Tyra (Gasfeld)
Das Gasfeld Tyra liegt im dänischen Teil der Nordsee, etwa 225 km westlich der Stadt Esbjerg. Das 1968 von Maersk Oil entdeckte und seit 1984 betriebene Tyra-Feld ist Dänemarks größte Erdgaslagerstätte.[1]
Seit 1984 versorgt das Gasfeld Europa mit Erdgas. Die Tyra-Anlagen sind ein zentraler Bestandteil der dänischen Öl- und Gasproduktionsinfrastruktur und wurden von 2017 bis 2024 umfassend saniert.[2]
Eigentümer
Das Tyra-Feld gehört dem Danish Underground Consortium (DUC) – einem Joint Venture von TotalEnergies, BlueNord und Nordsøfonden. TotalEnergies ist Betreiber des Feldes und hält einen Anteil von 43,2 %, BlueNord 36,8 % und Nordsøfonden 20 %.
Beschreibung
In den 40 Jahren, seit denen im Tyra-Feld gefördert wird, kam es zu einer natürlichen Absenkung des Meeresbodens unter den Anlagen um über fünf Meter. Dies führte dazu, dass die Plattformen entsprechend absanken und die auf ihnen befindlichen Anlagen näher an die Meeresoberfläche rückten. Daher war eine Erneuerung der Anlagen notwendig, um eine sichere Produktion auch in Zukunft zu gewährleisten.[2]
Die Umgestaltung von Tyra erforderte umfangreiche technische und logistische Anstrengungen. Die Phase der Demontage der veralteten Anlagen wurde mit zwei der weltweit größten Bau- und Kranschiffe im Sommer 2020 abgeschlossen. Insgesamt wurden rund 50.000 Tonnen Material entfernt.[1] 98,5 % der Materialien aus den ehemaligen Anlagen von Tyra wurden recycelt oder wiederverwendet.[1]
Zwischen 2020 und 2022 wurden acht neue Plattformen installiert, darunter sechs Bohrlochkopf- und Steigrohrplattformen, eine Wohnplattform und eine Verarbeitungsplattform. Das letzte Verarbeitungsmodul mit einem Gewicht von 17.000 Tonnen wurde im Oktober 2022 installiert und brach damit einen Weltrekord für den schwersten Kranhub auf See. Nachdem die Plattformen wieder mit Strom versorgt und an die bestehende Energieinfrastruktur der Nordsee angeschlossen worden waren, nahm Tyra II am 21. März 2024 die Produktion wieder auf und erreichte in den folgenden Monaten die volle technische Kapazität.
DUC hat mehr als 27 Milliarden DKK in das Projekt investiert.[2]
Die neuen Anlagen tragen erheblich zur Energieeffizienz bei. Die CO2-Emissionen werden um voraussichtlich 30 % gegenüber dem Stand vor der Sanierung reduziert. Das Abfackeln des Feldes wird um 90 % reduziert.
Die Produktion von Tyra II wurde im März 2024 wieder aufgenommen. Nach der Sanierung der Anlagen wird eine Produktion von etwa 60.000 Barrel Öläquivalent (BOE) – 5,7 Millionen Kubikmetern Gas – pro Tag in Produktionsspitzen möglich sein. Die Produktion erfolgt sowohl aus Tyra als auch aus den umliegenden fünf Satellitenfeldern Tyra Southeast, Harald, Valdemar, Svend und Roar.[1] Die Lieferkapazität entspricht sechs Prozent der EU-eigenen Produktion und ein Prozent des europäischen Gesamtverbrauchs.[3]
Die Tyra-Anlagen sind damit zentrale Drehscheibe für den Großteil des im dänischen Teil der Nordsee geförderten Gases und tragen zur Stärkung der Versorgungssicherheit Dänemarks und Europas bei.
Einzelnachweise
- ↑ a b c d Tyra: a State-of-the-Art Offshore Gas Hub in the North. In: totalenergies.com. Abgerufen am 8. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ a b c Tyra II - Redevelopment of the Tyra field. In: eng.nordsoefonden.dk. Abgerufen am 8. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Tyra II fejret ved officiel indvielse. In: maritimedanmark.dk. 7. Oktober 2025, abgerufen am 8. Oktober 2025 (dänisch).
Koordinaten: 55° 43′ 0″ N, 4° 48′ 0″ O