Trierer Straße 48 (Weimar)

Das Haus Trierer Straße 48 ist ein denkmalgeschütztes Mehrfamilienhaus im Art déco in der Trierer Straße im Weimarer Stadtteil Westvorstadt.

Geschichte

Zur Bauzeit hieß die Trierer Straße Lassenstraße.[1] Dort, wo dieses Gebäude steht, muss ein älteres Gebäude gestanden haben. Das Deutsche Theater-Adressbuch von 1912/13 erwähnt nämlich als Bewohnerin der Lassenstraße 48 eine Paula Vogl-Lütjohann.[2] Diese war Ballettmeisterin und Solotänzerin.

Das heutige Mehrfamilienhaus wurde 1928/29 von dem Weimarer Architekten Hans Meisel errichtet, der auch den Entwurf dazu lieferte. Das Gebäude wurde saniert. Die Sanierung wurde 2020 abgeschlossen.[3]

Architektur

Der unterkellerte und verputzte dreigeschossige Backsteinbau mit travertinverkleideten Sockel hat eine kubische Grundform. Im Erdgeschoss befinden sich an den Schmalseiten flache Vorbauten, welche auch an der Straßenfassade ein Wandfeld für den Hauseingang aussparen.

Eine Gliederung mit horizontalen Klinkerstreifen setzt sie optisch vom eigentlichen Baukörper ab. Auch die Sohlbänke und Verdachungen der ungerahmten Fensteröffnungen bestehen aus mäßig vorstehenden, liegend eingemauerten Klinkerplatten. Der in der Mittelachse befindliche Hauseingang wird im oberen Teil von einer Fläche aus solchen Klinkerplatten gerahmt. Das gilt auch für die darüber angeordnete, nach unten verjüngte Konsole für das eckig vorspringende Treppenhausfenster. Die weit vorgezogene Traufe betont die stereometrische Grundform des Gebäudes. Das ziegelgedeckte Walmdach ist als Wohngeschoss ausgebaut, was an den breiten Gauben zu ersehen ist.

Kennzeichnend für die Ästhetik des Art déco sind neben den kantigen, kristallin gebrochenen Detailformen und den eingefärbten Putzen auch die ornamentalen Klinkerverbände und die zu Bändern zusammengefassten Fenster. Grundrissstruktur und fandfeste Ausstattung sind laut dem Kunsthistoriker Rainer Müller weitgehend im bauzeitlichen Zustand erhalten. Dazu zählen u. a. Details wie der prismatische Lampenkörper über dem Hauseingang mit einem Einsatz aus Opakglas, die zweiläufige Treppe, die farbverglasten Fenster des Treppenhauses sowie alle Außen- und Innentüren.[4]

Einzelnachweise

  1. Gitta Günther, Rainer Wagner: Weimar. Straßennamen. RhinoVerlag, Ilmenau 2012, S. 128.
  2. Deutsches Theater-Adressbuch, Bd. 2, 1912/13, S. 744.
  3. Abschluss der Sanierungsarbeiten in der Trierer Straße 48 auf www.wohnstaette-baut.de 30. September 2020
  4. Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar, Bd. 4.2.: Stadterweiterung und Ortsteile. E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 836.

Koordinaten: 50° 58′ 44,4″ N, 11° 19′ 1,2″ O