Uljana Matwejewna Gromowa

Uljana Matwejewna Gromowa (russisch Ульяна Матвеевна Громова, * 3. Januar 1924 in Werchnja Krasnjanka, heute Rajon Luhansk; † 16. Januar 1943 in Krasnodon)[1] war eine sowjetische Partisanin.

Leben

Die in eine Arbeiterfamilie geborene Uljana Matwejewna besuchte ein Gymnasium, trat der Komsomol bei und wurde Leiterin einer Pioniergruppe. Als der Große Vaterländische Krieg ausbrach, war sie Feldarbeiterin einer Kolchose. Sie kümmerte sich in einem Krankenhaus um Verwundete. Mehrere Mitglieder ihrer Familie wurden evakuiert, doch sie blieb, um sich um ihre schwerkranke Mutter zu kümmern.[2]

Während der deutschen Besatzung gründete sie zusammen mit ihren Kameraden Anatoli Popow und Maja Pegliwanowa eine Jugendinitiative in ihrem Heimatdorf. Diese Organisation wurde später Teil der legendären Untergrundbewegung „Junge Garde“, die im von den Deutschen besetzten Krasnodon operierte. Ab September 1942 war Gromowa Mitglied der Untergrundleitung und engagierte sich in antifaschistischen Aktivitäten. Gemeinsam mit anderen jungen Menschen verteilte sie Flugblätter, tötete Kollaborateure und beteiligte sich an Sabotageakten. Sie versuchte, die Bemühungen der Besatzer zu behindern, junge Menschen für die Arbeit in Deutschland zu rekrutieren. Sie sammelte zu Hause medizinische Hilfsgüter, Munition und Waffen, die an die Rote Armee geschickt werden sollten.[1][2][3][4]

Uljana Matwejewna wurde am 10. Januar 1943 verhaftet. Die Polizei hängte sie an ihren Haaren auf und folterte sie, bis sie das Bewusstsein verlor. Außerdem ritzten die Deutschen ihr einen fünfzackigen Stern in den Rücken. Gromowa ritzte mit einem rostigen Nagel in ihrer Zelle einen Abschiedsbrief an ihre Familie. Am 16. Januar 1943 wurde sie erschossen und in einen Schacht geworfen. Nachdem die Rote Armee Krasnodon erobert hatte, erfolgte die Beerdigung der Mitglieder der Jungen Garde mit allen Ehren am 1. März 1943. Sie wurde beigesetzt in einem Massengrab in der Mitte des Krasnodon-Platzes, wo der Gedenkkomplex „Junge Garde“ errichtet wurde.[1][2][4]

Rezeption

Gromowa ist die Heldin in Alexander Fadejews Buch Junge Garde. 1949 wurde ein hydrographisches Schiff der Pazifikflotte nach Gromowa benannt. 1986 wurde ein Schlepper im Hafen von Peledui gebaut, der nach Gromowa benannt wurde. 2017 wurde eine Briefmarke mit einem Porträt von Gromowa herausgegeben. In Städten wie Kaliningrad, Nischni Tagil, Luhansk, Wolgograd, Uljanowsk, Toljatti, Lipezk und Orjol sind Straßen nach Gromowa benannt.[2][3]

Auszeichnungen

Commons: Uljana Matwejewna Gromowa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c d Walentyn Sandul: Громова Уляна Матвіївна. In: Enzyklopädie der modernen Ukraine. Abgerufen am 8. Oktober 2025 (ukrainisch).
  2. a b c d e f Anna Myklina: Ульяна Громова. In: 24smi.org. Abgerufen am 8. Oktober 2025 (russisch).
  3. a b Maxim D. Shrayer: Leaving Russia: a Jewish story. Syracuse University Press, 2017, ISBN 978-0-8156-5243-4, S. 301.
  4. a b Henry Sakaida, Christa Hook: Heroines of the Soviet Union, 1941-45. Bloomsbury Publishing Plc, 2003, ISBN 978-1-78096-692-2, S. 57.