Uğur Üngör
Uğur Ümit Üngör (* 1980 in Erzincan) ist ein niederländischer Historiker und Soziologe, der über Völkermorde und Massengewalt forscht. Er war Assistant Professor an der Universität Utrecht und ist seit 2020 Professor am NIOD-Institut für Kriegs-, Holocaust- und Genozidforschung.
Leben
Üngör wurde in der Türkei geboren und wuchs in Enschede in den Niederlanden auf.[1][2] Er wurde 2009 an der geisteswissenschaftlichen Fakultät der Universität Amsterdam (UvA) zum Ph.D. promoviert, Thema seiner Dissertation war das Social Engineering der Jungtürken, Nationenbildung und Massengewalt in der Osttürkei vom Staatsstreich 1913 bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Dafür wurde er 2010 mit dem Erasmus-Dissertationspreis der Stiftung Praemium Erasmianum ausgezeichnet.[3] Er lehrte von 2010 bis 2020 Geschichte an der Universität Utrecht. 2020 wurde er zum Professor für Holocaust- und Genozidforschung an der Universität Amsterdam und am NIOD-Institut für Kriegs-, Holocaust- und Genozidforschung ernannt.
Üngör veröffentlicht vorwiegend im Themenbereich von Massengewalt und Völkermord, vor allem über den Völkermord an den Armeniern und den Völkermord in Ruanda. Sein Buch The Making of Modern Turkey; Nation and State in Eastern Anatolia, 1913–50 (Oxford University Press, 2011) war 2011 der Gewinner des Keetje Hodshonprijs, der durch die Koninklijke Hollandsche Maatschappij der Wetenschappen (KHMW, englisch: Royal Holland Society of Sciences and Humanities ) verliehen wurde.[4] Am 27. September 2012 wurde Ümit Üngör der Young Scientist Award von der Königlich Niederländischen Akademie der Wissenschaften verliehen.[5]
Veröffentlichungen
- Vervolging, Onteigening en Vernietiging. De Deportatie van Ottomaanse Armeniërs tijdens de Eerste Wereldoorlog. Soesterberg, 2007.
- The Making of Modern Turkey. Nation and State in Eastern Anatolia, 1913-1950. Oxford: Oxford University Press, 2011.
- übersetzt ins Türkische als: türkisch Modern Türkiye'nin İnşası: Doğu Anadolu'da Ulus, Devlet, ve Şiddet, 1913-1950. Istanbul: İletişim, 2016.
- Confiscation and Destruction: The Young Turk Seizure of Armenian Property. London: Bloomsbury, 2011.
- Genocide: New Perspectives on its Causes, Courses, and Consequences. Amsterdam: Amsterdam University Press, 2016.
- Paramilitarism: Mass Violence in the Shadow of the State. Oxford: Oxford University Press, 2020.
Weblinks
- Prof. dr. Uğur Ümit Üngör, niod.nl
- Ugur Ümit Üngör, Assistant Professor ( vom 11. Februar 2014 im Internet Archive), auf der Website der Universität Utrecht
- Aram Arkun: Prolific Young Scholar on Armenian Genocide in Holland, The Armenian Mirror Spectator, 7. Februar 2012
- Lecture on Armenian Genocide auf YouTube
Einzelnachweise
- ↑ Alin K. Gregorian: Clark Attempts to Define State of Genocide Research, The Armenian Mirror-Spectator, 14. April 2010
- ↑ De passie van … Ugur Ümit Üngör, aanzet.wordpress.com, 4. Dezember 2011
- ↑ Dissertatieprijzen, Naam: Ugur U. Üngör, Jaar: 2010, Dissertatie: Young Turk Social Engineering. Mass Violence and the Nation State in Eastern Turkey, 1913-1950. Archiviert vom am 16. November 2016; abgerufen am 12. Dezember 2025.
- ↑ Keetje Hodshon Prijs 2011 toegekend aan Dr. Üngör ( vom 17. Oktober 2013 im Internet Archive), khmw.nl, 17. März 2011 (Archivierte Kopie)
- ↑ Heineken Young Scientists Awards: Uğur Ümit Üngör. In: knaw.nl. 2012, archiviert vom am 12. Februar 2016; abgerufen am 12. Februar 2016 (englisch).