Trierer Straße 71 (Weimar)
Das Haus Trierer Straße 71 ist ein denkmalgeschütztes Mietshaus in der Weimarer Westvorstadt. Zur Bauzeit war es das Haus Lassenstraße 29.
Geschichte
Das Mietshaus im Jugendstil wurde 1905 von dem Bauunternehmer und Maurermeister Arthur Menzel nach eigenem Entwurf errichtet. Menzel reichte am 31. Dezember 1904 den Entwurf hierzu ein. Nachdem der Rohbau vollendet war, legte Menzel im Oktober 1905 für die Fassade einen neuen Entwurf vor. Es wird allerdings laut dem Kunsthistoriker Rainer Müller wegen der Formensprache eine Beteiligung von Henry van de Velde vermutet.[1] Es hielt sich in Weimar hartnäckig das Gerücht, dass van de Velde die Fassade entworfen hätte. Dieter Dolgner folgte dieser Einschätzung nicht, allenfalls nur bedingt.[2] Sicher ist jedoch, dass bis zur Fertigstellung vom Haus Hohe Pappeln 1907/08 van de Velde in diesem Hause mietweise wohnte.[3] Im Jahre 1930 wurde hofseitig ein Austritt mit Treppe angebaut. Der dreigeschossige Baukörper mit ausgebautem Mansardwalmdach ist mit seiner Schmalseite zur Straße hin ausgerichtet. Optisch erscheint das Erdgeschoss durch schmale, horizontale Putzstreifen, die bis zu den Sohlbänken der Fenster gehen wie ein Sockel für die darüberliegenden Stockwerke. In der dreiachsigen Straßenfassade hat der leicht vorgeschobene Mittelrisalit ein Zwerchhaus. Sein Giebelfeld ähnelt dem Giebelfeld der von Henry van de Velde entworfenen Kunstgewerbe-Schule in der Geschwister-Scholl-Straße 7. Die Putzfläche des Risaliten weist in den oberen Etagen ein Kammzugmuster auf. Ein im Grundriss dreiseitig polygonaler Vorbau in der linken, südlichen Achse hat einen Austritt mit filigranem Vordach. Das Traufgesims wird von einem Fries mit organisch geformten Linienornamenten in mehrschichtiger Putztechnik begleitet. Die beiden Seitenfronten sind ähnlich gestaltet. Die bauzeitliche Ausstattung ist weitgehend erhalten geblieben.[4]
Einzelnachweise
- ↑ Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar, Bd. 4.2.: Stadterweiterung und Ortsteile, E. Reinhold, Erfurt 2009, S. 840 f.
- ↑ Dieter Dolgner: Henry van de Velde in Weimar, 1902-1917. Verlag und Datenbank für Geisteswissenschaften, 1996, ISBN 978-3-932124-07-5 (google.de [abgerufen am 16. Oktober 2025]).
- ↑ Volker Wahl (Hrsg.): Henry van de Velde: Dokumente und Berichte zur Förderung von Kunsthandwerk und Industrie (1902-1915) Veröffentlichungen der Historischem Kommission für Thüringen Große Reihe Band 14, Böhlau Verlag, Köln-Weimar-Wien 2007, S. 409. ISBN 978-3-412-01306-6
- ↑ Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar, Bd. 4.2.: Stadterweiterung und Ortsteile, E. Reinhold, Erfurt 2009, S. 840 f.
Koordinaten: 50° 58′ 48,2″ N, 11° 18′ 58,7″ O