Tsendiin Mönch-Orgil

Tsendiin Mönch-Orgil (mongolisch Цэндийн Мөнх-Оргил, englisch Tsendiin Mönkh-Orgil; auch Tsend Munkh-Orgil; * 18. Oktober 1964 in Baruun-Urt) ist ein mongolischer Politiker, Jurist und Diplomat. Er ist Mitglied des Großen Staats-Churals und war von 2004 bis 2006 und von 2016 bis 2017 Außenminister, sowie von 2007 bis 2008 Justiz- und Innenminister seines Landes. 2021 wurde er als erster Mongole von der Generalversammlung der Vereinten Nationen zum Mitglied der Völkerrechtskommission gewählt.

Leben

Mönch-Orgil besuchte die Sekundarschule Nr. 23 in Ulaanbaatar, die er 1982 abschloss. Anschließend studierte er Internationale Beziehungen und Völkerrecht am Staatlichen Moskauer Institut für Internationale Beziehungen (Bachelor, 1988).

1988 trat er in den diplomatischen Dienst ein, wo er bis 1991 als Attaché in der Abteilung für internationale Organisationen tätig war, anschließend bis 1995 als dritter und dann zweiter Sekretär für politische und rechtliche Angelegenheiten bei der Ständigen Vertretung der Mongolei bei den Vereinten Nationen in New York.

Mönch-Orgil absolvierte in der Folge ein einjähriges Studium der Rechtswissenschaften an der Harvard Law School (LL.M., 1996). Im Anschluss arbeitete er zunächst für eine internationale Anwaltskanzlei in Washington, D.C. (1996–1997), und war dann von 1997 bis 2000 Geschäftsführer der mongolisch-amerikanischen Kanzlei Mönch-Orgil, Idesh, Lynch.

Mönch-Orgil begann seine politische Laufbahn im Jahr 2000, als er der Mongolischen Revolutionären Volkspartei beitrat und zum stellvertretenden Minister im Ministerium für Justiz und Inneres ernannt wurde. 2004 wurde für den Wahlkreis Ulaanbaatar 74 (Süchbaatar) in den Großen Staats-Chural gewählt und war von September 2004 bis Januar 2006 Außenminister, sowie anschließend bis 2007 Vorsitzender des Ständigen Rechtsausschusses des Parlaments. Von 2007 bis 2008 war er Justiz- und Innenminister.

2008 wurde er erneut in den Großen Staats-Chural gewählt, diesmal für den Wahlkreis Ulaanbaatar 25 (Bajangol). Streitigkeiten über die Stimmenauszählung führten zu einer verspäteten Ernennung im Januar 2009. Mönch-Orgil unterlag bei den Parlamentswahlen im Jahr 2012 und fungierte von 2012 bis 2013 als Sekretär der Mongolischen Volkspartei. 2016 zog er für den Wahlkreis Süchbaatar wieder in den Großen Staats-Chural ein. Am 22. Juli 2016 wurde er erneut zum Außenminister ernannt und übte dieses Amt bis zum 4. Oktober 2017 aus.

Im April 2021 wurde Mönch-Orgil als mongolischer Kandidat für die Amtszeit 2023–2027 der Völkerrechtskommission nominiert[1] und in der 76. Sitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen am 12. November 2021 mit 123 Stimmen gewählt.[2][3] Er ist der erste Mongole in der Völkerrechtskommission seit ihrer Gründung im Jahr 1947.

Literatur

  • Alan J. K. Sanders, Historical Dictionary of Mongolia, 4. Aufl., Rowman & Littlefield, Lanham, ISBN 978-1-5381-0226-8, S. 600.
Commons: Tsendiyn Munkh-Orgil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Ambassador Munkh-Orgil Tsend, candidate of Mongolia to the International Law Commission (ILC) for the term 2023-2027. Ständige Vertretung der Mongolei bei den Vereinten Nationen, 5. April 2021, abgerufen am 29. November 2025.
  2. UNGA76, 32nd plenary meeting, Friday, 12 November 2021, 10 a.m., New York, A/76/PV.32. 12. November 2021, abgerufen am 29. November 2025.
  3. International Law Commission: Membership