Die Tschebyscheff-Ungleichung (nach Pafnuti Lwowitsch Tschebyschow) ist eine Ungleichung der Mathematik.[1][2]
Aussage
Sie besagt, dass für monoton gleich geordnete
-Tupel reeller Zahlen

und
,
die Beziehung
.
gilt. Sind
und
hingegen entgegengesetzt geordnet, also beispielsweise

und
,
so gilt die Ungleichung in umgekehrte Richtung:
.
Man beachte, dass im Gegensatz zu vielen anderen Ungleichungen keine Voraussetzungen für die Vorzeichen von
und
notwendig sind.
Beweise
Beweis aus Umordnungs-Ungleichung
Die Tschebyschew-Summenungleichung lässt sich aus der Umordnungs-Ungleichung ableiten. Multipliziert man die rechte Seite aus, so ergibt sich




Wegen der Umordnungs-Ungleichung ist nun jede dieser
Summen (im Fall gleich geordneter Zahlen
und
) kleiner oder gleich
, insgesamt erhält man also genau die gewünschte Beziehung
.
Im Fall entgegengesetzt geordneter Zahlen
und
braucht die Umordnungs-Ungleichung nur in die umgekehrte Richtung angewendet werden.
Beweis mit vollständiger Induktion
Die Tschebyschew-Summenungleichung lässt sich auch mit vollständiger Induktion und Anwendung der Umordnungs-Ungleichung für den einfachsten Fall mit zwei Summanden beweisen. Der Induktionsanfang ist einfach zu führen. Im Induktionsschritt betrachtet man nun
.
Wendet man nun auf den mittleren Summanden die Umordnungs-Ungleichung für zwei Summanden und auf den letzten Summanden die Induktionsvoraussetzung an, so ergibt sich (im Fall gleich geordneter Zahlen
und
)

Im Fall entgegengesetzt geordneter Zahlen
und
ist der Beweis analog.
Ein anderer Beweis ergibt sich direkt aus der Gleichung

bzw. allgemeiner mit Gewichten
.
Es gilt nämlich
.
Mit Umbenennung der Indizes ergibt sich
,
insgesamt also genau die Behauptung:
.
Verallgemeinerung
Die Tschebyschew-Summenungleichung lässt sich auch in der Form

schreiben. In dieser Form lässt sie sich auch auf mehr als zwei gleich geordnete n-Tupel verallgemeinern, wobei die betrachteten Zahlen allerdings größer oder gleich Null sein müssen:
Für

mit

gilt

Der Beweis kann beispielsweise mit vollständiger Induktion nach
erfolgen, da ja für bezüglich
fallend geordnete nichtnegative Zahlen
auch deren Produkte

fallend geordnet und nichtnegativ sind.
Varianten
Sind
,
auf
gleichsinnig monoton und ist
eine Gewichtsfunktion, d. h.
, dann ist
.
Zum Beweis integriert man die nichtnegative Funktion
ausmultipliziert nach
und
jeweils von 0 bis 1.
Dies lässt sich weiter verallgemeinern:
Sind
auf
gleichsinnig monoton und nichtnegativ, dann ist
.
Und sind
auf
gleichsinnig monoton und nichtnegativ und ist
eine Gewichtsfunktion, dann ist
.
Dies ergibt sich, wenn man
durch
substituiert.
Einzelnachweise
- ↑ Harro Heuser: Lehrbuch der Analysis Teil 1. Wiesbaden, Vieweg+Teubner, Verlag 2003, ISBN 3-322-96828-6, S. 99.
- ↑ Martin Aigner: Diskrete Mathematik, 6., korrigierte Auflage, Vieweg, Wiesbaden 2006, ISBN 978-3-8348-0084-8, S. 54.