Treskowbrücke
| Treskowbrücke | ||
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| Ansicht vom nördlichen Spreeufer, April 2009 | ||
| Nutzung | Straßenverkehr, Straßenbahn, Fußgänger, Radfahrer | |
| Überführt | Edisonstraße – Brückenstraße | |
| Querung von | Spree | |
| Ort | Berlin-Oberschöneweide | |
| Konstruktion | dreifeldrige Stahlträgerbrücke | |
| Gesamtlänge | 163 m[1] | |
| Breite | 22,3 m | |
| Längste Stützweite | 78,0 m | |
| Lichte Höhe | 4,8 m | |
| Baubeginn | April 1934 | |
| Eröffnung | November 1935 / nach Generalreparatur März 1954 | |
| Lage | ||
| Koordinaten | 52° 27′ 36″ N, 13° 30′ 47″ O | |
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Die Treskowbrücke ist eine Straßenbrücke über die Spree in Berlin, im Ortsteil Oberschöneweide des Bezirks Treptow-Köpenick. Sie verbindet die Ortsteile Oberschöneweide und Niederschöneweide. Benannt ist sie nach Sigismund von Treskow (1864–1945), der zu Beginn des 20. Jahrhunderts Landrat des Kreises Niederbarnim war und sich für ihren Bau eingesetzt hatte. Die ursprüngliche Brücke existierte von 1904 bis 1934, der 1935 fertiggestellte größere Neubau wurde nach Kriegsschäden 1950 fast unverändert wiederaufgebaut.
Geschichte
Die erste Brücke an der heutigen Stelle wurde 1903–1904 nach Plänen des Ingenieurs Karl Bernhard errichtet. Es handelte sich um eine eiserne dreifeldrige Fachwerk-Bogenbrücke. Ein flacher Bogen mit Zugband und abgehängtem Mittelfeld sowie horizontale Träger unter den Seitenfeldern bildeten die Tragglieder der Brücke. Am Tag der Verkehrsfreigabe erhielt die Brücke ihren Namen. Der später auch für die Gestaltung von Brücken bekannt gewordene Architekt Paul Bonatz urteilte 1906 über die Treskowbrücke:
„Sie ist einheitlich, wirkt als reiner Ingenieurbau und ist vollkommen. Für den, der mit den Augen diese Formen nachfühlt, ist eine derartige Eisenbrücke Zierde und Mittelpunkt im Landschaftsbild so gut wie eine alte Kirche.“
Bereits einige Jahre später entwickelte sich der Verkehr über diese Brücke infolge der schnellen Industrialisierung des Gewerbegebiets Oberschöneweide so stark, dass ihre Fahrbahnbreite von 14,5 m nicht mehr ausreichte. Nachdem Oberschöneweide und Niederschöneweide 1920 aus dem Kreis Niederbarnim in Groß-Berlin eingemeindet worden waren, beschloss der Berliner Magistrat 1934 deshalb einen Neubau. Die alte Brücke wurde abgetragen, und vor dem Bau der neuen Konstruktion wurde eine 200 m lange Behelfsbrücke errichtet. Die dann ausgeführte neue, 22,3 m breite Straßenbrücke bot genügend Platz für Straßenbahnen, Autos und Fußgänger. Konstruktiv kam wieder eine dreifeldrige Eisenbrücke zur Ausführung, die auf den Widerlagern der ersten Brücke aufliegt. Der Überbau bestand aus zwei langen, über alle drei Felder durchlaufenden doppelwandigen Stahlträgern mit zwischenliegender Fahrbahn. Die Gehbahnen wurden seitlich an die Stahlelemente angehängt. Das neue Brückenbauwerk war ein schlichter Verkehrsbau und wirkte weniger dekorativ als die vorherige Bogenkonstruktion.
Im Zweiten Weltkrieg sprengten Einheiten der deutschen Wehrmacht vor Einmarsch der Roten Armee außer dem Kaisersteg auch die Treskowbrücke, wodurch aber der Einmarsch der Roten Armee nach Berlin nicht wesentlich aufgehalten wurde. Der Stahlüberbau der Mittelöffnung stürzte in die Spree und beeinträchtigte die bald wieder aufgenommene Schifffahrt. Sowjetische Pioniereinheiten errichteten noch im Sommer 1945 einen hölzernen Behelfssteg vom nördlichen Brückenpfeiler auf die abgestürzte Fahrbahn, sodass eine Spreequerung für Fußgänger wieder möglich war.
In der DDR wurden die zerstörten Teile der Treskowbrücke 1951 gehoben und aufgearbeitet. Bis 1954 konnten die aufgearbeiteten Teile gerichtet und fehlende Teile ergänzt werden; die reparierte Brücke wurde für Fußgänger, Autos und den Straßenbahnverkehr wieder eröffnet. Der Autoverkehr erfolgt seit 1971 nur über die östliche Fahrbahn, die Gegenrichtung wurde dauerhaft über die Stubenrauchbrücke umgeleitet.[3]
Renovierungsarbeiten
1981 ließ der Magistrat von Ost-Berlin umfangreiche Sanierungsarbeiten ausführen. Zwischen 1999 und 2001 erfolgte die letzte Grundinstandsetzung, deren Arbeiten am 3. Dezember 2001 abgeschlossen und von der Wirtschaftsverwaltung mit 9,3 Mio. DM gefördert wurden.[4]
Literatur
- Karl Bernhard: Die Treskow-Brücke zu Oberschöneweide bei Berlin. Julius Springer, Berlin 1905.
- Fritz Eiselen: Die neue Straßenbrücke über die Spree bei Oberschöneweide bei Berlin. In: Deutsche Bauzeitung, 39. Jahrgang 1905, S. 157 f., S. 160 f., S. 169–173.
- Eckhard Thiemann, Dieter Deszyk, Horstpeter Metzing: Berlin und seine Brücken. Jaron Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-89773-073-1, S. 103–105.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Arbeitsblatt Fa. Karl Gotsch
- ↑ Architektonische Rundschau, 23. Jahrgang 1906/1907, S. 46.
- ↑ Verkehrsumleitungen. In: Berliner Zeitung vom 24. Juli 1971, S. 8.
- ↑ Treskowbrücke wieder für den Verkehr frei. In: Berliner Zeitung vom 3. Dezember 2001.