Ulrich Köttgen
Hans Ulrich Köttgen (* 30. Juni 1906 in Köln; † 22. Februar 1980 in Mainz) war ein deutscher Kinderarzt und Hochschullehrer. Er leitete von 1949 bis 1973 die Universitäts-Kinderklinik in Mainz und gilt als Wegbereiter der pädiatrischen Intensivmedizin und der pädiatrischen Onkologie in Deutschland.
Leben
Köttgen studierte von 1925 an Humanmedizin an den Universitäten Freiburg, München, Kiel, Berlin, Wien und Jena und legte 1931 das Staatsexamen in Jena ab. 1932 wurde er an der Universität Jena mit der Arbeit Die Bedeutung der hämatogenen Lungentuberkulose für die Entstehung bronchiektatischer Veränderungen im Kindesalter promoviert. In den Jahren 1931–1934 war er Assistenzarzt an der Jenaer Kinderklinik; ab 1934 war er dort Oberarzt. Im Jahr 1936 erfolgte die Anerkennung als Facharzt für Kinderheilkunde. 1937 wechselte er aus politischen Gründen an die Kinderklinik der Universität Münster. 1939 habilitierte er sich dort mit der Schrift Röntgenkymographische Untersuchungen des Herzens im Kindesalter Im gleichen Jahr wurde er zum Professor ernannt. Während des Zweiten Weltkriegs leistete er Wehrdienst. Von 1944 an übernahm er kommissarisch die Leitung der Kinderklinik in Münster, von 1945 bis 1948 war er stellvertretender Direktor derselbigen. 1949 folgte er dem Ruf auf die Direktion der Universitäts-Kinderklinik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, die er bis zum Jahr 1973 leitete. 1974 wurde er emeritiert. Köttgen war evangelischer Konfession und verstarb 1980 in Mainz. Sein Bruder war der Rechtswissenschaftler Arnold Köttgen.
Köttgen initiierte 1964 den Aufbau der ersten pädiatrischen Intensivstation sowie 1968 – mit Unterstützung von Malte Neidhardt – die Einrichtung einer pädiatrisch-onkologischen Abteilung. In der Folge war er maßgeblich am Aufbau der überregionalen Kooperation in der Pädiatrischen Onkologie beteiligt, die in den 1970er Jahren zur Gründung der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie (GPO) führte. Neben seinen klinischen Aufgaben wirkte Köttgen als Dekan der Medizinischen Fakultät (1957/58) und als Ärztlicher Direktor der Universität Mainz sowie in der Sozialpädiatrie, unter anderem als Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie, der Deutschen Zentrale für Volksgesundheitspflege und der Lebenshilfe für geistig Behinderte.
Schriften (Auswahl)
- Die Bedeutung der hämatogenen Lungentuberkulose für die Entstehung bronchiektatischer Veränderungen im Kindesalter, zugleich ein Beitrag zur Differentialdiagnose zwischen sekundärer Tuberkulose und dem Krankheitsbild der Bronchiektasie (Dissertation, Jena 1932)
- Röntgenkymographische Untersuchungen des Herzens im Kindesalter (Habilitationsschrift, Münster 1939; als Monographie 1938/1939 publiziert)
- Frühe Nachweise röntgenologisch dokumentierter Regressionen unter Cyclophosphamid beim Non-Hodgkin-Lymphom
Literatur
- Karl-Heinz Schäfer: „In memoriam Professor Dr. Ulrich Köttgen“, in: Monatsschrift für Kinderheilkunde, 128 (1980), S. 389.
- Lebenslauf in der Chronik der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie, S. 27.
Weblinks
- Hans Ulrich Köttgen im Verzeichnis der Professorinnen und Professoren der Universität Mainz