UHC Admira Wien

UHC Admira Wien
Voller Name Sportunion-Handballclub Admira Wien
Abkürzung(en) Admira
Gegründet 1940
Vereinsfarben Lila
Halle Sporthalle Rennbahnsiedlung
Präsident Enrico Jacono
Trainer Osterreich Thomas Mori
Liga WHA Challenge
Website admira-wien.at
Heim
Auswärts
Größte Erfolge
National 11× Staatsmeister
International Erster Handballklub Österreichs in einem Europacup-Semifinale

Der UHC Admira Wien, kurz Admira, ist ein Damen-Handballverein aus dem 21. Wiener Gemeindebezirk Floridsdorf, der auf die Förderung heimischer Nachwuchsspielerinnen ausgerichtet ist. Die Heimspiele werden in der Sporthalle Rennbahnwegsiedlung ausgetragen.

Geschichte

Die Admira ist ein Traditionsverein, dessen Ursprung auf die Gründung einer Frauenhandballmannschaft im Floridsdorfer Turnverein (FTV) im Jahre 1940 zurückgeht. Wegen der Auflösung des FTV erfolgte 1945 die Angliederung als Handball-Frauensektion an den Sportklub Admira. 1951 kam es zur Fusion mit dem Eisenbahnersportverein (ESV) Wien zum ESV Admira Wien. In dieser Konstellation konnte 1953 der erste Staatsmeistertitel auf Großfeld-Rasen errungen werden. Schon 1957 gab es die nächste Änderung: Aus dem ESV Admira wurde WSC-Admira, weitere 3 Jahre später dann Admira Energie und deren Handballsektion KSV Admira Energie. Gemeinsam mit dem Rivalen DSC Danubia beherrschte die Admira zu dieser Zeit die österreichische Damen-Handballszene. 1962 gelang schließlich der erste Staatsmeistertitel auf Kleinfeld unter Trainer Friedrich Fitz.

1968 erfolgte die Eingliederung der Handballsektion KSV Admira Energie in den SC Landhaus unter dem Namen Union Admira Landhaus (Obmann: Küssel, Stellvertreter: Raab, Sektionsleiter: Heinz Krug, Trainerin: Muschi Krug). Es folgten 9 österreichische Staatsmeistertitel und viele nationale und internationale Turnier- und Europacuperfolge.

Als erster österreichischer Handballklub überhaupt erreichte Union Admira Landhaus 1976 ein Europacup-Semifinale. Dort unterlag das Team den späteren Gewinnerinnen des Europacups RK Radnički Belgrad.

Aus der Saison 1976/77 ging Hypo Niederösterreich erstmals als Staatsmeister hervor. Die besten Admira-Spielerinnen wechselten vor dieser Saison und holten den Titel für den Klub Hypo Niederösterreich, der unter völlig anderen finanziellen und infrastrukturellen Voraussetzungen in die österreichische Handballszene einstieg. In den folgenden Jahren und Jahrzehnten wurde der Frauenhandball zunehmend von den jeweiligen Budgets der Vereine geprägt. Die Admira blieb bei ihrer Positionierung, in erster Linie heimische Nachwuchsspielerinnen zu fördern.

Ab der Saison 1991/92 ging die Admira eine Spielgemeinschaft mit der Damenhandballsektion des Post SV ein, die damals aus Mangel an Spielerinnen vor der Auflösung stand. Im österreichischen Staatsligacup 1994/95 konnte in Abwesenheit von Hypo Niederösterreich der 1. Platz, 1995/96 der 2. Platz errungen werden. 1996 wurde die Damenhandballsektion des Post SV aus finanziellen Gründen aufgelöst und damit die Spielgemeinschaft beendet.

2001 erfolgte die Teilung des SC Union Landhaus in einen auf Betriebssport ausgerichteten Verein mit Sitz in St. Pölten und einen Verein mit Sitz in Wien, dessen Sektionen Meisterschaftsbetrieb führen. Letzterem gehörte fortan die Damenhandballsektion an. Bereits 2003 kam es zur Gründung des eigenständigen Klubs UHC Admira Landhaus innerhalb des SC Union Landhaus in Wien, Obfrau war Brigitta Richter. 2019 wurde ein neuer Vorstand unter Obmann Gottfried Fahrngruber bestellt. Schließlich fand 2020 die Ausgliederung von SC Union Landhaus samt Namensänderung auf Sportunion-Handballclub Admira Wien statt. Dem 2021 neu bestellten Vorstand sitzt seither Klub-Manager Enrico Jacono vor.[1]

