Udo Horstmann (Kunstsammler)
Udo Horstmann (geboren 1941 in Witten) ist ein deutscher Geschäftsmann, Kunstsammler und Mäzen.
Biographie
Horstmann wuchs in Nordrhein-Westfalen auf. Er studierte Volkswirtschaft in Köln. Es folgten Geschäftsaufenthalte in den Vereinigten Staaten und in Südafrika von 1970 bis 1980. Dort arbeitete er als zentraler Kooperationspartner für Marc Rich, der versuchte, die Embargos gegen das lokale Apartheid-Regime beim Rohstoffhandel zu umgehen.[1] Die Bedeutung Horstmanns in diesem System zeigte sich auch darin, dass bei den vierteljährlichen Führungstreffen von Richs Unternehmen in Zürich das Codewort „Udo“ stets für Südafrika verwendet wurde.[2] Er war zudem in verschiedene Termingeschäfte mit russischer Kohle während des Kalten Kriegs involviert. Nach Abschluss seiner Tätigkeit in Afrika zog er sich Ende der 1980er Jahre aus dem aktiven Berufsleben zurück, blieb jedoch weiterhin in mehreren Unternehmensvorständen tätig. Offenbar aus steuerlichen Gründen ließ sich Horstmann in den 1990er Jahren in Zug, im Kanton Zug in der Schweiz nieder. Horstmann lebt in Zug und in Berlin.[3]
Sammlung außereuropäischer Kunst
Seit den 1980er Jahren begann Horstmann, afrikanische und ozeanische Kunst auf dem internationalen Kunstmarkt zu sammeln,[4] die durch Ausstellungen und Publikationen weltweite Bekanntheit erlangte. Im Rahmen der Ausstellungen seiner Sammlungen kooperierte er mit mehreren Museen[5][6][7] Im Laufe der Jahre spendete Horstmann Objekte seiner Sammlung an internationale Museen, darunter das Museum Rietberg in Zürich,[8] das Museum of Fine Arts in Boston[9] und das Brooklyn Museum in New York.[10] 1992 erfolgte eine bedeutende Schenkung südafrikanischer Kunst an die Johannesburg Art Gallery.[11] Er beteiligte sich auch an gesellschaftlichen Diskursen zur Rezeption außereuropäischer Kunst,[12] zum Kunstmarkt sowie zu Ausstellungen.[13] Besonders hervorzuheben ist seine Rolle in den Debatten um die Sammlung Reinhard Klimmt.[14]
Ehrungen
Für sein Engagement zur Bewahrung des französischen Kulturerbes wurde Udo Horstmann am 17. Mai 2016 von Audrey Azoulay, Ministerin für Kultur und Kommunikation, zum „Chevalier de l'Ordre des Arts et des Lettres“ ernannt.[15]
Einzelnachweise
- ↑ Tribal triumph: Udo Horstmann and his wife, Wally, have filled their home in Switzerland with one of the world's greatest private collections of tribal art. As Mr Horstmann explains to Louise Nicholson, it is 'an expedition into another world'. Apollo, vol. 170, no 568, 1er septembre 2009, p. 20–25
- ↑ David Pallister, Kevin Maguire: Shadow minister accused of supplying apartheid regime. In: The Guardian. 4. Mai 2001, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 9. Oktober 2025]).
- ↑ Sammlung Wally und Udo Horstmann. In: galerie-herrmann.com. Abgerufen am 9. Oktober 2025.
- ↑ Dominique Remondino: An Interview with Udo Horstmann. In: Art Tribal, 2003/4:100–105.
- ↑ The Power of Form. African Art from the Horstmann Collec-tion...
- ↑ Junge Peter und Dietrich Wildung (Hrsg.)...
- ↑ Ritual oder Spiel? Puppen aus Afrika und Ägypten...
- ↑ Jahresbericht 2020. (PDF) In: rietberg.ch. Abgerufen am 9. Oktober 2025.
- ↑ Doll. In: collections.mfa.org. Abgerufen am 9. Oktober 2025.
- ↑ Miniature Head used in Divination (Olorin Ikin) · Brooklyn Museum
- ↑ Johannesburg Art Gallery: The Horstmann Collection of Southern African Art...
- ↑ Udo Horstmann und Klaus Maaz: "I PIERCE THE SKY'S EYE"...
- ↑ Pierre Naquin und Carine Claude: UDO ET WALLY HORSTMANN...
- ↑ Focus online: „Das ist ein peinlicher Witz“. In: Focus online. (focus.de [abgerufen am 9. Oktober 2025]).
- ↑ Ministère de la culture: Ordre des Arts et des Lett-res. Générique Paris 2018: 25