Ulrich Feine
Ulrich Matthias Feine (* 18. Januar 1925 in Rostock; † 16. Januar 2018 in Tübingen)[1] war ein deutscher Facharzt für Röntgenologie, Strahlenheilkunde und Nuklearmedizin und Hochschullehrer.
Leben
Ulrich Feine, Sohn von Ilse Feine, geborener Stutz, und des Juraprofessors Hans Erich Feine sowie Enkel des Theologen Paul Feine, besuchte von 1931 bis 1935 eine Grundschule in Tübingen und von 1935 bis 1943 das humanistische Uhland-Gymnasium in Tübingen, wo er sein Abitur machte. Nach dem Schulabschluss wurde er zum Wehrdienst eingezogen. Er wurde Sanitätsoffiziersanwärter der Marine und geriet zum Kriegsende in Kriegsgefangenschaft. Nach dem Krieg studierte er von 1946 bis 1950 Humanmedizin an der Universität Tübingen und schloss das Studium mit Staatsexamen ab. 1951 wurde er zum Dr. med. promoviert. Weitere Ausbildungen führten Feine nach Marburg, als Gastassistent an die Universität in Pavia und in die Radiologie von Rudolf Schinz an der Universität Zürich. 1954 erhielt er seine Approbation als Arzt. Nach seinem Aufenthalt in Zürich wechselte Feine 1955/56 an das Max-Planck-Institut für Biophysik in Frankfurt am Main. Anschließend kehrte er nach Tübingen zurück und übernahm als Oberarzt des Medizinischen Strahleninstituts unter Robert Bauer ein Radioisotopen‐Labor mit Diagnostik. 1958 führten ihn Weiterbildungen in der Radioisotopenanwendung und im Strahlenschutz an das Royal Marsden Hospital in London und die Reactorschool in Harwell (England). 1959 schloss er seine Weiterbildungsmaßnahmen als Facharzt für Röntgenologie und Strahlenheilkunde ab. 1964 habilitierte er mit seiner Arbeit DNS Synthese und Strahlenwirkung – Experimentelle Untersuchungen mit Tritium-markiertem Thymidin an normalem und Tumorgewebe. Ab 1968 leitete er die Abteilung Nuklearmedizin des Medizinischen Strahleninstitutes unter Leitung von Walter Frommhold. 1974 wurde er zum ordentlichen Professor für Nuklearmedizin und Radiologie berufen und leitete bis zu seiner Emeritierung 1993 als Ärztlicher Direktor die eigenständige Nuklearmedizinische Abteilung am Klinikum der Eberhard‐Karls‐Universität Tübingen.
Ulrich Feine war evangelisch, zweimal verheiratet, unter anderem ab 1954 mit Ursula Feine, geborener Sicke, und Vater der vier Töchter Dorothee, Ruth, Eva und Claudia.
Auszeichnungen
- 1972: Patschke-Preis der Universität München zum 500. Jahresjubiläum
- 1982: Korrespondierendes Mitglied der Schweizer Gesellschaft für Radiologie und Nuklearmedizin
- 1987: Ehrenmitglied der Association Européenne de Radiologie
- 1992: Ehrenvorsitzender der Südwestdeutschen Nuklearmedizinischen Gesellschaft
- 1994: Ehrenmitglied der Schweizer Radiologischen Gesellschaft
Schriften
- Szintigraphische Diagnostik. 1969; 2. Auflage 1979.
- mit Wolfgang Müller-Schauenburg: Skelettszintigraphie: Knochendiagnostik mit neuen Verfahren. Wachholz Verlag, 1989, ISBN 978-3-8133-1261-4.
- mit Karl zum Winkel: Nuklearmedizin - Szintigraphische Diagnostik. Georg Thieme Verlag, 1995, ISBN 978-3-13-448402-1.
Literatur
- Feine, Ulrich Matthias. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 296.
Weblinks
- Biografie auf der Homepage der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V.
- Nachruf des Universitätsklinikums Tübingen
Einzelnachweise
- ↑ Kreiszeitung Böblinger Bote vom 20. Januar 2018, abgerufen am 10. Februar 2019