Erfolge

  • Österreichischer Meister: 11 × (1953, 1962, 1968, 1969, 1970, 1971, 1972, 1973, 1974, 1974/75, 1975/76)
  • Erster Handballklub Österreichs in einem Europacup-Semifinale (1976)
  • Erreichung des Europacups 1986 bis 1997

Kader 2025/26

Nr. Name Nationalität Position
1 Alina Stani Österreicherin Tor
16 Patricia Wagner Österreicherin Tor
18 Valerie Mösslberger Österreicherin Tor
21 Natascha Schilk Österreicherin Tor
3 Christina Lovrinovic Österreicherin Rückraum Mitte
6 Vanessa Pichler Österreicherin Kreis
7 Leonie Sophie Leder Österreicherin Links Außen
8 Maili Breit Österreicherin Rückraum Links
10 Noemi Bösch Österreicherin Rechts Außen
13 Lea Müller Österreicherin Links Außen
14 Elana Bertalan Österreicherin Links Außen
17 Katharina Zeba Österreicherin Links Außen
19 Chidimma Noble Österreicherin Rückraum Links
20 Linda Friedl Österreicherin Rückraum Mitte
22 Erika Harangozo Österreicherin Links Außen
29 Kathrin Grünsteidl Österreicherin Rechts Außen
32 Confidence Stuppöck Österreicherin Rückraum Links
37 Emilia Jacono Österreicherin Rückraum Mitte
38 Juliana Tusa Österreicherin Rückraum Rechts
41 Kristina Draganić Österreicherin Kreis
51 Irina Marceta Österreicherin Rückraum Rechts
53 Hanna Schrey Österreicherin Rechts Außen
54 Bibiana Schwarz Österreicherin Rückraum Mitte

[2]

Bekannte ehemalige Spielerinnen

Jantsch, Nemecek, Ocwirk, Daibel, Wilfert, Kunstel, Cerwinka, Haas-Pelz, Juranitsch-Obermaier, Erika Franz-Wilfert, Muschi Krug-Wilfert, Stussak, Palme, Geyer, Gerti Krug, „Jimmy“ Simon, Sabine Heil, Kazimiera Tomaszewska, Danuta Załęska-Stampfel, Michaela Juranitsch-Huber, Sandra Hart und Stefanie Schalko. Die Welthandballerin Jasna Kolar-Merdan war von 2019 bis 2021 Trainerin der Admira.

Weitere Wettbewerbe

  • Teilnahme am internationalen Sommerturnier in Zypern 1997 und 1999
  • Teilnahme am internationalen Beachhandballturnier in Griechenland 1998 und 2001

Mediale Rezeption

Historische Zeitungsberichte über die Admira aus den Jahren 1947[3], 1948[4] und 1954[5][6][7] finden sich im Projekt ANNO – AustriaN Newspapers Online der Österreichischen Nationalbibliothek.

Literatur

  • Eva-Maria Reichebner: Frauenhandball in Österreich: Motive, Wünsche, Gruppenstrukturen. Hochschulschrift. Diplomarbeit, Universitätsbibliothek Wien. 1988 (zum Datensatz)
  • Birgit Riezinger: Verbote, Widerstände, große Erfolge: 100 Jahre Frauenfußball in Österreich. Wien 2024, ISBN 978-3-903376-80-9 (zum Datensatz)[Anm. 1]
Commons: UHC Admira Wien – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Über Admira Wien. In: UHC Admira Wien. Abgerufen am 26. September 2025.
  2. Kader UHC Admira Wien - WHA Challenge. In: oehb-handball.liga.nu. Abgerufen am 17. November 2025.
  3. 1947-11-25: Tabakregie hat es geschafft. Abgerufen am 6. November 2025.
  4. 1948-10-01: Französische Handballer in Wien. Abgerufen am 6. November 2025.
  5. 1954-08-28: Admira-Handballerinnen fahren heute nach Prag. Abgerufen am 6. November 2025.
  6. 1954-09-08: Fairneß-Pokal für Admira-Handballerinnen. Abgerufen am 6. November 2025.
  7. 1954-09-20: Admira-Handballerinnen besiegt. Abgerufen am 6. November 2025.

Anmerkungen

  1. Zwar geht es im Buch nur um Fußball, aber im Inhaltsverzeichnis scheint auf, dass die Vereinsgeschichte behandelt wird. Interview mit Landhaus-Gründer Gerhard Traxler auf S. 130.