 V12 mit jeweils 1324 kW Leistung zum Einsatz. Die Motoren wirken über Getriebe jeweils auf zwei Wasserstrahlantriebe. Die Boote erreichen eine Geschwindigkeit von 38 kn. Sie sind mit einem mit 50 kW Leistung angetriebenen Bugstrahlruder ausgestattet. Die MAN-Antriebsmotoren sind mit einem SCR-Katalysator zur Reduktion von Stickoxiden in den Abgasen ausgestattet.[7]

Im Rumpf ist im vorderen Bereich ein Aufenthaltsraum eingerichtet. Hier stehen eine Sitzgelegenheit und eine kleine Pantry zur Verfügung. Weiterhin sind die Boote mit drei Betten für die Besatzung ausgestattet und verfügen über einen Sanitärbereich und eine Werkstatt. Für medizinische Notfälle kann ein Behandlungstisch installiert werden. Im hinteren Bereich des Rumpfes befindet sich der Maschinenraum. Auf den Rumpf ist das Steuerhaus aufgesetzt. Hier befinden sich unter anderem vier Sitzplätze für die Besatzung sowie Bänke für vier weitere Personen.[8] Rumpf und Aufbauten bestehen zur Gewichtsreduzierung aus Aluminium.

Die Boote sind mit einem Beiboot ausgerüstet, mit dem beispielsweise im Wasser treibende Personen gerettet werden können. Sie verfügen auf dem Achterdeck über einen Kran, der 2,3 t heben kann. Mit dem Kran kann auch das Beiboot ins Wasser gesetzt bzw. wieder an Bord geholt werden. Die Boote sind mit einem Feuerlöschmonitor mit einer Kapazität von 4000 l/min zur Brandbekämpfung ausgestattet. Der Pfahlzug der Boote beträgt 12 t. Die Reichweite der Boote beträgt rund 400 Seemeilen.

Boote

Ulstein-Klasse
Bauname Baunummer Kennung Kiellegung
Ablieferung
Station[9]
Idar Ulstein 485 RS 158 November 2014
28. Oktober 2015
Fosnavåg
Hans Herman Horn 494 RS 168 15. April 2017
31. Oktober 2018
Kristiansund
Odd Fellow III 497 RS 169  
11. April 2019
Bodø
Erling Skjalgsson 509 RS 173 Juni 2020
29. Oktober 2021
Farsund
Leif-Erik Simonsen 520 RS 176  
September 2023
Bodø
Einar Helsing UNI 532 RS 177 21. Dezember 2023
17. Juni 2025
Haugesund

Die Boote sind größtenteils in Oslo registriert. Die Einar Helsing UNI ist in Horten registriert.

Commons: Ulstein-Klasse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Skøyteklassene, Redningsselskapet. Abgerufen am 5. Dezember 2025.
  2. R/S 158 Idar Ulstein, FKAB Marine Design. Abgerufen am 5. Dezember 2025.
  3. a b Kurt Vadset: Idar Ulstein (11/2015), Maritimt Magasin, 29. Oktober 2015. Abgerufen am 5. Dezember 2025.
  4. Ny redningsskøyte skal sikre Skagerrak, Skipsrevyen, 4. November 2021. Abgerufen am 5. Dezember 2025.
  5. Peter Pospiech: Norwegian Rescue Society relies on MTU-Engines, Vereinigung Europäischer Schifffahrtsjournalisten (VEUS), 29. Februar 2016. Abgerufen am 5. Dezember 2025.
  6. Frode Rabbevåg: Leif-Erik Simonsen (11/2023), Maritimt Magasin, 14. November 2023. Abgerufen am 5. Dezember 2025.
  7. Helge Martin Markussen: RS «Einar Helsing UNI», Skipsrevyen, 2. Oktober 2025. Abgerufen am 5. Dezember 2025.
  8. Frode Rabbevåg: Einar Helsing Uni 2025-09, Maritimt Magasin, 8. September 2025. Abgerufen am 5. Dezember 2025.
  9. Redningsskøyter og stasjoner, Redningsselskapet. Abgerufen am 5. Dezember 2025.